04/12/2009 23:23:33 schuleschwenzen

Diese Suchfrage führte einen Sucher via Gooooogel direktemang in meinen Berufsblog. Wilde Familientragödien sehe ich nun vor Augen, Dramen, die einen „Schwenzer“ dazu zwangen, sich über das „Schwenzen“ nachts um 23.23 Uhr kundig machen zu müssen. Ich leide mit. Stumm. Ergriffen.

Und ansonsten leide ich gerade auch: Alle Jahre wieder fällt es vielen Leuten erst 5 vor 12 ein, dass Weihnachten schon mit einem Fuß auf der Türschwelle steht – und so steht auch mein Telefon bzw. die Mailkiste nicht stille. Vorgestern Abend zum Beispiel, ein Anruf:

„Gut, dass ich Sie antreffe, Frau B. Hätten Sie vielleicht zufällig noch ein paar Stündlein frei? Ich bräuchte dringend und hypereilig 20 klitzekleine spannende besinnliche und fröhliche Weihnachtsgeschichtchen (nicht länger als 1200 Anschläge, doch das kennen Sie ja bereits) und eine Handvoll netter Gedichte. Ginge das?“

„Öh. Ja. Alle Jahre wieder, ne?“

„Hahaha. Das sagen Sie jedes Jahr“, freut sich der Anrufer. Er scheint begeistert zu sein.

„Haha“, lache ich. „Bis wann?“

Er lacht wieder. Noch mehr Hahahaaas. „Bis gestern? Haha? Nein, im Ernst, es reicht bis Wochenende. Dieses. Haha!“

„Im Ernst? Aber klar. Nichts ist einfacher, als klitzekleine Texte mit Inhalt zu schreiben. Sind ja sooo klein! Und daher viel preisgünstiger als lange Texte, die sich, was keiner ahnt, oder doch?, viel schneller schreiben ließen.“

Autsch! Elisabeth, du fragst in einem Kommentar, ob man vom Schreiben leben könne. Ein gedehntes Ja dann, wenn man sich z.B. auf einen solchen Unsinn, 20 kleine Geschichten und eine Handvoll Gedichte innerhalb 2 Tagen zu schreiben, einlässt. Und so sitze ich und schreibe und denke und schreibe und kürze und schreibe und fluche und schreibe und freue mich und schreibe und suche Trost und schreibe und freue mich, wenn mir einer auf die Schulter klopft und „Du schaffst es“ sagt und schreibe und …

… und nix mit „Schwenzen“ am Wochenende.

Und wer klopft mir nun ermutigend auf die Schulter?

„Es dürfte Ihnen doch eine Ehre sein, Ihren Text in unserer Veröffentlichung/Sendung/Zeitung/Website/SuperdupiSonderDownload und weißderGeierwosonstnoch wieder zu finden.
Wie können Sie DA noch nach einem Honorar fragen?“

Es vergeht zur Zeit fast kein Tag, an dem ich mich solchen Fragen nicht ausgesetzt fühle.

Ja, wie kann ich da einfach nach einem Honorar – und auch noch zusätzlich mit Mehrwertsteuer – verlangen?Ganz einfach:
Weil der Lebensmittelhändler von mir ebenso sein „Honorar“ haben will wie die Versicherungen, das Finanzamt, der Telefonanbieter, der … soll ich weiter aufzählen?

Wer zum Teufel hat eigentlich den Unsinn erfunden, Texte, Bilder, Fotos oder Musiken seien Allgemeineigentum und deren Veröffentlichung eine EHRE?

Ich pfeif drauf!

Und nein. Ich bin weder wütend noch traurig noch depressiv.

Es musste einfach mal wieder gesagt sein.

Pardonnez-moi!

Man darf sie ruhig umarmen, diese „Bauminsel der Ruhe“

Wenn man ganz still ist, hört man ihn sprechen, den Baum.

Und sein Stamm zittert leise.

Schööööön.

 

Ich liebe sie, die Bäume.

Sie geben Kraft.

Und Sie? Haben Sie heute schon einen Baum umarmt?

Ein herrlicher 1. Adventssonntag war heute Morgen ganz früh. Es war warm, so warm, dass ich meinen Morgenespresso auf dem Balkon trinken und dabei ein bisschen Twilight-Landschaft gucken konnte. Das war eine Premiere und ich dachte, sie sei nicht zu toppen. Weit gefehlt. Als ich beim Landschaftgucken auch zur Hauswand schaute, sah ich … am Rosenstrauch, der sich vom Garten bis hoch zum Balkon und weiter zum Dach rankt, ja, da sah ich am Dachrand … eine … blühende … Rose, rot, umgeben von weiteren hoffnungsfrohen Rosenknospen. Was für ein zauberhaftes Wunder! Ja, und was für unvergessliche Glücksmomente!

Danke.

Ja, nun beginnt sie wieder, die Zeit der kleinen, leisen Wunder. Augen auf, Ohren spitzen, Schnuppern, Schmecken, Fühlen. Sehen, hören, riechen, schmecken, spüren Sie es?

Einen wundervollen Adventsbeginn wünsche ich Ihnen, liebe Blogbesucher, und natürlich dir ganz besonders, liebes Blog.

 

Ein kleines Kerzenwunder

„Nein“, rief die honiggelbe Kerze. „Ich will nicht brennen, schmelzen, zerfließen, bis nichts von mir übrig geblieben ist.“
Sie wehrte sich vier Streichholzlängen lang und jedes Mal rief eine Menschenstimme: „Autsch! Ich habe mir die Finger verbrannt. Blöde Kerze! Ab in den Müll!“
„Autsch!“, rief gleich darauf auch die Kerze, als sie grob gepackt und aus dem Fenster geworfen wurde. Sie landete auf der Straße direkt vor der Nase von Hund Timmi.
Der hob die Kerze auf und machte sich auf den Weg in die wintertrübe Laubenkolonnie.
Dort saß Herr Franke, der vor einiger Zeit seine Arbeit verloren hatte, traurig in seiner Gartenhütte im Dämmerlicht und grübelte.
„Oh, eine Kerze!“, rief er, als Timmi die Hütte betrat, und seine Augen strahlten. „Was für eine Überraschung! Danke, Timmi. Und danke, kleine Kerze.“
Dann zündete er mit zittrigen Fingern ein Streichholz an.
Zisch!!! Die Kerze erschrak. Aber dieses Mal wehrte sie sich nicht. Zu sehr freute sie sich über das glückliche Gesicht des Mannes. Zisch – nahm ihr Docht die Flamme an. Ein sanftes Licht erhellte nun die schäbige Hütte und das leise Lächeln des Mannes.
„Siehst du, Timmi“, sagte Herr Franke, „nun ist die Adventszeit auch zu uns ein bisschen näher gekommen. Es gibt sie noch, die kleinen Wunder.“

Früh am Morgen, es ist noch dunkel, schleicht frau ohne Licht anzuknipsen auf leisen Sohlen, barfuß, einen doppelten Espresso in der Hand, durchs Wohnzimmer zu ihrem Schlampertisch, woselbst das liebe nette kleine notebook noch ruht. Leise, um niemanden im Haus zu wecken, das versteht sich von selbst. Plötzlich, auf halbem Weg auf dem einzigen Stück Teppich im ganzen Haus, knackt es unter ihrer Sohle. Krrrrschhhpschhhhh…knack! Es klingt wie das Knacken einer Knallerbse und frau fühlt sich für einen Moment in die Kindheit versetzt und sieht sich am Knallerbsenstrauch die tollen weißen Früchte pflücken und mit den Füßen zerknacken.

Halt! Stop! Irgendetwas läuft da falsch. Frau verharrt. Wie zum Teufel kommt eine Knallerbse über Nacht ins Wohnzimmer? Da stimmt doch etwas nicht. Und warum fühlt es sich an der Fußsohle plötzlich so unangenehm klebrig an? Frau erschrickt und hüpft auf einem Bein, den nassen Fuß hoch haltend und Espressospuren auf dem Boden verteilend , durch den Raum zum Lichtschalter, knipst das Licht an und erschrickt erneut. Das Nasse am Fuß, zum Geier, ist Blut. Dickes, rotes Blut.

„Wäh!“ Frau schreit auf, untersucht ihren Fuß. Nein, da ist keine Verletzung. Aber auf dem Teppich, da klebt die Sauerei das Malheur: die blutigen Reste einer zertretenen, einst vollgesaugten Zecke. Wäh! Eine Zecke am Samstag vor dem ersten Advent, zu 99,99 Prozent vom Bären eingeschleppt und liebevoll „gefüttert“ … Was für ein schöner, stimmungsvoller Beginn eines schönen, stimmungsvoll gedachten Adventssamstages und …

… und somit hat der Klimawandel mit seinen Folgen – Zecken im späten November! Unfassbar – auch im Federwelt’schen Wohnzimmer erste Spuren hinterlassen. Sichtbar. Rot. Blutig…

Au revoir.

 

Guten Morgen, Morgen!

Ab heute darfst du mich „prommenenter Star“ nennen, liebes Blog! Nein, lach nicht! Ach, du lachst ja doch. Ach so, du meinst, du kannst nicht ernst bleiben, wenn ich dich wiehernd vor Lachen anfeixe. Stimmt. Hast du auch wieder Recht. Und nein, ganz bestimmt werde ich NICHT am 2. Adventssonntag jenes Adventsk0nzert im Städtchen besuchen, anlässlich dessen Herr Federwelt und ich auf der Bühne den Affen machen vorgestellt werden sollen als „prommenente“ Mitbewohner selbigen Städtchens. Oh non! Was ist passiert? Lauschen Sie dem gestrigen Telefonat, das uns spät am Abend erreichte:

„Hallo! Isch will Sie eilade?“

„Hä? Wie bitte? Comment?“

„Ei. Des Konzert am Zwölfte. Do werd a Weihnachtsschpiel von Ihne uffgeführt. Vum Chor un von de Laiegrupp?“

„Äh…“

„Des Schtück, wo Sie mol geschriwwe hawwe, Herr Federwelt. Sie un Ihr Fraa. Des vum Engel, der wo  …“

Ach du Scheiße schrecklicher Schreck! Diese olle Kamelle, in einem anderen Leben einst auf die Schnelle verfasst, von Kindern damals aufgeführt und längst vergessen. Wir rangen nach Fassung, während der nette Anrufer weiter plauderte.   Er erklärte uns auf charmante Weise, dass er, der Macher dieser adventlichen Katastrophe Feier, gar nicht gewusst hätte, dass das „Schtück“ von uns sei und dass er erst beim Guckle (er meinte eine bekannte Suchmaschine) im Internet erfahren hätte, wie … usw. Er redete lange und nun wissen wir endlich, dass wir „prommenent“ sind.

„Ach ja“, schloss der Anrufer seine Rede, nachdem er noch einen persönlichen Besuch bei uns angedroht hatte: „Ich soll Sie ganz herzlisch vum Friedrisch grüße!“

„Friedrich? Welcher Friedrich?“

„Ei DER Friedrich. Der Bankvorschtand. Der iss auch unser Ehrevorsitzender. Der iss ganz begeischtert und …“

Von dem Punkt allerdings haben wir nicht weiter zugehört. Der ‘Leichen-pflastern-seinen-Weg’-Friedrisch, der uns seit dem Unfall das Leben zur Hölle macht, hat in unserem Leben keinen Platz. Auch wenn wir noch so „prommenent“ wären …

Guten Tag, Tag!

Ihnen wenigstens ein paar Sätze zuwerfen, das sollte mittlerweile machbar sein (und ich frage nun nicht meinen Arzt oder Apotheker und schon gar nicht Herrn Federwelt) nach dem Motto „Weniger ist mehr“ oder, wie die Kurpfälzer zu sagen pflegen: „Besser a bissel als nix!“

Also fange ich langsam getreu dem „Besser a bissel als nix!“ wieder an zu bloggen. Wobei die Zwangspause durchaus auch ihre positiven Seiten hatte. Da war nämlich viel Zeit zum Nachdenken und Schlafen und Lesen und Notizblöcke vollkritzeln und Filme gucken und „Walden“ (= MitDemBärenStundenlangDurchDenWaldTigern und InspirationenUndNeueEindrückeEinfangen) und, ach was, langweilig war und ist es nicht. Beim „Walden“ habe ich übrigens immer die besten Ideen und auf Miniblöckchen, mehr aber im Kopf, lagern viele Inputs. Gut fühlt sich das an. Und um das gute Gefühl zu nähren, werde ich mich auch jetzt gleich wieder zum täglichen Mittags“Walden“ begeben. Gestern hatte ich nämlich eine versteckte Stelle in einer Tannenschonung entdeckt und dort lagen – traurig und das Leben nicht verstehend – entsorgte Douglasienzweige. Damit sie noch ein bisschen etwas zu lachen haben, werde ich sie mir jetzt holen. Nicht zum „Walden“, nein, zum „Adventen“ ;)

Ihnen ein großes, dickes Dankeschön für die vielen Besserungswünsche und Ratschläge. Ich hoffe, Sie verübeln es mir nicht, wenn ich im Augenblick nicht näher darauf eingehe. Der Hände wegen. Und NEIN (Großschrift!), Herrn Federwelt Texte zu diktieren kann ich nicht. Das käme einer Nervenfolter gleich. Klar? Ja.

 

hallo liebes blog! hallo liebe gäste! weder schmolle noch grolle noch trolle noch prolle ich mich derzeit durch die tage, um dabei schmählichst  dich, blog, zu vernachlässigen. nein, v0ller sehnsucht wünsche ich mir, hier bald wieder schreiben zu dürfen. nur: die hand, die linke, sie steckt im verband, die zweite, die gesunde, muckt bereits empört ob der doppelbelastung der letzten wochen. kurzum: ich … darf … nicht … computern und internetten und tippen … und … ich … leide, WEIL-ICH-SO-UNGEDULDIG-BIN-UND-MICH-FÜHLE-ALS-SEI-ICH-AUF-ENTZUG.

blöde, das.

auf bald, liebes blog und liebe besucher! ich übe mich … in geduld … , gebe das liebe süße nette kleine macbook wieder zurück an herrn federwelt zur sicherungsverwahrung und kritzele weiter per manum schreibblöcke voll. wahrscheinlich verrenke ich mir irgendwann in grauer zukunft die schulter, wenn ich all das handschriftlich verfasste eintippen werde. ich werde berichten.

liebe grüße

elana,

etwas gefrustet und sehr ungeduldig

„Psssst“, flüsterte die Traumfee heute Nacht. „Du hast gegen die Regeln verstoßen.“

„Lass mich!“, wehre ich sie ab.

„Nein.“ Die Traumfee bleibt hartnäckig. Mit großen, tiefgründigen Augen – sie sind vergissmeinnichtblau, ich sehe es ganz deutlich – blickt sie mich an. Sie spiegeln ihren Unwillen wider, dieser Blick. Und sie spiegeln lange, diese Augen. Eine ganze gefühlte Nacht lang.

„Okay“, seufze ich und spare mir den Rest der Nacht. Lange sitze ich vor dem ‘Ei des Anstoßes’, einem gestrigen etwas zu emotional und etwas viel zu sehr privat geratenen Blogeintrag  … und entferne ihn, wunschgemäß.

Die Traumfee sitzt neben mir. „Danke“, haucht sie mir zu. Sie nickt zufrieden. „Geht doch!“

Yeah! Geht doch. Geht immer.

Ich grinse, schief ein wenig, und richte mich auf. Kopf hoch, Blick gerade, lächeln. Der Tag wartet und die Traumfee hat sich nun schlafen gelegt.

„Ich hasse Zensuren“, maule ich, aber ganz leise nur, denn ich will sie nicht wieder aufwecken.

Kleiner Dialog auf einem Parkplatz in einem kleinen, sehr romantischen elsässischen Städtchen, nennen wir es K. wie Kaysersberg.

„Hier! Hier stand Grandpères Haus.“

„Hier? Hier ist ein Parkplatz.“

„Aber dort drüben“, Herr Federwelt deutet nach rechts zur gegenüberliegenden Straßenseite, „siehst du. Dort drüben ist das Albert-Schweitzer-Haus. Das war damals schon da.“

Ich grinse. „Klar. Der ist ja auch älter als du, der Herr Dr. Schweitzer.“ Ich schaue mich um und stelle für mich fest: Nein, hier kann nie ein Haus gestanden haben. Herr Federwelt irrt.

„Das Haus war lang mit Nebengebäuden und Weinkellern“, sagt er unbeirrt. „Und es ging weit nach hinten in einen Garten, dann kam ein Bach. Wenn ich dort spielte, dachte ich mir immer Rittergeschichten und gruseligen Burggeisterkram aus. Wegen der Burg da.“ Er zeigt mir die alte Burg, die über dem Städtchen thront.

Wir gehen durch den ehemaligen Hof in den Garten des ehemaligen Hauses über den Parkplatz in Richtung Burgberg und richtig, da fließt ein Bach. Und richtig, man könnte meinen, die Burg fiele gleich in den imagniären Garten des … usw.

Während wir da so stehen, erzählt mir Herr Federwelt viele Geschichten, die ihm sein verlorenes Gedächtnis so nach und nach zurückschenkt und da Herr Federwelt – eigentlich und von Musik abgesehen – eine so blühende Fantasie nicht hat, zweifle ich auch nicht an seinen Worten.

„Gehen wir zur Mairie!“, schlage ich vor. „Vielleicht kann man uns dort weiterhelfen. Es muss doch alte Flurpläne geben.“

Gute Idee! Nein, blöde Idee. Nein, pardon, Non heißt es nämlich auf der Mairie nach ewig langem Bitten und Betteln und  Recherchieren. Es hat da in der x Straße auf dem y Parkplatz nie ein Haus mit Weinkeller gegeben und eine Familie d.B. ist im Ort völlig unbekannt. Das Grundstück war nie bebaut.

Merde!

Ausradiert. Wieder einmal. Warum? Unser persönliches Unwort der letzten Jahre.

Ziemlich geknickt verließen wir neulich, als wir unsere kleine Reise machten, den Schauplatz – und ziemlich wütend standen wir just gestern dort wieder auf dem Parkplatz und suchten erneut nach Beweisen, dass es hier eben doch einmal Grandpères Haus gegeben hatte. Warum? Dank Internetrecherche fand ich ein paar alte Fotos von Kaysersberg und dort stand, Sie ahnen es, definitiv ein Haus mit Nebengebäuden und einem Garten, der bis nach hintem zum Bach reichte.

Bescheuert, aber wir bleiben dran.

Fortsetzung folgt …

 

 

Kopflast.
Minimieren.
Aufteilen.
Gedankenknoten entwirren.
Es sind zu viele.
Ideen.
Kreativität pur.
Krankmachend fast.
In den Wahnsinn treibend.
Symbolisch betrachtet.
WAS ist WICHTIG?
Die Frage seit Jahren.
Des Lebens Unterhalt verdienen mit der Kreativität, sagt der Verstand.
Spaß haben, spielen und Kopfideen aus dem Dunkel befreien, sagt die Seele.
Sie streiten miteinander, die beiden.
Verstand versus Seele.
Vernunft versus Bauch.
Ich kenne den Sieger.
Er triumphiert.

Frag nicht, wie ich mich manchmal dabei fühle …

Bevor wir ins Elsass an den Ausgangspunkt unserer Reise zurückkehren, wandere ich in Gedanken 3 Jahre zurück. Warum, das werden Sie gleich erfahren und Sie werden genau so staunen wie ich als Betroffene damals staunte.

Wer gerne ab und an die Zwischenwelten (die autre monde) besucht oder gegenüber Dingen, die „zwischen Himmel und Erde“ geschehen, aufgeschlossen ist, kennt sicher auch die Begleiter in diesen Welten, die Krafttiere. Ich liebe sie, diese Zwischenwelten, und bin mit der Gabe gesegnet, jederzeit ohne viel Brimborium und Trommelrituale oder ‘Sonnentänze’ ;) abzutauchen. Und dort treffe ich mein Krafttier. Auch Herr Federwelt hat diese Gabe, vor allem, wenn er kreativ arbeitet und über Kompositonen oder Arrangements sitzt.

„Was ist dein Krafttier“, fragte ich eines Tages. Wir hatten nie über autre monde oder Schamanismus expressis verbis gesprochen. Wir lebten es einfach.

„Leo.“ Die Antwort kam spontan und wie aus der Pistole geschossen.

Leo? Du meinst den Löwen? Ich war sehr verwundert, ist Herr Federwelt doch wie ich ein passionierter Hunde- und Bärenmensch.

„Klar. Was sonst?“

Gut. Was sonst. Man soll das ja nicht hinterfragen, sondern einfach (zu)lassen.

Eines Morgens, viele Monate nach meiner Frage, wir tranken gerade unseren ersten Espresso, sah Herr Federwelt mich nachdenklich an und sagte: „Ich bin Leo.“

„Hm?“

Er nickte, dann sprudelte es aus ihm heraus. „Ich heiße Léon d.B. und ich habe am Heiligabend Geburtstag.“

„Hä?“ Ich fand das sehr komisch. „Du heißt P. und hast am 16.9. Geburtstag. Wach auf!“

„Non“, meinte Herr Federwelt, dessen schulfranzösisch, gesprochen in bewussten Zustand, mehr als grottig ist, plötzlich in einer ganz anderen Sprache. „Je m’appelle Léon …“ Er wechselte ins Elsässische „… und Grandmère *at immer gesagt, isch *abe mit dem Chrischtkindle Geburtstag. Deshalb *abe isch zu *eiligabend zwei Mal Bescherung bekommen.“

Ja, so fing es an … und inzwischen steht auch fest, dass diese Erkenntnis an jenem Morgen der Wahrheit entspricht.

Und wissen Sie was? Über Nacht verjüngte sich Herr Federwelt auch gleich noch um vier Jahre. In Großbuchstaben. VIER JAHRE !!! Nicht nur sein amtlich verfügtes Geburtsdatum ist falsch, nein, auch das Geburtsjahr.

Nun, sagen Sie selbst, klingt das nicht bescheuert?

Das muss nun doch erklärt werden nach vielen Rückfragen, bevor ich weiter erzähle. Wobei ich gleich anmerken möchte, dass es mit einem kontinuierlichen Erzählen sicher nicht funktionieren wird. Es gibt Tage, an denen die Freude über dieses Wunder groß ist, es gibt aber auch Tage, da tut all das, was wir erleben, nur eines: entsetzlich weh. Warum, das werden Sie, so Sie denn die Ausdauer haben werden, hier mitzulesen und das Ganze nicht als Verrücktheit abzutun, sicher bald verstehen.

Und ja, es klingt alles total bescheuert und die wenigen Menschen, denen wir uns anvertraut haben, haben uns mit ganz wenigen Ausnahmen angesehen, als tickten wir nicht mehr richtig. Daher wird der Arbeitstitel dieses Berichts „Bescheuert“ heißen und dabei bleibt es auch. Ehrlich gesagt, es gab und gibt Momente, an denen ich selbst an meinem Verstand zweifelte und zweifle, wären da nicht kleine handfeste Beweise dafür, dass das Bescheuerte eben nur bescheuert klingt, es aber mitnichten ist.

Klingt bescheuert, nicht wahr?

Längerfristige Leser der damals andernorts angesiedelten Federwelt dürften sich noch daran erinnern, dass Madame Federwelt  anfänglich geruhten, gepflegt und lauthals zu jammern und zu jaulen. Wegen Herrn Federwelts vor über 3 Jahren unverschuldet erlittenen Verkehrsunfall mit fatalen Folgen, seiner Arbeitsfähigkeit  („Wozu braucht ein Musiker zwei Hände?“, fragte die Versicherung des Unfallgegners) und die Zahlungsunwilligkeit aller beteiligten Versicherungen betreffend. Nein, das soll hier nicht aufgewärmt werden. Die Versicherungen haben noch immer nicht bezahlt und wie wir bis heute überlebten, ist ein Wunder. Doch das ist nicht das Thema, denn irgendwie geht’s immer weiter und Ihr, Ihr lieben Versicherungen, dürft noch zahlen. Wir geben nicht auf. Punkt.

Aber alles Böse hat bekanntlich auch etwas Gutes. Im Falle von Herrn Federwelt erwies und erweist sich dies zunehmend als etwas sehrsehr Gutes, was natürlich auch mein Herz erfreut. Herr Federwelt nämlich hatte keine Erinnerungen mehr an seine Kindheit. Herr Federwelt war traumatisiert nach einem Unfall, bei dem er als Kind seine Familie verlor. Seine Familie, seine Heimat, sein Land und seine frz. Muttersprache. Gar nicht schön.

Doch nun kommen sie zurück, jeden Tag etwas mehr. Denn dank des Autounfalls vor 3 Jahren gelang es Herrn Federwelt, sich des Unfalls damals, als er Kind war, erst ganz schwach, dann immer stärker zu erinnern. Und neulich, als ich mich hier verabschiedete, hatten wir endlich den Mut gefasst, einem Teil dieser Erinnerungen hinterher zu fahren. Ziel war eine kleine, sehr romantisch schöne Stadt im Elsass und ein Tal in den Vogesen. Und hier begann unsere kleine unfreiwillige BESCHEUERTE Tour de France, denn unser Weg der Erinnerungen führte uns weiter in ein Tal im Var (Provence), wir standen am Strand von St. Marie de la Mèr, von da ging es zurück nach Paris zu einem Haus, nein, eigentlich war es eher ein Palais nahe eines sehr bekannten Parks. Überall standen wir eigentlich nur draußen vor der Tür und ließen uns von immer neuen  Erinnerungen leiten. Eine spannende Exkursion. Ja, und von hier hätte uns unser Weg nach einem Besuch eines angesehenen Pariser Theaters beinahe wieder zurück an die Cote d’Azur geführt, doch irgendwie war es der Reizüberflutung genug.

Wieder zu Hause verbrachten wir jede freie Minute mit der Nachbearbeitung unserer Recherchen und vor allem mit dem „Verdauen“ des Gesehenen und des mysteriösen Nicht-Gesehenen – und in unseren Köpfen wirbeln Wirbelstürme.

Bescheuert? Ja, das klingt bescheuert und doch ist es wahr. Schreibt nicht das Leben die besten Geschichten?

Doch zurück an den Anfang. Beginnen wir mit der ersten Station unserer Reise und den verrückten Erlebnissen vor Ort. Reisen wir noch einmal in Gedanken ins Elsass. Demnächst hier im Blog.

Fortsetzung folgt nach und nach …

Bescheuert ist, wenn man partout nicht mehr weiß, wie gewisse Passwörter und/oder Benutzernamen lauten.

Bescheuert ist, wenn der Kopf so voll mit keine Panik, hier wird nicht gejammert Eindrücken, Ideen, Verrücktheiten ist, dass sich dieses Kopfsammelsurium zu einem Matschebrei vermengt und klares Denken ausschließt.

Bescheuert bin ich zur Zeit ein wenig waren die letzten Wochen, verrückt, übersinnlich, unglaubhaft und zuweilen so abgedreht, dass der geneigte Leser des öfteren ‘die Olle spinnt’ denken könnte, würde ich alles hier notieren. Ob ich trotzdem darüber schreiben oder besser weiter schweigen oder eine kleine, unwahre rosarotzuckersüße Federscheinwelt hier präsentieren soll? Nach zu langem Nachdenken besinne ich mich nun auf mein Blogcredo „Authentizität“. Frei Schnauze und frisch angerichtet, so, wie es das Leben eben spielt.

Und da müssen Sie jetzt, ich meine, wenn Sie demnächst dennoch dieses Blog anklicken, durch!

Fortsetzung folgt …

Entgegen aller Unkenrufe der Meteorologen zum Trotz war das Wetter heute herrrrrrlich – sonnig, warm, na ja, auch kreislaufig nordwindig, aber egal – und die Sicht war phänomenal klar. Ein Herbsttraum der besonderen Güte, fand ich. Und das fanden Herr Federwelt und der Bär auch, keiner von uns dreien hatte Lust zum Arbeiten (Herr Federwelt und ich) oder zum Zerfetzen von Socken, Zeitungen und Papierkorbinhalten (der Bär) oder zum Zimmerhocken (wir alle drei) und irgendwie fanden wir uns plötzlich nach einer längeren Wanderung oben am Berg wieder. Und da standen wir und starrten fasziniert hinunter auf die Rheinebene. Vor uns die bunten Farbtupfer in den Bäumen, noch weiter unten die bunten Farbtupfer in den Weinbergen und noch weiter unten die bescheuert nervigen Autobahnen und die formvollendeten Industrie und Hochhausbauten der Städte am Rhein prall gelben abgemähten Felder und Obstgärten der Ebene UND, das ist das Wunder klarer Tage, wir sahen die Pfälzer und Elsässer Berge auf der linksrheinischen Seite der Ebene. Klar und deutlich – gen Norden bis zum Donnersberg und weiter Richtung Mainz, gen Süden die Pfälzer Haardt mit Kalmit und Weinbiet und weiter südlich das Elsass und unsere geliebten Vogesenberge. Andächtig starrten wir hinüber ins Paradies, das sich zu dieser Jahreszeit nur  mit wenigen Reisezielen toppen lässt.

„War da nicht mal etwas mit einer Recherche, die du für ein Projekt noch machen musstest“, fragte Herr Federwelt. Komisch, genau an diese längst abgehakte und vergessene Schreibsache hatte ich gerade auch gedacht und ich nickte eifrig. „Ja, demnächst müsste ich da dringend mal hin.“ Ich wurde nicht mal rot beim Schwindeln. „Ganz dringend sogar.“ „Wann? Morgen?“ „Könnte sein.“ Wird sein. Morgen fahren wir für ein paar Tage ins Paradies in ein wunderschönes Vogesental unweit der elsässischen Weinstraße. Zum Recherchieren für obig genanntes bereits abgeschlossenes Projekt … öhhhm … Pssst! ;)

Was ist eigentlich die Steigerung von „verrückt“?

Bist du verrückt?

Das hat mich eine Bekannte heute gefragt, nachdem ich etwas nörgelig bekannte, dass ich mich derzeit etwas faul fühle. Dann hat sie begonnen aufzuzählen, was ihres Wissen (Pssssst! Sie weiß nicht mal die Hälfte dessen, was war und ist und so) dieses Jahr im Hause Federwelt bereits sich erreignet hat und was arbeitsmäßig und anderweitig geleistet wurde. Stumm hörte ich zu und staunte, nickte brav und dachte an neue Ideen und noch abzubauende Hürden. Der Tag ist einfach zu kurz, vor allem für die Ideen. Und ja, ich bin verrückt. Aber seit heute auch ein kleines bisschen stolz, denn vieles dessen, was bereits getan und „überlebt“ wurde, war mir gar nicht (mehr) bewusst. Ja, ich darf stolz sein. Ob ich mir bei dieser Bilanz ein kleines Sofa-Schläfchen leisten kann? Eigentlich wollte ich jetzt doch dieses „Dingens“ tun und jenes „Gedankenblitziges“ gerade eben mal aufnotieren. Zu erzählen hätte ich auch noch so einiges und zu vielen Nostalgieeinträgen in meinen Lieblingsblogs würde ich auch gerade vieles sagen und ergänzen wollen und, ja, und da sind sie auch schon wieder, weitere neue Ideen und …

Und?

Ja, es ist ganz schön stressig, verrückt zu sein.

Fazit: Stop! Ruhe! Tacet! Sofa-Schläfchen! Aber dalli!

Diesen heutigen Tag vermisse ich und vermisse ihn nicht. Zweideutig. Er ist mir irgendwie abhanden gekommen und es stört mich überhaupt nicht, denn noch so einen Tag muss ich nicht unbedingt haben. Es war so ein NullNichtsTag, der an mir vorbeiraste, seine Spuren hinterließ und irgendwie den Anschein erweckte und erweckt, seinen Weg auf einer nebeligen Straße in Richtung NullNichts zu dümpeln. Ich hinke ihm hinter, beschließe aber, ihm, diesem Tag ein Ende zu setzen und den Abend einzuläuten.

Es muss sie auch geben, jene NullNichtstage … und du, innerer Schweinehund oder schlechtes Gewissen oder kleiner Zensor oder wie immer du dich heute nennen möchtest, halte einfach auch einmal nullnichtsmäßig den Rand. Geht das? Danke.

Heute Abend ein weiteres Sahnestückchen meiner neu entdeckten Lieblingskrimiautorin Fred Vargas im ZDF. „Der vierzehnte Stein.“ Noch knapp 100 Seiten muss ich lesen und will das fertig haben bis heute Abend, ja, und ich bin sehr gespannt, wie diese komplexe Handlung mit all den herrlich schrulligen Charakteren und dem zauberhaft französischen Ambiente (ein Muss für alle Francophilen) filmisch ungesetzt wird. Wahrscheinlich werde ich enttäuscht sein, aber ich denke positiv. Jawohl.

Und nun wissen Sie,  sollte mich jemand unerwarteterweise hier vermissen, womit ich heute diesen ersten Nichtsonnentag verbringe. Mit der Nase im Buch. Und mehr verrate ich nicht, denn offen gesagt, mir ist bis jetzt noch nicht klar, wie Kommissar Adamsberg einen seit 16 Jahren toten, nach seiner Theorie aber immer noch agierenden Serienmörder, fassen wird und wie er sich selbst aus dem Schlamassel, in das er geraten ist … Halt! Nein. Ich will nicht zu viel verraten. Drücken Sie mir die Daumen, dass man die Rolle der alten, tatterigen Dame Josette, die sich als Hackerin erster Güte erweisen wird, nicht gestrichen hat. Ich liebe diese kleine, zarte, alte Madame.

Au revoir et à bientot

Danke, Herbst! Du hast uns – zumindest hier im Südwesten – in den letzten Wochen sehr mit warmen Sonnenstrahlen umschmeichelt und verwöhnt, ja, und du hast uns damit mit dem lausigen Schwülwolkensommer versöhnt. Auch heute lacht die Sonne, vom Wind etwas mehr zerrupft als sonst, golden vom Himmel. Es sind Zaubertage, die sie uns beschert.

Ein Zaubertag im Herbst

Denkt nur, jemand hat heute Nacht

einen Teppich gewebt übers Land

aus silbernen Fäden in glänzender Pracht,

geschaffen von Meisterhand.

Verzaubert glitzert der Morgentau

mit dem Sonnenlicht um die Wette,

ein Glänzen und Funkeln, so silbergrau

wie Perlen auf einer Kette.

Der Sonne macht dieses Spiel Freude.

Sie strahlt mit all ihrer Kraft.

Einen warmen Tag schenkt sie uns heute.

Sie hat es noch einmal geschafft.

Und der Sommer? Er lacht.

Ist er doch über Nacht

heimlich zurückgekommen

und hat das Zepter noch einmal ganz sacht

dem Herbst aus den Händen genommen.

Und während ich versuche, sie in Worten zu malen, diese Zeit, kündigt Wind von Westen mit ersten silberweißen Wolkenflimmerschleiern leise das Ende dieses ruhigen Altweibersommers an. Oder droht er nur, der Wind? Schaut er kurz mal vorbei, um den Nüssen, Eicheln, Bucheckern und Kastanien zu helfen, in ganzen Kaskaden von den Bäumen zu plumpsen und gezielt auf den Köpfen der Wochenendwanderer zu landen?

Man wird sehen.

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

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