04/12/2009 23:23:33 schuleschwenzen
Diese Suchfrage führte einen Sucher via Gooooogel direktemang in meinen Berufsblog. Wilde Familientragödien sehe ich nun vor Augen, Dramen, die einen „Schwenzer“ dazu zwangen, sich über das „Schwenzen“ nachts um 23.23 Uhr kundig machen zu müssen. Ich leide mit. Stumm. Ergriffen.
Und ansonsten leide ich gerade auch: Alle Jahre wieder fällt es vielen Leuten erst 5 vor 12 ein, dass Weihnachten schon mit einem Fuß auf der Türschwelle steht – und so steht auch mein Telefon bzw. die Mailkiste nicht stille. Vorgestern Abend zum Beispiel, ein Anruf:
„Gut, dass ich Sie antreffe, Frau B. Hätten Sie vielleicht zufällig noch ein paar Stündlein frei? Ich bräuchte dringend und hypereilig 20 klitzekleine spannende besinnliche und fröhliche Weihnachtsgeschichtchen (nicht länger als 1200 Anschläge, doch das kennen Sie ja bereits) und eine Handvoll netter Gedichte. Ginge das?“
„Öh. Ja. Alle Jahre wieder, ne?“
„Hahaha. Das sagen Sie jedes Jahr“, freut sich der Anrufer. Er scheint begeistert zu sein.
„Haha“, lache ich. „Bis wann?“
Er lacht wieder. Noch mehr Hahahaaas. „Bis gestern? Haha? Nein, im Ernst, es reicht bis Wochenende. Dieses. Haha!“
„Im Ernst? Aber klar. Nichts ist einfacher, als klitzekleine Texte mit Inhalt zu schreiben. Sind ja sooo klein! Und daher viel preisgünstiger als lange Texte, die sich, was keiner ahnt, oder doch?, viel schneller schreiben ließen.“
Autsch! Elisabeth, du fragst in einem Kommentar, ob man vom Schreiben leben könne. Ein gedehntes Ja dann, wenn man sich z.B. auf einen solchen Unsinn, 20 kleine Geschichten und eine Handvoll Gedichte innerhalb 2 Tagen zu schreiben, einlässt. Und so sitze ich und schreibe und denke und schreibe und kürze und schreibe und fluche und schreibe und freue mich und schreibe und suche Trost und schreibe und freue mich, wenn mir einer auf die Schulter klopft und „Du schaffst es“ sagt und schreibe und …
… und nix mit „Schwenzen“ am Wochenende.
Und wer klopft mir nun ermutigend auf die Schulter?

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