Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Juni 2009.

„Etwas ganz besonderes möchte ich sein“, sagte das kleine Röslein zu seinen Freunden ringsum, den Bienen, den Käfern, den Schmetterlingen und natürlich allen Rosenkollegen am Strauch.
Die aber lachten alle nur.
Das Röslein errötete, doch es glaubte an seinen Traum. „Ich werde es schaffen“, murmelte es. „Weil ich nämlich an mich glaube.“ Und während es an diesem milden, sonnigen Spätsommertag turbulent zuging, blinzelte das Röslein ein wenig verschämt auf den Weg, der draußen am Gartenzaun verlief.
Plötzlich griffen Kinderhände nach seiner Blüte.
„Die ist besonders schön rosa“, sagte ein kleiner Junge zu seiner Freundin. „Ich schenk sie dir.“ Und – eins, zwei, drei – zupfte er alle Blütenblätter vom Kopf der kleinen Rose und malte damit einen kleinen, rosafarbenen Stern in den Sand.
Da freute sich das Röslein, während sich seine Kollegen und Freunde im Rosenbusch wunderten. Träume können eben doch wahr werden. Ein bisschen. Manchmal…

Stimmt. Ein bisschen. Manchmal …

:)

„Du musst dir ein dickeres Fell zulegen“, sagte die etwas füllige Dame mit dem pinkfarbenen Hut im Kaffeehaus zu ihrer SchlagsahneButtercremeTortenOrgien-Begleiterin.

„Hach nein“, entsetzte sich letztere mit einem leicht hysterischen Tonfall. „Dick? Du weißt doch, wie schwer ich mich mit meiner Gurkenchilieierwasserbrötchenkohldiät tue.“

„Eben.“ Die Pinkhutige stippte mit ihrem Zeigefinger, der einer dicken Weißwurst ähnelte, in das Mokkassahne-Deko-Röschen der Torte und malte damit einen Schmollmundsmiley auf die Wange ihrer Freundin. „Nur die Stärkere gewinnt.“

„Oder die Dickleibigere“, maulte die Freundin und wischte sich mit dem Handrücken über den Smiley. Ihre Augen funkelten. „Verzeih, ich meinte natürlich: Die Dickfelligere … Amelia! Halt! Wohin gehst du? Du hast noch nicht mal deine Torte zu Ende gegessen und dein Kaffee ist auch noch … -  Hach ja … Ich mache immer alles falsch…“

Ihre Worte hallten ins Leere. Ihre Freundin, die Dame mit dem pinkfarbenen Hut und dem dicken Fell, war verschwunden. Das dicke Fell, das hatte sie mitgenommen.

Oder haben Sie es etwa in letzter Zeit gesehen? Wenn ja, ein Stückchen davon, ja, das würde ich mir gerne für eine Weile ausleihen. Besonders eben gerade …

Wofür?

Es gibt Tage – oder Wochen – an denen man sich diese Frage stellt.

Dafür vielleicht?

sonnenaufgang

Oder dafür?

Sonnenaufgang im Wald

Oder dafür vielleicht?

Eichhörnchenblick

Was frage ich überhaupt? Da gibt es nichts zu fragen, oder?

Guten Morgen, Blog!

Guten Morgen, Tag!

Not – gute Freunde – Altweibermühle

Was haben diese Begriffe gemeinsam?

Ganz einfach: Sie sind so beliebt, dass sie hier in meinem Blog Einträge verglichen zu Beiträgen, in denen diese Worte nicht vorkommen, die Statistik extrem nach oben treiben. Interessant, was so interessiert, brummgrummle ich voller Interesse so vor mich hin.

Aha!

Dies mal nur so zwischendurch, interessehalber ;)

HALT! NACHTRAG:

Ich habe die Merkel-Falte vergessen. Google schickt verzweifelte Merkel-Falten-Trägerinnen immer häufiger bei mir vorbei. Beliebteste Anfrage: „Was hilft gegen Angela-Merkel-Falten?“

Ja, was? *seufz*

Wenn ich das wüsste … Lächeln vielleicht?  Na ja, zur Altweibermühle passt’s ja, irgendwie …

„Hey du! Ich bin’s, dein Blog!“

„Ach, meldest du dich auch einmal wieder zu Wort?“, murmle ich. Irgendwie fühle ich mich noch nicht ganz wach. Oder träume ich?

„Wird ja auch Zeit, ne?“

„Und was willst du mitten in der Nacht, Blog?“

„Dich erinnern … und dich rügen.“

„Rügen? Warum das? Ich war doch brav und habe – fast – täglich meinen Senf hier hinterlassen.“

„Senf! Senf! Senf!“ Das Blog heult laut auf. „Genau das ist es. Süßsauer wie halb eingetrockneter Senf schwindelst du dich hier durch die Tage und …“

„Hey, ich schwindle hier nicht. Ist alles selbst erlebt, was ich hier schreibe. Irgendwie. Ich kleide vieles nur in nette neue Kleidchen und Mäntelchen. Macht sich doch gut, oder?“

„Gut! Gut! Guuuuut?“ Jetzt brüllt es mich fast an, das Blog. Es erinnert mich an einen kleinen Giftzwerg, der unmutig auf und abhüpft und mit den Armen rudert und schimpft und … Ich grinse. Die schrille Stimme des Blogs aber vertreibt das Grinsen rasch aus meinem Gesicht. „Du sein, wolltest du, als du mit Bloggen anfingst. Das erzählen, was du früher deiner Freundin erzählt hast (wo steckt die eigentlich?). Lachen wolltest du und traurig sein. Identisch eben, wie du so schön schreibst.“

„Ich bin ehrlich.“

„Wirklich?“

„…“

„Dann schreib’s auch gefällig, du Feigling. Hier musst du auf niemanden Rücksicht nehmen und ich, dein Blog, ertrage alles. Auch deine Tränen und auch dein Jubeln.“

„Für wen?“, frage ich, mutlos ein wenig.

„Für dich, du Knallerbse!“

„Die nimmst du zurück, die Knallerbse!“

Doch das Blog schweigt.

„… ??? …“

Basteltag

Beim Basteln kann man am besten nachdenken, planen, „nostalgieren“, meditieren, recherchieren, sich erinnern, sich freuen, Gedankenknoten entwirren (oder noch mehr verheddern), träumen, forschen, entdecken, fröhlich und auch traurig sein.

In letzter Zeit kam vieles zusammen und ich habe von all den genannten Bastel-Nebenbei-Tätigkeiten mir ein paar Schnippsel genommen und … damit gebastelt halt.

Neue Bilder entstehen auf diese Weise, nicht nur im Bildbearbeitungsprogramm, sondern viel mehr im Kopf, im Geist, in der Seele.

Ich glaube, ich bastle noch ein wenig weiter …

Zeiten

FederZeiten

Heute Nacht habe ich geträumt.
Jemand hat sich zu mir auf eine Bank im Park gesetzt und mir ihr grausames Schicksal erzählt.
Wirklich, das Schicksal hat nichts ausgelassen mit der hilflosen Unbekannten, die, Haltung wahrend, aufrecht neben mir auf der Bank saß und mir von ihren Nöten und dem Fall abwärts während der letzten Monate erzählte.
Ein brutaler, ein gemeiner Sturz ins Nichts, in die Not, in die Armut.
Man sah es ihr nicht an, der Unbekannten. Sie wahrte Contenance, während sie mir von Schulden und Pfändungen, von unbezahlten Rechnungen und drängelnden Gläubigern, von spottenden Mitmenschen und gemeiner Häme, die einem Mobbing der gemeinsten Art gleichkam, erzählte.
Sie tat mir leid, doch ich wagte nicht, in meine fast leere Tasche zu greifen und ihr ein paar Euronen, die ihr halfen, den Tag ohne Hunger zu überstehen, zu schenken. Nein, ich wollte ihren Stolz nicht brechen.
Schließlich stand sie auf, seufzte tief und murmelte etwas von „Ich werde weiter kämpfen“ und „der Staat wird mir helfen“. Ein Ruck ging durch ihren Körper, sie lächelte, wandte sich mir noch einmal zu und meinte. „Aber zuerst nehme ich mir eine kleine Auszeit. Ein Urlaub auf den Keymans wird mir und meinen angeschlagenen Nerven gut tun.“
Ich nickte ergriffen.
Was für eine Persönlichkeit. Was für ein Überlebenswille.
„Sehen wir uns wieder?“, fragte ich sie.
„Gewiss.“ Sie lächelte.
Ich wagte es, sie nach ihrem Namen zu fragen. Einfach, damit ich sie finden und mich nach ihrem Befinden erkundigen konnte.
„Ich?“, fragte sie und ihre Stimme klang leicht düpiert. „Ich dachte, Sie kennen mich. Ich bin … die Not leidende Bank.“
Sie erhob sich von der Bank, auf der wir bei schwüler Sommerhitze saßen, und ging grußlos mit weit ausholenden Schritten davon.
Ich rief ihr nicht „Viel Glück“ hinterher.
Wirklich, ich wollte es tun, aber die Worte wollten nicht meine Kehle verlassen.

Nun ist es erwiesen. Nun ist es heraus. Nun stelle ich mich der bitteren Wahrheit: Ich bin ein Junkie. Ein Computerjunkie. Ein Internetjunkie. Ein Blogjunkie. Ein Twitterjunkie. Peng!

Mit dieser bitteren Wahrheit sitze ich hier auf Entzug, Arme und Beine zittern, Schüttelfrost, ich fühle mich fiebrig und kribbelig und krabbelig und hibbelig und wütig und … ich erspare es Ihnen, ins Detail zu gehen mit all den Gefühlen und Befindlichkeiten, wenn man, pardon frau, wegen höherer Gewalt gezwungen ist, den Rechner auszulassen und ihn nur in geschlossenem Zustand begehrlich anstarren zu dürfen. NEIN. Auch anstarren ist verboten, denn sonst dauert sie noch länger, die Augenentzündung, die mich seit einigen Tagen wegen Überreizung und Entzündung der Augen zum Märtyrer – und zum Junkie auf Entzug -  macht.

„Nimm Augentrost“, sagt eine Bekannte mit einem Augenzwinkern.

Okay!

*seufz*

Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn Sie von mir hier – und unterwegs in Blogland – nichts lesen. Ja, und probieren Sie es mal aus, das Leben … ohne …

Ich empfehle: Augentrost ;)

„Ich war wo, wo genau weiß ich nicht, aber da waren die Leute so total nett und freundlich und hilfsbereit und witzig und gesprächig. Was habe ich gelacht und wie habe ich mich wohl gefühlt. Irgendwie fühlte ich mich so richtig leicht und in mir ruhend. So rund. Ich war ich. Da war nur Sein, kein Schein. Nur, wo war ich?“

„Du hast geträumt. Im Traum kann so eine unrealistische Verirrung schon mal passieren.“

„Ach so. Klar. Wo auch sonst?“

Ja, wo auch sonst?

Guten Morgen!

Schleichend, man denkt es sich kaum und es wird auch leider nur von einer Minderheit wahrgenommen, sind wir alle, die wir im Internet unterwegs sind, bald auf dem besten Weg, kriminalisiert zu werden. Wie oft gerade ich bei beruflicher Recherche auf Internetseiten st0ße, die ich sehr schnell mit einem faden Geschmack wieder verlasse, kann ich gar nicht zählen. Bald nun könnte es mir passieren, dass ich bei meinen Suchen und unfreiwilligen Zufallsbesuchen auf solchen Seiten registriert werde auf Listen, die keiner öffentlich einsehen kann. Listen gefährdeter Seiten oder wie man das nun freundlich oder weniger freundlich auch nennen mag – und damit meine ich nicht die Seiten der Kinderpornografie, unter deren Deckmäntelchen  jenes das Grundgesetz brechende, heute noch im Bundestag voraussichtlich von unseren netten Politikern ausgearbeitete Gesetz zum Thema  „Internetsperren“ verabschiedet wird.

Zitat: Thomas Knüwer aus seinem gestrigen Beitrag „Dammbruch im Internet“, Handelsblatt:

„Für jene, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben, ist es schwer zu glauben: Morgen wird der Bundestag mit den Stimmen von CDU und SPD ein Gesetz verabschieden, das die Gewaltenteilung zwischen Judikative, Exekutive und Legislative aufhebt. Jene Gewaltenteilung, die in Art. 20 des Grundgesetzes festgeschrieben ist.

Im scheinbaren Kampf gegen Kinderpornografie werden künftig die Ermittler der Landeskriminalämter entscheiden, was ungesetzlich ist und was nicht – ganz ohne Richterspruch. Sie werden eine Liste von Internetseiten erstellen, die gesperrt werden. Diese Liste wird nicht öffentlich zugänglich sein, die Betreiber der betroffenen Seiten werden nicht informiert. Wer diese Seiten besucht, gleichgültig ob absichtlich oder zufällig, dessen Daten werden protokolliert – ohne sein Wissen…“

http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/dammbruch-im-internet;2365208

Meine Gefühle, meine Sorgen, Ängste, mein Ärger und meine Wut finden Sie hervorragend wiedergegeben von Anke Gröner in ihrem Blogeintrag „Der letzte Tag“ http://www.ankegroener.de/?p=4678

Lesen Sie ihn, und dann ahnen Sie vielleicht, wie ich mich fühle.

Ach ja, seit 1999 habe ich Internetzugang und bin noch NIE auf eine Seite mit Kinderpornografie gestoßen, auch nicht bei Extremrecherchetouren. Dies nur so am Rande, ohne das Thema per se verharmlosen zu wollen. Aber darum geht es bei diesem Gesetz, schätze ich, eh nur peripher.

Schönen Tag noch!

Nicht sich vermeiden lassende Zufallsbegegnung mit der besten Freundin:

(Sie, betont fröhlich) „Nett, dich mal wieder zu sehen. Was treibst du denn so? Ach, übrigens, wir könnten doch mal wieder, so wie früher durch die Kneipen ziehen. Hast du Lust? Wir wäre es mit morgen Abend?“

„Klar. Würde mir Spaß machen.“

(Sie, misstrauisch): „Ja, sag, geht’s euch denn wieder besser? Haben die Versicherungen endlich wegen eures Unfalls und des Verdienstausfalls danach bezahlt?“

„Nö. Wir kämpfen noch und …“

„… ach, weißt du was: warten wir mit unserem Zug durch die Kneipen, bis Ihr wieder in diesen Dingen klarer seht. Melde dich einfach, ja?“

„Halt! Aber wir könnten doch auch jetzt in die Kneipen …  denn  …“

„Du, was ich dir noch sagen wollte. Nimm’s als guten Rat einer guten Freundin: Du solltest in deinem Vokabular nicht so oft das Wort ‘kämpfen’ benutzen. Das macht sich irgendwie nicht so gut. Denk mal drüber nach. Also dann, bis irgendwann … Tschö.“

„Hä? … – … Na denn. Adieu!“

-Absatz-

Sucht jemand eine gute Freundin? Ich hätte aus aktuellem Anlass wieder Kapazitäten frei …

Nicht sensationell und auch nicht unbedingt unterhaltend, dennoch muss ich es einfach hier für mich kurz festhalten: Heute habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal den Tag nur draußen verbracht. Mit dem Bären, Notizblock und Stift war ich einige Stunden im Wald und habe viele Seiten mit vielen Ideen, Eindrücken, Inspirationen und Texten vollgeschmiert gefüllt. Es floss einfach so. Flow der anderen Art. Den Rest des Tages verbrachte ich verblendet und sonnendurchblendet mit „Verblendung“ von Stieg Larsson in einem Schattenplätzchen im Garten. Wow, was für ein Roman (Stieg Larsson) und wow, was für ein Tag (Elana;)).

Nicht vergessen, wenn’s mal wieder „grau“ kommt …

Gummibärchenlächeln

Guten Morgen, Tag!

Hallo, Blog!

Einen wundervollen Tag allen Bloggästen!

Frohes faltenfreies Lächeln, Elana.

Es gibt Tage – und irgendwie häufen sie sich immer mehr, diese Tage -, an denen ich in den Spiegel schaue und erschrecke.

„Wäh! Ich sehe ja aus wie Angela Merkel!“

Himmel! Was tun? 1001 Gedanken schießen mir dann durch den Kopf, während ich hektisch an den feinen, kleinen (und manchmal tiefen und grämigen) Mundwinkelfalten rubbele und es mit einem maskenhaften Lächeln versuche und … Wie gesagt, es sind 1001 Versuche und Gedanken und … und ich frage mich, wie vielen Frauen es mit diesem Phänomen der „Angela-Merkel-Falte“ (ja, in der Kosmetikindustrie ist dies schon ein gängiger Fachbegriff, las ich neulich) ähnlich ergeht.

Lächeln, Elana! Mach das Beste daraus, während du lächelst. Schreibe Glossen zum Thema oder noch besser – ein Buch für alle Angela-Merkel-Falten-Trägerinnen. Glauben Sie mir, es sind nicht wenige.

Und warum oute ich mich hier überhaupt? Ganz einfach. Das Thema brennt. Es ist topaktuell. Ich sehe es an Feedbacks zu einigen meiner zum Zwecke des Geldverdienens mühsam erkritzelten geliebten Zeitungsglossen UND, ja, liebe Gäste dieses Blogs, ich sehe es ganz besonders  der Beliebtheit des Eintrags neulich mit der Überschrift „Altweibermühle“ (Blogstatistik!).

Ertappt!!!

Noch Fragen? ;)

Ich bin ver-rückt.
Stehe neben mir zu einem Teil.
Wie ein Möbelstück ver-rückt eben.
Winke dem Teil, der normalerweise einigermaßen gescheit denken kann, lasch zu.
Gähne.
Höre dem gescheiten Teil zu bzw. tue so, als hörte ich zu und nicke wissend …
Er durchschaut mich, sieht mich tadelnd an.
Ich nicke wieder und … denke … an … nichts.
Muss man sich auch ab und an leisten können.
Nichts denken.
Wie gesagt.
Heute bin ich ver-rückt.
Stehe neben mir.
Der gescheite Teil will’s nicht begreifen.
Er verzieht düpiert das Gesicht.
Wie kann man nur so blöde sein?

Und was will die Autorin damit nun wirklich sagen? Sie ist FAUL heute und hängt faul auf der Dachterrasse, liest einen Krimi (von Fred Vargas, sehr empfehlenswert, diese Autorin) und winkt ab und an einem Vogel oder einem Drachenflieger oder einem Paraglider (oh, schreibt man das so? bin zu faul nachzuprüfen) zu.

Mal ehrlich, was wäre das Leben ohne solche – Faulpausentage?

Wir Südlichter feiern Feiertag, weil’s halt mal so im Kalender steht und weil’s zum langen Wochenende einlädt (oder weshalb sonst noch? ;) ) – und die Nordlichter dürfen arbeiten. Aber, sie rächen sich. Auf pfiffig subtile Weise. Mit Geschäftsanrufen zum Beispiel. Nie bekomme ich am Tag so viele Anrufe aus den arbeitenden Bundesländern wie an solchen „gespaltenen“ Feiertagen. So auch heute. Einer war besonders nett … und ich fühle mich gerade wie ein altes Reff ein wenig eigentümlich. In Gedanken rekapituliere ich das soeben geführte Gespräch:

„Hallo?“

„Ja, hallo!“

„Spreche ich mit Frau B.?“

„Sie sprechen…“

„Na prima. Frau B., ich möchte gleich zur Sache, äh, zum Grund meiner Anfrage kommen.“

„Gerne.“

„Nun ja, äh, die Frage, äh, sie ist etwas, wie soll ich sagen, nun äh … delikat.“

„Oh, fein. Ich liebe Delikatessen.“

„Hä? Ich meine, wie bitte? (lacht) Hahahaha! Nein, ich meinte es anders. Kurzum: Die Altersangabe in Ihrer Vita, ist sie noch aktuell?“

„Hä? Ich verstehe nicht ganz, was Sie meinen.“

„Nun ja (räuspert sich), für das Projekt, das uns vorschwebt, erscheint uns Ihr Alter etwas zu … hoch gegriffen, um es einmal vorsichtig auszudrücken.“

„Hoch gegriffen?“

„Äh, nun ja, wir meinen, die Zielgruppe verlangt nach einer etwas jüngeren Autorin und daher die Frage, ob Sie mit Ihrem Alter ein Problem haben? Eigentlich nämlich schreiben Sie viel jünger.“

(kringel) „Ein Problem? Nun ja, wer wird schon gerne älter.“

„Genau.“ (Aufatmen am anderen Ende der Leitung). „Und deshalb sind wir der Meinung, es würde Ihrer Vita – und das uns vorschwebende Projekt – gut tun, wenn Sie sich ein paar Jährchen jünger machten. So 2 oder 3 oder besser 5 oder 6 Jahre. Ließe sich das machen?“

„Nun, lassen Sie mich nachdenken. Da gäbe es doch jene Altweibermühle in Tripsdrill. Meinen Sie, ich sollte mich dorthin begeben und …“

„Hahaha. Wie in Ihren Texten. Immer zu einem Scherz bereit. Also, die Sache ist gebongt. Sobald wir die geänderte Vita vorliegen haben, schicken wir Ihnen den Vertrag zu. Hahaha. Sie gefallen mir.“

„Sie mich, pardon, mir … auch …“

Gehe nicht über Los! Begib dich zum Spiegel und …

Heute ist einer dieser Tage, den man am liebsten gleich vergessen würde. Nichts, aber auch gar nichts geht. Nein, man fühlt sich nicht krank und man ist es auch nicht. Man ist nur eines: schrecklich unmotiviert, träge, dröge, unkonzentriert, müde, tranig, unlustig, wütend auf sich selbst … Das ganze Programm also – und nichts geht.

Was tun, mal abgesehen davon, dass man zunächst einmal mit seinen Unlustlaunen lieben und doofen weniger netten Menschen auf die Nerven geht? Sofern man es sich zeitlich nicht erlauben kann, den Tag mit Dauergammeln und im Wald auf einem Baumstamm sitzen und träumen (die nette Alternative) zu verbringen, schaltet man um. Man schaltet auf schwarz. Tiefschwarz. Zumindest auf dem Bildschirm … und klinkt damit alle tollen und dusseligen weniger tollen Ablenkungen, die die Arbeit noch mehr lähmen, einfach aus. Es gibt sie nämlich wieder, jene Programme aus den Anfängen der Textverarbeitung, die nichts bieten als einen schwarzen Bildschirm, den man mit grünen oder weißen oder orangefarbenen oder wie auch immer Buchstaben füllt.

Ich wähle heute grün. Ein schwarzer Tag mit grünen Einsprengseln. Man darf gespannt sein, ob ich mein Schreibpensum für heute doch noch schaffe. Und wenn ja, was darf ich mir dann als Belohnung „schenken“? Darüber muss ich jetzt aber erst noch nachdenken, bevor ich wieder auf schwarz schalte.

HALT! STOP! JETZT WIRD GEARBEITET!

Ist ja schon gut.

Psst: Fällt Ihnen eine Belohnung ein? Könnte ja sein, dass ich für heute meinen inneren Faul-Schweinshund doch noch abwatschen kann. Eine Abwatsche in schwarz. Jawohl!

Schreibprogramm

Schwarze Aussichten

Sonst nicht auf den Mund gefallen sitze ich oft wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange und starre erstarrt – und HÖCHST ERFREUT – auf die netten Kommentare meiner Blogbesucher.

Erfreut, weil mich die Besuche riesig freuen (was das Wörtlein „erfreut“ bereits froh verkündet) und erstarrt, weil mir die Worte fehlen, auf Kommentare im eigenen Blog zu antworten. Meistens zumindest.

Warum das so ist? Ganz einfach. Es fühlt sich rund an, was meine Gäste schreiben. Ein nettes „Blabla“ oder „Schön, dass du mich besuchen kommst“ oder „Dein Eintrag trifft den Nagel auf das Ei“ oder … ach, Sie wissen schon, was ich meine …, würde das Harmonische im Blogbild – irgendwie – banalisieren. Daher schweige ich lieber – heikle oder ernste Themen ausgenommen – und genieße und freue mich und nutze die Zeit, die ich hier mit Kommentarbedanken vertue, zu Gegenbesuchen – und Kommentaren *g* – in den Blogs meiner Gäste.

Ob ich das nun richtig ‘rübergebracht habe? Man, pardon, frau will ja nicht unhöflich sein.

Hach ja. Tiefer Seufzer … und ein liebes Grinsen ;)

Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen. Und der Schlamper, eine besondere Gattung Mensch, ein noch unerklärlicheres. Klar, diese Einleitung beinhaltet schon das Outing, und JA, ich gehöre zur Gattung der Schlamper. Und ehrlich, ich lebe hervorragend gut damit und ich leide an und unter der Ordnung (Ordnungsspinnerfanatiker inbegriffen).

Was ich nur kurz schwafeln anmerken möchte: Meinen Text, den ich gestern verzweifelt seit den frühen Morgenstunden bis kurz vor Abgabefrist suchte, habe ich nicht gefunden. Aber bekanntlich mobilisiert nackte Verzweiflung zu Höchstleistungen. Was in diesem ärgerlichen lächerlichen Falle meiner Textsuche nichts anderes besagt, als dass ich meinen abzugebenden Artikel (na ja, es war eher eine Glosse und daher genau so wenig ernst zu nehmen wie vieles, was ich so vor mich hintippsle) auf die Schnelle nochmal in die Tasten haute und nahezu in letzter Sekunde abgab. Und wie Sie schon richtig vermuten: Dieser Paniktext ist wesentlich besser, witziger, inhaltsreicher als das verlorene Original. Die Genialität des kreativen Chaos’.

Übrigens: Letzteres, das Original, fand ich gerade eben. Fein säuberlich ausgedruckt auf dem Schreibtisch und ebenso fein akkurat in einem eigenen „Ordnung“-s-ordner auf der externen Festplatte gespeichert per Zufall wieder. Welche Idiotie: Im Wahn, endlich ordentlicher zu sein, verbreite ich ein Chaos um mich herum und stelle dabei die Logik auf den Kopf. Weder brauchte ich besagten Text auf der Externplatte noch ausgedruckt auf dem Schreibtisch.

Nachtrag: So blödsinnig wirr rotiere ich immer, wenn ich mich zuvor einem guten Vorsatz folgend „ordentlich“ verhalte. Ich glaube, das kommentiere ich nun nicht weiter, denn die Zeit drängt schon wieder und ich suche eine Recherchedatei zum Thema … Nein, das wollen Sie sicher nun nicht wirklich wissen, oder?

Der Bär, pardon, Madame La Jolie selbstredend

Der Bär, pardon, Madame La Jolie

Morgenbitte vom Bären:

„Du“, sagte der Bär vorhin zu mir, „sag denen da in diesem komischen Internet mal allen, dass ich es ganz toll finde, wie sie mich verteidigen und dass sie deinen Eintrag von gestern genauso doof finden wie ich. Sagst du ihnen das? Gleich? Und sie sollen dir auch sagen, dass ein Bär einen berechtigten Anspruch auf einen Schlafplatz im Bett hat.“

„Wird erledigt, Joliebärchen. Noch ein Wunsch?“

„Immer. Könnten wir nochmal zur Waldwiese gehen? Habe gerade erschnüffelt, dass meine Freunde Snoopie und Frodo auf dem Weg dorthin sind. Wirklich, gerade eben sind sie am Haus vorbei gegangen. Los, lass uns spielen gehen!“

Umpffffffff …

Morgenbitte von Elana:

Lieber Bär, gleich.

Liebes Lap: Bittebittebitte zeig mir endlich, wohin ich DEN Text neulich vergraben habe, den ich heute noch dringend brauche und an die Redaktion schicken muss. Ich suche schon seit halb sieben Uhr und finde ihn nicht. Bitte, liebes Spotlight, versuch’s nochmal mit der Suche. *heul*

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

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