Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Dezember 2009.
Ein leises „Guten Rutsch“ und „Schönes Feiern“ und ein „Fröhliches Neues Jahr“ werfe ich Ihnen zusammen mit zwei Händen voller Glückskekse von „meinem“ Berg in alle vier Himmelsrichtungen zu.
Achtung! Bitte auffangen! Ja, und achten Sie besonders gut auf die Glückskekse. Sie sind zuweilen rar und oft genug auch sehr ungleichmäßig verteilt.
Machen Sie es gut und passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!
Alles Liebe
Elana
Der Glückskeks und das Glück
„Wer bist du denn?“, fragte das rosa Marzipan-Glücksschwein am Silvestertag und tauchte seine Rüffelnase in das kleine, graue Päckchen neben ihm auf dem Tisch. „Langweilig siehst du aus. Und irgendwie passt du auch nicht zu uns heute.“
Es nickte seinen Kameraden, dem Schokolade-Glückskäfer, den vierblättrigen Bonbon-Glückskleeblättern und dem Blätterteig-Schornsteinfeger zu.
Die nickten und der Schornsteinfeger brummte: „Oder hast du auch einen Glücksjob heute?“
In dem kleinen, grauen Päckchen regte sich etwas und ein dünnes Stimmchen rief: „Aber ja. Aber klar. Ich bin ein Keks. Ein Glückskeks. Ja, ein Glück-bring-Keks bin ich.“ Er überschlug sich fast vor Aufregung.
„Hahaha.“ Die Glücksbringer lachten.
„Was hat ein trockener Keks mit Glück zu tun?“, sirrten die Kleeblätter und die Glückskäfer fragten:
„Kann man dein Glück wenigstens schmecken, essen, probieren, genießen, schnabulieren?“
„Und bist du aus süßem Marzipan, leckerer Schokolade oder Zuckerstücken?“, erkundigte sich der Schornsteinfeger.
„Nein. Ich bin ein Keks. Ein ganz normaler Keks.“
„Oh, ein Scherzkeks bist du! Haha“, lachte ein Glückskäfer.
„Phh!“ Das Glücksschwein reckte den Kopf und sah seine Kameraden herausfordernd an. Dann trat mit seinen dicken Füßen auf den Keks. „Ein langweiliger Keks hat bei uns heute nichts zu suchen. Verschwinde!“
„Die Sau hat Recht“, ereiferte sich der Schornsteinfeger und trat nun ebenfalls nach dem Keks. „Kommt! Helft mit. Wir werfen diesen Möchtegernglücksscherzkeks vom Tisch.“
„Ja! Weg mit ihm. Er passt nicht zu uns.“
Laut und heftig ging es zu auf dem Tisch und laut und heftig drängten sich alle Glücksbringer um den Keks, um ihn gemeinsam vom Tisch zu stoßen. Weil sie aber so drängelten und schubsten, verloren sie das Gleichgewicht und – plumps, plumps, plumps – fiel einer nach dem anderen von ihnen zu Boden, dem Glückskeks hinterher.
Da lagen sie nun und sahen sich, ein wenig dämlich und sehr lädiert, an. Dem Glück ähnelte keiner von ihnen. Nur der Zettel, der aus der Verpackung des Glückskekses herausgeflattert war, sah noch heil aus.
Mühsam las das Glücksschwein mit seinem heil gebliebenen Auge den Text, der in kunstvoller Schrift auf dem Zettel notiert stand. Seine Stimme wurde dabei leise und immer leiser:
„Glück und Glas, ganz leicht bricht das. Darum, Leute, merkt euch all: Hochmut, der kommt vor dem Fall.“
© E.B.
Angekommen … Mit Verspätung. Aber die Landung ist weich. Sofaweich. Um nämlich von 100 auf ein Normalmaß (nicht 0!, das ist illusorisch) zu kommen, braucht es in etwa eine Woche. Heißt: Heute ist im Prinzip der erste Tag, an dem ich ohne schlechtes Gewissen und ohne Stress- und Hektikgefühle gemütlich mit dem Bären, heißem Ingwer-Honigtee, Plätzchen, Büchern, Notizblöckchen und Notebook auf dem Sofa sitze, dem Regen draußen zuwinke und … nichts … tue. Nichts? Nun ja, fast nichts. Jedenfalls nichts, was mit Arbeit zu tun hätte. Ein bissel Recherche vielleicht. Der Kopfkreisel dreht sich langsamer und langsamer und bald, ich sehe es genau, wird die Tiefschlafphase eintreten. Ich freue mich darauf!
Kalendereintrag für 15. Dezember 2010: „Ab heute Weihnachtsferien einläuten, Telefon abstellen, Briefkasten zukleben und Mailbox schließen, um den Kopfkreisel bis zum Weihnachtsfest auf Normalmaß herunter zu fahren. Punkt.“
Ach ja, gesucht werden Empfehlungen zu informativen (und auch unterhaltsamen) Filmen und Büchern, die das Thema „Resistance“ in irgendeiner Form beinhalten. Danke.
Heute Morgen im Wald.
Stille, die man fast zu hören vermeinte.
Sonnenstrahlenzauber.
Ruhig stand ich da und lebte (auf). Ich fühlte mich wie verzaubert.
Und diese Verzauberung nahm ich mit nach Hause.
Irgendwie sitzt sie nun neben mir und schenkt mir ein Teil meiner Kraft, die ich in den rummeligen Tagen der letzten Wochen fast verloren glaubte und füllt meinen Kopf mit 1001 Ideen.
Und die erste Idee für heute, morgen, übermorgen undsoweiter lautet: WEITER AUSRUHEN !!!
Danke, Sonne!
Danke, Zauberwald!
Danke, Tag!
Weihnachten ohne Lichterbaum und Braten, ersteres wegen dem Bären und den echten Kerzen und dem Regen, der die Kerzen draußen an der Gartentanne immer wieder löschte, letzteres wegen der Schwachsinnsidee des Missgeschicks, auf den letzten Drücker am 24.12. einen Rindsbraten kaufen zu wollen: Geht.
Weihnachten ohne ‘Bollerblümchen’ (das sind Mimosen und die hat Herr Federwelt zur Weihnachtsdeko im Garten dort, wo er als kleiner Junge lebte, einst gepflückt) und ohne ‘Halva’ (das ist ein ‘Süßer-geht-es-nicht’-Konfekt und das gehörte damals, als Frau Federwelt ein Kind war, als baltischer Brauch unbedingt zu Frau Federwelts Weihnachten): Geht nicht.
Weihnachten arbeitsmäßig von 100 auf 0 zurückschalten und meinen, das sei nun Erholung: G-g-g-geht, wenn man auf kalten Entzug steht.
Weihnachten ‘nur’ zu dritt mit Mann und Hund und viel Wald und wenig ‘süßlicher’ Musik und überhaupt keine Autobahn: Eine Premiere. Ein Festival! Ein-mal-lig! Wun-der-schön! Bitte mehr davon!
Ich hoffe, Sie hatten auch ein Weihnachtsfest, an das sie noch lange gerne zurückdenken werden.
Auch wenn es sich hier in den letzten Wochen anders dargestellt haben mag, so darf ich nun mit Freuden verkünden:
MEINE ZEIT IST VORBEI !!! Meine Zeit als „ Weihnachtstante “ … Für dieses Jahr zumindest.
Mein letzter „weihnachtlicher“ Akt wird nun sein, Ihnen hier und andernorts ein Fröhliches Weihnachtsfest mit all dem, was Sie für sich erhoffen, zu wünschen.
FROHE WEIHNACHT !!!
Und wenn Sie sich fragen, weshalb es in der Federwelt so ruhig zugegangen ist, so mag Ihnen die kleine, nein, es ist doch eine größere Weihnachtsgeschichte, in etwa erklären, wie es so war hier in den letzten Wochen. Zumindest so ähnlich und nicht mit dem Taktstock, sondern mit der Schreibfeder. Wie „Alle Jahre wieder“ eben.
Viel Spaß beim Lesen!
Alle Jahre wieder…!!!
Aus dem Leben eines „musikalischen Weihnachtsmannes“
„Ach, ich freue mich schon auf Weihnachten“, sagte Papa, als wir in den Sommerferien am 2. Urlaubstag am Strand lagen und uns sonnten. Mama heulte auf. „Erinnere mich bloß nicht daran! Lass uns bitte unseren Urlaub genießen, ja?“ Papa lächelte versonnen. „Weihnachten ist eben doch die schönste Zeit im Jahr.“ „Besonders für eine Kantorenfamilie“, seufzte Mama.
Ich musste lachen. Mama hatte recht. Weihnachten war alle Jahre wieder eine Katastrophe, und das Schlimmste war: Der ganze Rummel fing bei uns bereits in den Sommerferien an.
„Dieses Jahr“, murmelte Papa und starrte aufs Meer, „habe ich ganz innovative Ideen. Ein neues Singstück werde ich schreiben. Für den Kinderchor. Für die Kids vom Jugendchor muss auch ´was Neues her. Ein Weihnachtsmusical vielleicht. Ja, und der Chor und…!“
Alles klar: Die Weihnachtszeit hatte begonnen. Schon bald saß Papa mit Papier, Bleistift und einer mit Algen verzierten Kerze am Strand, arbeitete und las oder summte uns irgendwelche weihnachtlich stimmungsvolle Texte und Melodien vor, die so gar nicht zu Sommer, Sonne und Meer passten. Also machten wir uns aus dem Staub und genossen unseren Urlaub alleine mit Baden, Sonnen, Bummeln, und anderen Dingen, während Papa im ´Weihnachtsland´ weilte. „Ihr werdet staunen“, erklärte er uns auf der Heimfahrt. „Ich habe eine Menge Ideen gesammelt. Weihnachten wird in diesem Jahr ein ganz besonderes Erlebnis werden.“
Das wurde es dann auch: Gleich nach unserer Rückkehr arbeitete Papa seine Ideen am Klavier aus. Liebliche Klänge hallten so weihnachtlich durch Haus und Garten, dass unsere Nachbarn die Augen verdrehten und das Weite suchten. Gleich nach Erntedank dann begannen die Proben. Papa probte ein Krippenspiel mit dem Minichor, ein Weihnachtsmärchen mit dem Kinderchor, ein kritisches Musical mit dem Jugendchor, poppige Weihnachtssongs mit der Kirchenband, ein Oratorium mit Chor und Orchester undundund…! So verging der Herbst, und Mama sagte manchmal, ihr purzelten schon Weihnachtsglöckchen aus den Ohren.
„Was wollt ihr?“, meinte Papa. „Klappt alles wunderbar!“ Dann drängte er Mama, Kostüme zu nähen, obwohl er genau weiß, dass Mama mit Nähen nichts am Hut hat. Also verbrachte er, wenn er nicht gerade mit irgendwem irgendetwas für Weihnachten probte, viel Zeit in der Bastelgruppe des Seniorenheims und verteilte Aufträge für Kostüme, Requisiten, Bühnenbilder und all den Kram. Er nervte die alten Herrschaften so, dass einige bestimmt ein Kreuz schlugen und „Danke, oh Herr“, sagten, wenn Papa wieder von dannen eilte.
Der November zog ins Land, und Papas vorfreudiges Weihnachtslächeln verwandelte sich allmählich in ein gramgebeugtes Grinsen, und seinem Munde entwichen jämmerliche Töne wie: „Die Zeit ist zu knapp!“ oder „Heute hat wieder die Hälfte vom Minichor geschwänzt“ oder „Der Sopran schafft seine Partie nicht“ oder Wo kriege ich einen Bachtrompeter her?“ undsoweiterundso…! Je näher die Adventszeit rückte, desto unweihnachtlicher tönten die Flüche aus Papas Mund.
Dann war es soweit. Der Advent kam, und Papa ging: zu Proben und Singstunden, zu Adventsnachmittagen und -feiern, zu Krippenspielen und Chorgesängen, zu Serenaden und Weihnachtsmarktsingen, zu Kerzenlichtfeiern und Krankenhausgesängen, zu Orgelnachmittagen und offenen Singabenden, zu …ach, ich weiß nicht, wohin noch alles!
Uns schien er vergessen zu haben! Ob er dieses Mal an die Geschenke dachte? Im letzten Jahr lagen die nämlich an Heiligabend einsam und vergessen im Kaufhaus, wo Papa sie bereits im Sommer vorsorglich hatte zurücklegen lassen. Wir waren gespannt, wie er das mit den Geschenken dieses Jahr managte. Tja, ganz einfach: Am 24ten stand Papa plötzlich mitten beim Frühstück aufgeregt auf und jagte aus dem Haus.
Mama grinste mitleidslos. „Eben sind ihm die Geschenke eingefallen. Na, heute ist besonders viel los in der Stadt. Geschieht ihm recht, unserem Weihnachtsmann.“
In meinem Bauch begann es zu kribbeln. Ich wagte nicht, mir vorzustellen, was Papa in aller Eile so alles zusammenkaufte. „Hoffentlich vergisst er die Umtauschzettel nicht!“, sagte ich, doch Mama Blick ließ auch diesen Hoffnungsschimmer in mir verblassen.
Als Papa von seinem Einkauf-Horrortrip heimkam, lagen seine Nerven blank. „Nein, ich mag nichts essen“, knurrte er und telefonierte die Bande vom Minichor zusammen. „Wir müssen noch einmal für dass Krippenspiel proben. Mann, bin ich aufgeregt!“ Schon stand er wieder an der Tür. „Vergesst nicht! Um 15.00 Uhr beginnt das Krippenspiel, der Jugendchor ist mit dem Musical um 17.00 Uhr an der Reihe!“
„Und deine Eltern kommen um 16.00 Uhr“, fauchte Mama gereizt. „Es wäre nett, wenn du…“
Doch da hatte Papa schon das Weite gesucht. Erst abends, als wir mit Oma und Opa am festlich gedeckten Abendbrottisch saßen, sahen wir ihn wieder. Blass sah er aus, seine Hände zitterten.
„Du siehst aber schlecht aus, Junge“, meinte Oma und sah Mama vorwurfsvoll an. „Gibst du ihm nicht genug zu essen?“
Papa stierte Oma an. „Ich arbeite!“, knurrte er.
„An Heiligabend? Junge, das ist nicht recht!“
„Nun lasst uns erst einmal essen!“, sagte Mama besänftigend.
„Ich krieg´ keinen Bissen herunter!“, stöhnte Papa. „Übel wird mir, wenn ich an die Christmesse denke. Die Sopranweiber schaffen mich noch! O, ich könnte…“ Er zerknüllte seine Serviette, sprang auf und telefonierte die Damen aus dem Sopran zu einer Sonderprobe zusammen.
„Und die Bescherung?“, fragte ich. „Wann ist Bescherung?“
Bescherung? Also, dazu hatte Papa jetzt nun wirklich überhaupt keinen Bock. Wir sollten das doch verstehen, nicht? Er hockte sich ans Klavier und übte sein Orgelvorspiel, während wir stumm in das Christbaum-Kerzenlicht starrten.
Ein doofes Weihnachtsfest war das wieder! Oma war beleidigt, Opa motzte, und Mama schüttete ein Glas Rotwein nach dem anderen in sich hinein. Dann fing Oma auch noch an zu heulen. Schluchzend hielt sie Papa ein Päckchen vor die Nase. „Es ist doch Weihnachten!“, flehte sie und heulte noch mehr, weil Papa angewidert das Gesicht verzog, als er den Pullover mit dem aufgestickten Elch aus Omas Päckchen herausgerupft hatte. Oma weinte, Opa brummte so etwas wie „Undankbarkeit“, und Mama kippte noch ein Glas Rotwein hinunter. Da machte sich Papa schnell zur Sopranprobe davon. Endlich gingen auch Oma und Opa, nachdem sie noch gründlich geschimpft hatten über Papa, der sich so ungezogen aufführte, und über Mama, weil sie Papa nicht im Griff hatte.
An diesem Abend sah ich Papa nicht mehr, und als ich am nächsten Morgen zum Frühstück kam, war er schon wieder fort. Zum Kinderchor-Weihnachtsmärchen im Gottesdienst!
Irgendwann dann, als unsere Weihnachtsgans längst angebrannt und unansehnlich im Herd vor sich hin schmurgelte, kam Papa müde angeschwankt. „Hat gut geklappt“, murmelte er mit schwacher Stimme und warf sich auf´s Sofa. „Eine Minute nur, ja? Dann komme ich sofort zum Essen.“ Er machte einen tiefen Seufzer und brummte so etwas wie „Sch…-Weihnachten…!“, dann -schwups- war er auch schon eingeschlafen.
Da lag er nun, unser Weihnachtspapa, auf dem Sofa neben dem Christbaum und all dem Weihnachtskrimskrams und schnarchte wie ein ganzes Rudel Wölfe. Wir wussten Bescheid. Bis zum Abendessen würde er selig schlafen und wunderschön träumen von Friede und Stille, von Gemütlichkeit und stimmungsvoller Musik – und von Weihnachten! Wie jedes Jahr. Wir kannten das ja schon…!
© E.B. alias die “Weihnachtstante“
Seit zwei Wochen schleppe ich eine Auftragsbitte zu einem Weihnachtstext für Kids mit mir herum und kann damit so gar nichts anfangen. Eine Geschichte soll ich schreiben über den Stall von Bethlehem, aber nicht das friedvolle Bild, das man bei der Definition vor Augen hat, sondern das Motto heißt FLUCHT. Flucht vor Herodes damals nach Ägypten. Es kann, so der Auftraggeber, auch gerne etwas mit Pharaonen sein. Yeah, und da kam er, der Block in meinem Kopf. Christkind, Stall, Flucht und Pharaonen. Stimmt ja alles laut Bibel. Aber bei Ägypten und Pharaonen sehe ich die Büste Nofretetes vor mir oder die Totenmaske von Tutanchamun oder die Pyramiden – und mein Kopf für eine weihnachtliche Geschichte mit der o.g. Vorgabe ist … leer … Christkind und Tutanchamun? Nee. Das nun nicht.
Eine Denk-Sackgasse.
Ich hatte schon vor, den Auftrag nachträglich abzulehnen. Heute Morgen aber war ich in der Stadt und wie die letzten paar Male unterwegs kam ich völlig entnervt nach Hause. So viel Stress, Hektik, Unfreundlichkeiten gegeneinaner, Einkaufswagengeremple, Hamsterkaufmentalitäten, Augenlichter- und Ohrengedudelgenerve, Autohupereien undundund …, die derzeit zumindest in den Städten und auch kleineren Orten (Dörflis ausgeschlossen) meiner näheren Umgebung herrschen, machen nur eines: aggressiv und völlig weihnachtsfeindlich. Und so kam ich heute mit nur einem Gedanken nach Hause: FLUCHT! Flucht auf eine Hallig oder eine Alm oder in ein Ferienhäuschen irgendwo in der Eifel oder wo auch immer, egal, nur eines: RUHIG sollte es sein. FLUCHT! FLUCHT? Da isse ja, die Geschichte.
So ähnlich werde ich sie jetzt aufschreiben. Es muss ja nicht Äpypten sein. Nö, transportieren wir das Thema einfach ins Hier und Heute. Da braucht’s keinen Herodes, vor dem man flüchten muss. Von der Sorte Mensch begegnet man derzeit vielen …, doch das ist ein anderes Thema.
Ich geh jetzt mal schreiben.
Die Geschichte von der Flucht – und träume dabei von einer kleinen, friedlichen Insel. Egal wo. Nur ruhig soll es da sein und freundlich soll es da zugehen. Ein erfüllbarer Wunsch?
Eine weihnachtliche Tragödie bahnt sich an:
14/12/2009 22:39:03
Liebes Google, das Christkind will mir kein Pony schenken, was soll ich tun? (Google)
Hör mal, liebes Christkind, so geht das nicht!!! Sei mal etwas kreativ!
Haben wir uns verstanden?
Wichtel, Weihnachtswichtel, Wichtelgeschichten, Wichtelmärchen, Wichtelfilm, Wichtelzeitung, Wichtelfantasiereisen, Wichtelgedichte, Wichtelundsoweiter … Ich glaube, ich „verwichtele“ derzeit, obwohl ich – Ihnen kann ich es ja gestehen – mit Wichteln (Naturgeister ausgenommen) und insbesondere Weihnachtswichteln so gar nichts am Hut habe. Wichtel boomen, jedenfalls in meinem Auftragsbuch. Irgendwann in den letzten Jahren sind sie aufgetaucht und dominieren nun die Wochen, nein, Monate vor Weihnachten. Jeder ruft nach diesen drolligen „Kitsch“kerlchen und deren Abenteuern und … und ich folge dem Ruf. Nicht gerade frei- aber dennoch -willig. „Du hast es ja nicht anders gewollt, meine Liebe“, würde der Patriarch nun sagen. „Hättest du einen an-ständigen Beruf ergriffen und überhaupt, ich habe es ja schon immer gewusst.“ „Ja Papa. Danke Papa. Schön, von dir zu hören …“ Nein, lieber doch Wichtel.
Und so wichtele ich in diesem Advent vor mich hin, die Tage rasen an mir vorbei, die Kerzen bleiben vor Streichhölzern verschont. Wichtel und Adventskerzenlicht? Nein, das passt in mein Weihnachtsfraudenken genau so wenig wie jene Scharen von rotnasigen Rentieren, die derzeit vor Häusern und auf Dächern lungern, beleuchtet oder aus Stroh/Plastik/Holz, und das selige Weihnachtsfest ankündigen.
Nein, ich bin keine Weihnachtshasserin. Im Gegenteil. Nur, das Weihnachten, das ich liebe, findet ganz woanders statt. In Zeitreisen zurück in meine Kindheit, in Bullerbü und Lönneberga, und in der Gegenwart dort, wo sich zuweilen die echten Wichtel tummeln, wenn sie sich nicht verschämt ob ihrer weihnachtlichen Fremdnutzung unter Baumwurzeln verkriechen. Nachher gehe ich sie mal besuchen. Kommen Sie mit? In … mein … Weihnachtsland?
Ende. Fertig die Arbeit. Weihnachtsglöckchen in den Ohren. Satz für Satz für Satz und Wort für Wort, Reim nicht vergessen, da, wo’s passt. Die Adventsrose draußen an der Hauswand hat Gefährten bekommen, die Knospen, die sich zum 1. Adventssonntag zögerlich zeigten, sind aufgeblüht. Es ist ein Ros’ entsprungen. Passt dieses Jahr. Früher grübelte ich immer, was ein Ross mit einer zarten Wurzel zu tun hat. Es dauerte Jahre, bis ich die Wortähnlichkeit begriff. Unlogisch, das. Wie Weihnachten an sich, damals wie heute, unlogisch ist. Gefühlsselig für die einen, stressig für die anderen, traurig für dritte, nervig für vierte, gleichgültig für … Lassen wir das. Heuer habe ich meine Rose (kein Ross!) vor dem Fenster. Unnatürlich für die Jahreszeit, passend fürs Fest. Mit Rosen hat man früher – im Elsass zumindest – die Christkindlesbäume geschmückt. Rote Papierrosen. Und Äpfel. Und die ersten Christkindlesbäume hingen von der Zimmerdecke herab. Auf den Kopf gestellt. Alles. Damals wie heute … und wie dieser Eintrag. Kopfsalat. Müde. Feierabend. Verdient. Zeit, die Kerzen anzuzünden und ein Liedlein zu trällern. Frohen 2. Advent. Pssst.
04/12/2009 23:23:33 schuleschwenzen
Diese Suchfrage führte einen Sucher via Gooooogel direktemang in meinen Berufsblog. Wilde Familientragödien sehe ich nun vor Augen, Dramen, die einen „Schwenzer“ dazu zwangen, sich über das „Schwenzen“ nachts um 23.23 Uhr kundig machen zu müssen. Ich leide mit. Stumm. Ergriffen.
Und ansonsten leide ich gerade auch: Alle Jahre wieder fällt es vielen Leuten erst 5 vor 12 ein, dass Weihnachten schon mit einem Fuß auf der Türschwelle steht – und so steht auch mein Telefon bzw. die Mailkiste nicht stille. Vorgestern Abend zum Beispiel, ein Anruf:
„Gut, dass ich Sie antreffe, Frau B. Hätten Sie vielleicht zufällig noch ein paar Stündlein frei? Ich bräuchte dringend und hypereilig 20 klitzekleine spannende besinnliche und fröhliche Weihnachtsgeschichtchen (nicht länger als 1200 Anschläge, doch das kennen Sie ja bereits) und eine Handvoll netter Gedichte. Ginge das?“
„Öh. Ja. Alle Jahre wieder, ne?“
„Hahaha. Das sagen Sie jedes Jahr“, freut sich der Anrufer. Er scheint begeistert zu sein.
„Haha“, lache ich. „Bis wann?“
Er lacht wieder. Noch mehr Hahahaaas. „Bis gestern? Haha? Nein, im Ernst, es reicht bis Wochenende. Dieses. Haha!“
„Im Ernst? Aber klar. Nichts ist einfacher, als klitzekleine Texte mit Inhalt zu schreiben. Sind ja sooo klein! Und daher viel preisgünstiger als lange Texte, die sich, was keiner ahnt, oder doch?, viel schneller schreiben ließen.“
Autsch! Elisabeth, du fragst in einem Kommentar, ob man vom Schreiben leben könne. Ein gedehntes Ja dann, wenn man sich z.B. auf einen solchen Unsinn, 20 kleine Geschichten und eine Handvoll Gedichte innerhalb 2 Tagen zu schreiben, einlässt. Und so sitze ich und schreibe und denke und schreibe und kürze und schreibe und fluche und schreibe und freue mich und schreibe und suche Trost und schreibe und freue mich, wenn mir einer auf die Schulter klopft und „Du schaffst es“ sagt und schreibe und …
… und nix mit „Schwenzen“ am Wochenende.
Und wer klopft mir nun ermutigend auf die Schulter?
„Es dürfte Ihnen doch eine Ehre sein, Ihren Text in unserer Veröffentlichung/Sendung/Zeitung/Website/SuperdupiSonderDownload und weißderGeierwosonstnoch wieder zu finden. Wie können Sie DA noch nach einem Honorar fragen?“
Es vergeht zur Zeit fast kein Tag, an dem ich mich solchen Fragen nicht ausgesetzt fühle.
Ja, wie kann ich da einfach nach einem Honorar – und auch noch zusätzlich mit Mehrwertsteuer – verlangen?Ganz einfach: Weil der Lebensmittelhändler von mir ebenso sein „Honorar“ haben will wie die Versicherungen, das Finanzamt, der Telefonanbieter, der … soll ich weiter aufzählen?
Wer zum Teufel hat eigentlich den Unsinn erfunden, Texte, Bilder, Fotos oder Musiken seien Allgemeineigentum und deren Veröffentlichung eine EHRE?
Ich pfeif drauf!
Und nein. Ich bin weder wütend noch traurig noch depressiv.
Es musste einfach mal wieder gesagt sein.
Pardonnez-moi!



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