Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den August 2009.

Von Leichen geprägt war dieser Sommer. Ich kann sie nicht zählen, die Leichen, die mir in den letzten Monaten begegneten, und beschreiben möchte ich sie rückblickend nun auch nicht. Einige ganz grausige waren darunter, einige weniger spektakuläre, aber alle, ausnahmslos alle starben eines nicht natürlichen Todes. Elana, die Leichenfledderin, gesteht: Dieser Sommer war – mit kleinen Unterbrechungen und Fremdgängen – dem exzessiven Krimi-und Thrillerlesen gewidmet. Welch grausiges Tun. Gut hat’s getan. Spaß hat’s gemacht. Abgelenkt hat’s. Und gut so. Es werden auch wieder andere Zeiten und Phasen kommen.

Meine Favoriten bislang: Natürlich alle Bücher von Fred Vargas (ihr Erstling ausgenommen), die Stieg-Larsson-Triologie (und seither würde ich zu gerne mal einen Hacker kennen lernen und von ihm lernen ;) ) und immer wieder Patricia Highsmith. Eine der großen Enttäuschungen, weil m.E. zu unrealistisch und platt: Das hoch gepriesene ‘Illuminati’, sowohl Buch und noch mehr der Film. Sorry an alle Fans. Ich jedenfalls fühlte mich als Leser irgendwie nicht ernst genommen.

Doch nun entschuldigen Sie bitte. Es warten heute noch ein Fall zur Lösung und, klar, ein paar Leichen.

Habe die Ehre

;)

Die letzten Tage mit Wind aus Nord haben Kopfschmerzen und Kreislaufproblemchen gebracht. Schnee von gestern, ein Glück, denn der Wind hat auf Südwest gedreht und nun ist auch sie wieder da, die Spätsommersonne, und alles ist wieder gut. Schnell schnell und lustvoll , raus, Sonnenstrahlen und Wärme einfangen, genießen, freuen, Seele baumeln lassen.

Zwischen Zeit und Raum.
Sitze sinnend,
Fäden spinnend,
die sich binden,
die sich trennen,
sich verknoten,
sich erkennen.
Trödle lustvoll
vor mich hin.
Sommerzeit.
Im Licht. Ich bin
umgarnt, betört
von der Natur.
Verzauberung.
Die andre Welt.
Lust am Leben pur.

Das ist, wohlbemerkt, kein Gedicht.
Es schrieb sich einfach so … und so mag es in den Ohren eines Lyrikers auch klingen.

Und so sitze ich hier, notiere Gedankenfetzen, bummle druch den wilden Garten, lese, döse, träume Sommer, trödle.  Ein schöner Tag.

„Was würdest du tun, wenn du heute Morgen die Uhr um zehn oder zwanzig Jahre  zurückdrehen und noch einmal von vorne anfangen könntest?“

„Hm … hm … Offen gesagt, ich würde mich nochmal hinlegen und so richtig ausschlafen und dann, ja, dann würde ich über eine Antwort zu deiner Frage nachdenken.“

„Wer nicht mehr träumen kann, lebt nicht mehr.“ Ich weiß nicht, wer dies gesagt hat. Mag sein, dass ich es aus einem Buch aufgeschnappt habe oder dass es ein bekanntes Zitat irgendeines bekannten Menschen ist oder ob es schlicht auf meinen Mist gewachsen ist. Sei’s drum. Ich stelle nur fest, dass es zutrifft. Ohne Träume fühlt man sich wie tot – ohne es zu bemerken, und das ist das Schlimmste dabei.

Ich fange gerade wieder an zu träumen (und nicht nur von einem Tag auf den anderen zu denken wie in den letzten hammerharten Monsterjahren) – und das fühlt sich verdammt gut an. Und es macht irgendwie auch müde, aber es ist ein schönes Müdesein. Ein gemütliches…

Und so sitze ich hier und schaue in den Himmel. Die Schwalben haben sich heute zu einer lauten, aufgeregten Himmelsparty getroffen. Es sind viele. Ich kann sie nicht zählen. Tanzend und laut meckernd jagen sie über mir hinweg zum Waldrand hinüber und wieder zurück. Hin und her geht es. Auf und ab.  Einige scheinen zu spielen, andere toben aus reiner Lebenslust, wieder andere scheinen sich Befehle oder Infos zuzutschilpen, ein paar ganz Eifrige versuchen, Boss zu spielen und den Trupp zur Ordnung zur rufen wie Lehrer ihre Schüler beim Schulausflug. Doch es will nicht so recht funktionieren, das mit der Ordnung. Es sind offenbar zu viele Träumer unter ihnen.

Das Himmelsspiel, das sie mir gerade bieten, ist ein Abschiedsspiel. Ein paar Minuten noch, vielleicht auch länger, und sie werden fort sein auf dem Weg südwärts. Ich winke ihnen zu und reise in Gedanken ein Stückchen mit ihnen. Tschüß und bis nächstes Jahr!

Das musste gerade mal sein.

Einen wunderschönen Tag wünsch ich dir, du Tag!

Juchhuuu

Juchhuuu

„Hey, du! Schläfst du?“

„Nein, meine Gute! Ich träume mich durch den Tag. Aber sag, was ist dein Begehr?“

„Stell dir vor, ich habe einen Menschen gesehen. Er hat gelacht.“

„Gut, dass du es erwähnst: Das Gleiche ist mir heute auch passiert. Gelacht und gejuchzt hat es, das Menschenkind.“

„Gleich zwei lachende Menschenwesen an einem Tag? Ein Wunder?“

„Oder ein Traum?“

„Träume, heißt es, sollen manchmal wahr werden …“

„Na denn ..

Erwischt habe ich mich gerade beim Schreiben. Es ist ein älterer Text, den ich gerade überarbeite und da, da, da steht es, eines meiner Unwörter des Jahrzehnts.

ENTSCHLOSSEN

Wie eine heimtückische Salmonelle schleicht es sich überall immer und immer wieder in Texte ein, seien es Berichte, Kurzgeschichten, Romane … Texte halt.

„Entschlossen reckte sie ihr Kinn und ging …“ – „Entschlossen griff er zum Colt …“ – „Er warf die angebrochene Cognacflasche entschlossen in …“ – „Er sagte das mit entschlossener Miene…“ Und so weiter und so fort.

Entschlossen hatte ich, weil genervt, beschlossen, dieses Wort zu ignorieren, egal, wo es mir auch begegnet. Warum?  Weil ich seinen Daseinszweck nicht begreife. Doch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, was ich hiermit entschlossen verkünde.

Irgendwie fühlt sich fast jeder, dem ich in den letzten Tagen begegnete, irgendwie wehmütig. Eine Wehmut gepaart mit Trauer, Unlust, schlechter Laune und lautem Schimpfen aufs Wetter…
Ein bisschen wehmütig fühlte ich mich plötzlich auch, dann nämlich, als ich sie gestern beim Hundewaldlauf auf der Waldwiese entdeckte.
Wen?
Na, die Herbstzeitlosen.

Herbstzeitlosen

Tja, und nun mache ich mich auf Begriffssuche: Warum heißt die Herbstzeitlose Herbstzeitlose?
Weil der Herbst … zeitlos … ist?
Oder weil uns das „Los“ des Abschieds vom Sommer bevorsteht?
Oder weil wir die Freude los und die Wehmut am Hals haben? Ach nein, letztere sollte kein Platz mehr in unserem Vokabular haben…
Und bevor ich nun noch mehr Halbweisheiten von mir gebe, schau ich mal nach, warum die Herbstzeitlose zeitlos ist oder wie auch immer.

Wie schreibt man dies:

So? „… zum Barfußlaufen …“

Oder so? „… zum barfuß Laufen …“

Oder so? „… zum barfuß laufen …“

Oder wie oder was?

Wer kann mir helfen? Die Traumfee ist nämlich gerade nicht da.

„Was wünschst du dir für heute?“, fragt mich gerade die Traumfee.

„Och“, antworte ich und grüble. „Da gäbe es vieles, doch wenn ich länger über dieses ‘Vieles’ nachdenke, bleibt wenig, was ich mir aktuell für heute wünsche.“

„Du bist also wunschlos glücklich?“ Die Traumfee staunt.

„Na ja, ich wünsche mir schon, dass ich meine Gratwanderung weiterhin ohne größere Schwindelanfälle werde bewältigen können. Wenn du also dafür sorgen könntest, dass für heute keine ‘bösen’ Anrufe, Mails, Briefe oder Besuche(r) kommen, wäre das wundervoll“, sage ich nach einigem Zögern.

„Du bist bescheiden geworden.“

„Gell?“ Ich strahle sie an. Doch dann fällt mir doch noch ein Wunsch ein. Ein Wunsch, den die gnädige Frau Traumfee mir trotz öfterer Bitten nie zu erfüllen vermochte. Zögernd sage ich es ihr dann doch. „Den alten Wunsch, den hast du nicht vergessen, oder?“

Nun ist es die Traumfee, die seufzt. „Ich arbeite daran“, murmelt sie.

„Dann sind wir schon zu zweit“, murmle ich und wünsche mir zum 1001sten Mal einen supernetten tollen Mitstreiter, der meine Texte und Arbeiten konstruktiv kritisiert, lektoriert und nach den Meisterregeln der neuen deutschen Rechtschreibung korrigiert.

Einer der Wünsche, die wohl unerfüllbar bleiben.

Hach ja …

„Schönen Tag dir, Traumfee“, sage ich noch und beuge mich seufzend wieder über meine Arbeit.

Sie antwortet nicht mehr. Wahrscheinlich schwebt sie schon durch die Lüfte auf der Suche nach jemandem, der …

Viel Glück, Traumfee! Viel Glück, Elana!

Vorhin im Computerladen. Gespräch zwischen Computerhändler und Gatten.

Händler: „Also, ich weiß nicht, ob ich dieses Macbook reparieren kann. Ich mach ja auch nur in PCs.“

Gatte: „Und wenn sie es mal probieren? Was würde das kosten?“

Händler: „60 Euro die Stunde Arbeitszeit. Und dann noch die Ersatzteile. Da kommt schon ‘was zusammen.“

Gatte: „Hm. Wir denken drüber nach …“

Händler: „Etwas anderes. Die Tochter von meiner Freundin ihrer Tante, die hätt so gern Klavierunterricht. Sie können d0ch so was, oder?“

Gatte: „Jo. Habe ich vor langer Zeit mal gemacht. Derzeit aber nicht mehr.“

Händler: „Ei, würden Sie bei der Tochter etc. s.o. eine Ausnahme machen und ihr einmal pro Woche eine Stunde Unterricht geben? Was würde das denn kosten?“

Gatte, an den Kostenvoranschlag des Händlers denkend: „60 Euro die Stunde.“

Händler: „Waaaaaaas? Sind Sie denn verrückt? Höchstens 15 Euro würde ich zahlen.“

Gatte: „Super. Das is’n Deal. – Wie lange, wenn ich fragen darf, haben Sie Ihren Beruf erlernt, damals?“

Händler: „Gar net. Das mit den Computern hab ich mir selber beigebracht.“

Gatte: „Aha. Ich wusste doch immer, dass das lange Studieren nichts einbringt.“

Händler, nichts begreifend: „Ja, und, machen Sie das mit der Klavierstunde?“

Gatte: „Klar. Aber nur, wenn ich Ihnen die 15 Euro pro Stunde bezahlen darf, okay?“

Grmpfffffff …

Und nun wissen Sie, wie es dereinst zu dem Begriff „Brotlose Kunst“ gekommen sein muss.

Stimmt. Oft. Fast immer und in fast jeder Beziehung. Aber auch bei Bloggen? Ist weniger mehr? Ich stelle fest, dass ich mich beim Bloggen besser fühlte, wenn ich von diesem Grundsatz abwiche. Was spräche dagegen, öfter einmal, und sei es nur ein Gedankenfetzchen oder ein minikleines Erlebnis oder eine Erfahrung, die es wert ist festgehalten zu werden, der Federwelt hier zu hinterlassen? Ja, was spricht dagegen? Nichts. Zwar bedeutet Quantität nicht immer Qualität, doch aus vielem Kleinen lässt sich zuweilen qualitativ doch auch wieder etwas Größeres herausfiltern.

Klingt das wirr? Bin ich wirr? Nö. Der Wunsch, Worte und Gedanken zu sprudeln und selbige nicht immer nur zu denken bzw. auch in mich einzufressen, wird nur immer größer. Warum erfülle ich ihn mir dann nicht, diesen Wunsch? Ach, warum frage ich überhaupt?

Was ich eigentlich gerade fühlte und wortsprudeln wollte: Heute ist der 5. Tag, an dem ich ohne ExistenzAngstherzrasen aufgewacht bin und das fühlt sich besser an als die Erfüllung aller „Hätt-ich-gern“-Wünsche auf einmal. Ja, das musste hier und jetzt einfach mal herausgerufen werden.

„Wenn es kommt, das Negative, dann kommt es ganz dicke und in einer solchen Vielfalt, dass du meinst, daran zu ersticken, dass du meinst, nicht mehr weiter kämpfen zu können, dass du meinst, aufgeben zu müssen. Doch irgendwann kommt es wieder anders. Das Blatt wendet sich und du stehst am Wendepunkt. Aber auch dann kommt es dicke und in einer solchen Vielfalt, dass du meinst, daran zu ersticken, dass du das Gefühl hast, nicht mehr davon verdauen zu können, dass du glaubst, das Positive nach all den üblen Negativerfahrungen nicht bewältigen zu können. Und auch hier musst du wandeln auf einem sehr schmalen Grat – aber an dessen Ende wird der Weg immer breiter, freundlicher, heller, einladender sein. Aber nur, wenn du vorsichtig und klug einen Schritt vor den anderen setzt … und … auf dich … auf euch aufpasst. Nur mache nicht länger aus deinem Herzen eine Mördergrube. Vergrabe dich nicht in dir selbst. Schmolle nicht länger. Lass es raus! Irgendwo und irgendwann wirst du auf deiner Wanderung Menschen begegnen, anderen Menschen als diejenigen, die du bislang als Freunde mit dir durchs Leben getragen hast. Auch wenn du es noch nicht zu glauben vermagst: Diese neuen Bekanntschaften, die du machen wirst, werden die echteren, die reineren sein. Hab Vertrauen!“

Seit einigen Wochen wandle ich nun auf diesem schmalen Grat. Es hat Jahre gedauert, ihn zu erreichen. Steinige Jahre. Der Weg hinauf zu diesem Grat war steil und gefährlich. Doch nun stehe ich da oben in luftiger Höhe, schaue mich um, blicke nach vorne (und auch zurück) und setze vorsichtig einen Schritt nach dem anderen und hangle mich den Grat entlang. Irgendwo und irgendwann wird er mich erwarten, der breite, freundliche, helle, einladende Weg. Ich gehe auf ihn zu. Ich vertraue.

Na bitte! Es geht weiter wieder. Erster Online-Check auf dem Sofa lümmelnd mit dem neuen „Äpfelchen“ im Schoß und ein Stoßgebet auf den Lippen. Und Juchhuuu: Ich bin drin!

:)

Und nun reise ich weiter ins Paradies und folge den Spuren eines Freundes, der neulich voller Forscherdrang die faszinierenden Drehorte des Filmes „Ein gutes Jahr“ (Peter Mayle) besuchte und in seinem Blog vorstellt. Wollen Sie mitreisen? Bitteschön:

http://life-tryanderror.blog.de/2009/07/22/la-vie-en-cote-provence-gebrauchsanweisung-suedfrankreich-6569307/

Offen gesagt: Vom Film mit seiner leicht, ach was, total seichten vom Buch stark abweichenden Handlung war ich maßlos enttäuscht, allein, die Aufnahmen, das Ambiente, die Provence, das savoir-vivre, das … hach … das Paradies eben sind Schuld, wenn ich mir diesen Film heute Abend noch einmal ansehen werde. Den Ton könnte man ja eventuell auf stumm stellen.

A bientot

NACHTRAG – 2 Tage später:

Es ist schon seltsam. Man erinnert sich, denkt an bestimmte Dinge, lässt sich auf sie ein … und schon begegnen sie einem wenig später auf nicht gedachte Weise. Obiges Beispiel mag banal klingen, aber gestern Abend beim Kurzzappen durch die TV-Landschaft entdeckte ich einen Film in einem Sender, den ich eigentlich so gut wie nie anzappe. Und welcher Film war es, werden Sie fragen? Ich glaube, die Antwort erübrigt sich . s.o. ;)

… wenn man vergisst, dass ein Rechner nur ein Rechner ist und weder das Denken noch den Kopf noch den Terminkalender noch die Ablage wichtiger Daten und Dokumente dauerhaft ersetzt. Dumm ist auch, wenn man so dumm ist, all dies zu vergessen und sich einzig auf eben diesen Rechner zu verlassen. Und ganz dumm ist, wenn besagtes Gerät plötzlich, so mitten im Tun, beschließt zu streiken und den Geist aufzugeben. Was dann? Man schaut ganz schön dumm aus der Wäsche.

Und nun wissen Sie, warum ich hier dumm, pardon, stumm bin. Nach dem Absturz (des Rechners) kam erst das verzweifelte Suchen nach dem Fehler, dann die Erkenntnis, dass das Teil schlicht defekt ist, dann das Hadern und Heulen und Zähneklappern wegen der verlorenen Daten und der Dummheit, nicht täglich ein Backup auf externe Festplatte gemacht zu haben, dann die ERkenntnis, dass noch vorhandene Daten auf dem Uraltlaptop nicht zu öffnen sind, weil nicht symstenkompatibel, dann das allmählich Akzeptieren und die kurzweilige „Nun-ist-mir-gerad-alles-egal-ich-schreib-wieder-mit-Feder-und-Stift-Phase, das Vermissen der Vorzüge eines Rechners und netter Menschen aus dem Internet, das Sparschwein schlachten zwecks Kauf eines neuen Teils und das Bestellen desselben, das Warten. BEfinde mich nun in der letzten Phase, der Wartenphase und stelle gerade fest, dass das Schreiben dieses kurzen Eintrags nun eine halbe Stunde oder so gedauert hat dank der aus dem Keller gekramten Urururaltgurke von Rechner, bei der jeder Buchstabe es sich erst einmal ein paar Sekunden überlegt, ob er getippt werden will. Und fragen Sie nicht, wie lange es erst gedauert hat, bis ich wordpress erreichte und meinen richtigen Nutzernamen und das Passwort aus meinem Hirn zu kramen vermochte. Arghhh …

Ende der Vermisstenmeldung. Ich komme wieder. Bald, hoffentlich.

Nachtrag: Jedes Schlimme hat auch ein Gutes. In diesem Fall die Erkenntnis: Es gibt auch noch ein Leben so ganz ohne … Rechner. Es fühlt sich gar nicht schlecht an. Nostalgisch irgendwie ;)

„Um des lieben Friedens willen“ tut man so manches, was man eigentlich freiwillig nicht tun würde. Was einem gegen den Strich geht. Was einem grausmäßig stinkt nicht unbedingt zusagt. Okay, Friede ist kostbar. Kneift man eben die A…backen zusammen Reißt man sich eben am Riemen und tut, was zu tun ist … um des lieben Friedens willen.

Friede? Hat man ihn damit? Oder haben ihn eher die anderen, die vom „friedlich erpressten“ Frieden profitieren? Wie steht es dabei mit der eigenen Zufriedenheit damit? Fragen, die man sich besser nicht stellt. Man ist ja schließlich friedliebend oder so ähnlich.

Jaaaaaa, man hat schon so seine Gedanken und kleine Philosophien, wenn man für ein paar Stündchen auf einem Ast in seinem Baum sitzt, die Seele baumeln, die Gedanken streifen, den Blick schweifen, die Nase schnuppern und die Ohren lauschen lässt.

Dies, damit ich jenen Tag auf meinem Baum nicht vergessen, hier nun als Nachtrag Nummero 1.

Weitere folgen.

Nachsatz: Um des lieben Friedens willen habe ich gerade vorhin wieder einmal zu einer Sache JA gesagt, obwohl ich NEIN sagen wollte und bin gerade etwas sauer. Merde! Ich blauäugiges Dummerchen aber auch …

Fertig !!!

Buchmanuskript in 1. Fassung weggeschickt. 96 Buchseiten in knapp 62 Stunden und dabei geklaut wie ein Rabe. Von mir selbst. Puh!

Ehrlich, das muss ich nie nie nie mehr haben …

Bonne nuit

:)

Auf einem Baum zu sitzen und die Welt – und insbesondere die Mitmenschen, die unter mir des Wegs gehen (von ihren Kommentaren zu meiner Privat-Baum-Fete berichte ich später ;) ) – zu beobachten, ist, philosophisch betrachtet, äußerst lehrreich. Man will ihn, den Baum,  und den Schutz, den er mit einem mächtigen Stamm und dem ausladenden Blätterdach ausstrahlt, gar nicht mehr verlassen. Na ja, die Realität hat mich dann halt doch runterplumpsen lassen, doch ich fiel weich.

Eine weiche Realität, die mir ein Erlebnis der besonders abstrusen Art bescherte und beschert. Ein Brieflein nämlich wurde mir zu einer Zeit kurz vor Wochenende, in der niemand mehr telefonisch erreichbar zu sein pflegt, in meinen Baum gereicht, zusammen mit einer Handvoll Baldrian-Pastillen. „Nicht aufregen“, sagte die besorgte Stimme von unten. „Nur wundern. Und vielleicht hast du ja Lust dazu.“ „Wozu?“, wagte ich zu fragen und klammerte mich mit horrormäßigen Vorahnungen an meinen Baumast. „Ach“, sagte der Gatte und grinste. „Ich lese hier nur, dass du ein Buch geschrieben hast und nun für die Verlagswerbung eine Kurzfassung mit all dem Krams, den man in den Prospekt packen will, schreiben sollst. Heute noch.“ Ich wunderte mich. „Was für ein Buch?“ „Kinderstories zum Thema Abenteuer“, hallte es von unten herauf. „Nicht weiter tragisch. Sind nur 96 Seiten. Erscheint im Januar oder so. Ich kann mich bloß nicht daran erinnern, wann du dieses Buch geschrieben hast.“ Ich jaulte auf. „Ich mich auch nicht. Einfach deshalb, weil ich nichts geschrieben habe und schon dreimal keine Ahnung von dieser Sache hatte und habe.“ „Die drucken aber schon den Prospekt“, meinte der Gatte. „Du bist dir sicher, dass …???“

Und – plumps – war ich vom Baum gefallen.

Und nun raten Sie, womit ich die letzten drei Tage meine Zeit verbracht habe und was ich jetzt gleich auch wieder tun werde.

Nur, verstehen tu ich das nicht. Aber ich muss ja nicht alles begreifen, oder?

Hallo Tag!
Golden ist die Welt draußen. Im Licht der morgendlichen Sonne wirken die Blätter der Bäume ringsum, als seien sie schon von einem herbstlich gelben Schleier umhüllt. Ich weiß, dies wird sich ändern, sobald der Tag die Regie übernimmt und die Luft zu flirren beginnt.
Ein Sommersonnensonntag, so hoffe ich doch.
Ich werde ihn genießen.
Jetzt aber klettere ich erst einmal auf einen Baum
Wie bitte?
Nun gut, im übertragenen Sinne gemeint.
„Es gibt kein Verbot für alte Weiber, in die Bäume zu klettern“, sagte Astrid Lindgren an ihrem 80. Geburtstag.
Recht hatte sie.
Wer klettert mit?

Wussten Sie, dass Ausruhen müde macht?
Ich weiß es nun. Jetzt in einer Phase des Innehaltens nach Dauerstress von „Ich-weiß-nicht-mehr-wie-vielen-Jahren“ stelle ich fest, dass ich mich im fettesten Stress viel fitter und ausgeruhter fühle.
Auch eine Erkenntnis. Und was nun?
Weiter schlafen – oder weiter stressen?
Oder wo ist er verborgen, der Mittelweg?

So viele Fragen und so wenig Chancen auf Antworten, denn selbige beantworten kann jeder für sich nur selbst, in diesem Fall ich selbst. Die vielen Fragezeichen in dieser Kurzreflektion schenke ich Ihnen.

Bücher, Bücher, Bücher. Sie stapeln sich überall im Haus, quellen aus den Regalen, liegen verstreut auf Tischen, Bänken, Stühlen, Schränken, Fensterbrettern, Treppenstufen, in Kisten in Keller und Garage … Bücher überall. Und ich kann mich nicht von ihnen trennen.

„Warum lässt du nicht los?“, fragt der kleine Nervgeist, der neuerdings in meinem rechten Ohr dauerlogiert und sich hin und wieder zu Wort meldet. „Verschenk sie. Oder einen Teil davon. Die, die du eh nicht mehr liest.“

„Aber vielleicht will ich die, die ich eh nicht mehr lese, dann doch irgendwann noch einmal überfliegen oder lesen oder in ihnen blättern.“

„Das erlebst du nicht, es sei denn, du würdest ab jetzt nichts anderes mehr tun als in deiner Bücher-Ei zu blättern und stöbern und …“ Der Nervgeist lässt nicht locker und es ist um so schlimmer, weil … ja, weil er mir nichts Neues sagt.

„Deine Wahrheit klingt hart“, maule ich und trotte nach oben in den Raum unterm Dach, den man fast nicht mehr betreten kann. Wegen der Bücher, die sich dort stapeln. Ich greife nach diesem und jenem Buch, blättere, gucke, sortiere, lege wieder weg, schüttle den Kopf, hadere.

„Na ja, wenigstens diejenigen, die du doppelt hast, könntest du doch entsorgen. Jeden Tag eines oder so.“ Der Nervgeist erinnert mich dezent auf eine Aktion, die ich vor Jahren einmal unternommen hatte. Bücher unterwegs verlieren. An strategischen Orten, dort, wo man sie finden und mitnehmen kann.

Ich seufze und greife nach einigen Doppelgängern. „Okay. Du hast Recht. Fangen wir an.“

Und nun gehe ich mal los. Werde Bücher wie Ostereier sichtbar verstecken. Mit von der Partie sind heute „Schloss Gripsholm“, „Das Gesetz der Lagune“, „Die Brüder Löwenherz“, „Sorge dich nicht, lebe“, „Die schönsten Wanderlieder“,  „Das Superweib“ (wobei ich letzteres nicht doppelt, sondern schon seit Ewigkeiten total über habe…) und – klammheimlich – gleich drei Pizzabackbücher aus der ähnlich ausufernden Sammelei des Gatten.

Mal sehen, welche Bücher als erste einen neuen Besitzer finden. Ich werde beobachten und berichten …

Apropos: Braucht jemand … Bücher?

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

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