Kein Paris. Der Patriarch Mann, der mein Vater war, ist verstorben … und ich kann nicht trauern.
Fühle mich leer, müde, ausgelaugt, fiebrig wie grippekrank – und gleichzeitig leicht und frei wie nie. Die Gedanken rasen. Sie kommen nicht zum Halt. Suche krampfhaft nach netten Erinnerungen und finde … keine. Das ist das einzige, was mich unendlich traurig macht.
Bin ich, das anerkannte, vor Jahren “verstoßene” Familiensensibelchen, ein kaltes, gefühlloses Monster? Oder will kann ich unbewusst nicht verzeihen?
Elana, ein Fall für die Telefonseelsorge? Schaun mer mal!
Sorry, doch ich fühle mich wirklich scheiße mir fremd wie nie – und jetzt schweige ich besser.

14 comments
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7. Juli 2009 um 4:35 pm
Tasha
du glaubst nicht, wie ich das verstehen kann!
seit jahren denke ich darüber nach, was ich wohl fühlen werde, wenn meine eltern das zeitliche segnen! ich könnte schwören dass es mir nicht anders ergehen wird als dir!
vielleicht noch gepaart mit wut. wut darüber, nie die gelegenheit bekommen zu haben ihnen einmal noch die meinung gesagt zu haben, ihnen nicht den spiegel vorgehalten zu haben, ihnen nicht meine wut ins gesicht geschrien zu haben…. denn dann ist die chance vertan und ich glaube nicht, dass es vorher nochmal was wird….
7. Juli 2009 um 10:20 pm
wildgans
den alten eltern die alten sachen noch mal an den kopf zu werfen, bringt es nicht. sie sind jetzt andere.
was es bringt: einen brief schreiben mit den übelsten vorwürfen, voller zorn, verachtung, all dem-
diesen brief vergraben, verbrennen, ins klo spülen oder sonstwie zerstören- DAS hilft allen. das setzt LIEBE frei.
rache verstrickt nur noch mehr. man möchte frei sein.
ich habe das gemacht- und bei den noch lebenden eltern ein riesenaufatmen, eine warme freude, ein glück erlebt, das die zeiten verschönt, die wir noch miteinander haben.
ein guter therapeut empfahl mir das.
es hat selbst meine träume entspannt!
gruß von sonia
7. Juli 2009 um 10:26 pm
Tasha
wieviele briefe dieser art muss man denn schreiben dass es hilft?
mir hats nämlich nicht geholfen! nicht beim ersten, nicht beim zehnten und allen folgenden auch nicht.
sicher möchte man frei sein aber ich gehöre zu den menschen die dinge nicht unter den teppich kehren können. ich muss das immer an der richtigen stelle loswerden, sonst hilft es nicht. danach gehts, danach bin ich auch bereit zu normalen gesprächen, danach kann man neu anfangen aber ohne gehts eben nicht.
8. Juli 2009 um 7:23 am
Donna
Der Mann, der mein Vater war… – schreibst du. Das zeigt für mich die Distanz, die zwischen euch war/ist.
Vielleicht hast du ein Leben lang einen richtigen Vater vermisst – und das ist die Wunde, die nie verheilen konnte.
Ich will hier keine Ferndiagnosen stellen und dir keine guten RatSCHLÄGE geben, möchte dir einfach nur sagen, dass ich deine Situation gut verstehen kann und mit dir fühle.
Pass gut auf dich auf! LG – Donna
8. Juli 2009 um 8:20 am
Genau so kommts immer! « AOK – Alles ohne Kontrolle
[...] dieses Familiendings schrieb ich kürzlich hier. Die Wut wird nicht weniger und nun lass ich bei Elena genau das, was schlussendlich irgendwann passiert. Ein Teil stirbt und die Chance, dass jemals [...]
8. Juli 2009 um 8:45 am
Wortman
Aus welchem Grunde man dich auch “verstoßen” hatte, die Verzeihung hätte von dem Mann, der dein Vater ist, kommen sollen.
In dem Sinne kann ich deine Reaktion verstehen. Ich glaube, da brauchst du dir auch keinen Kopf drum machen – die Aussprache fällt nun flach, also mach das beste draus. Versuche dich an die guten Seiten zu erinnern, wenn es sie gab und ansonsten nimm den Tod zur Kenntnis und lass es gut sein.
Mag sein, irgendwer bezeichnet es als “gefühlskalt” oder von mir aus als “Monster”, aber ich wette, der es sagt, hat ein gutes Elternhaus gehabt…
8. Juli 2009 um 11:12 am
Karin
Bei mir hat es vor einigen Jahren geheissen “die Frau die meine Mutter war ist gestorben”. Kein Brief, Kein Ritual konnte bis jetzt meine Empörung und Wut darüber bändigen, dass sie mir jegliche Klärung unseres Verhältnisses versagt hat. Noch heute schlage ich mich mit diesen Altlasten herum.
Wünsche das du schneller einen Weg für dich findest.
Alles Liebe Karin
8. Juli 2009 um 2:01 pm
april
Du bist weder ein Monster noch gefühlskalt. Es gibt eben Familienkonstellationen, da kann man nicht die angemessene Trauer aufbringen, wenn man stirbt. Mit dem Brief , das könntest du mal versuchen (schaden kann es ja nichts). Ich persönlich habe uach ein Problem, wenn etwas totgeschwiegen wird und man nicht drüber redet. Da bleibt immer ein Rest zurück. Vielleicht aber kannst du das, was nun in dir ist, irgendwie auflösen, drüber sprechen, schreiben … nur nicht runterschlucken. Alles LIebe, Ingrid.
9. Juli 2009 um 8:37 am
illusionengestruepp
Wer sagt denn, dass wir trauern müssen, weil jemand gestorben ist?
9. Juli 2009 um 9:28 am
Wortman
Keiner sagt das – aber wenn es einen geliebten Menschen/geliebtes Tier trifft, kommt dieses Gefühl von alleine.
9. Juli 2009 um 7:54 pm
Karin
Leider verursachen die ausbleibenden Trauergefühle beim Tod eines ungeliebten Menschen, der laut unserem verquerem Familienbild erwarten durfte geliebt zu werden (du sollst Vater und Mutter ehren…. Blabla), uns Schuldgefühle. Obowhl da kein Anlass zu besteht.
Alles Liebe Karin
12. Juli 2009 um 6:49 am
Donna
Liebe Elana, wo immer du bist, ich schicke dir da herzliche Grüße hin!
Donna
12. Juli 2009 um 4:15 pm
Frau Landgefluester
Liebe Elena,
es tut mir sehr leid, dass Du Dich so schlecht fühlst.
Alles Liebe für Dich,
Eva
3. August 2009 um 4:51 pm
elana
An alle lieben Besucher und Kommentierer und Mailschreiber!
Ich dank euch. Ich dank euch sehr. Und entschuldigt die Verspätung. Es fällt so schwer, darüber nachzudenken, geschweige denn darüber zu sprechen. Später mal. In 1 oder 2 oder 3 oder 4 Jahren … oder so.
Danke Euch
Elana