Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Oktober 2010.

Kalt, diesig, feucht, nebelverhangen …

Gewohnt, im Sommer zur blauen Stunde, also ab 5.30 Uhr, mit dem Bären in den Wald zu gehen, stehen wir  heute Morgen gegen acht Uhr an unserem Lieblingsaussichtsplatz und schauen übers Tal zu den Bergkuppen hinüber. Sie sind zum Teil in Nebel verhüllt, die kleinen Nebentälchen von weißen Nebelschwaden durchzogen – und es ist eigentlich noch immer nicht hell. Und es ist kalt.

Die andere Seite des Herbstes, die jenseits des gemütlichen Sofakuschelns. Die Seite des Herbstes und Winters, die ich weniger – und dann aber wieder doch – mag. Nur: So früh schon frieren … und jeden Tag ist’s etwas später, bis die Dunkelheit dem Licht Platz macht. Und klar, jeden Tag ist’s auch ein größerer Nervenkrieg mit dem Bären, der in Reminiszenz an den Sommer natürlich ab 5.30 auf seinen Morgenwald-Trip besteht. Noch dunkel? Versteht er nicht und es stört ihn auch nicht. Mich schon. Vor allem seit ich jene starren „Augenscheinwerfer“ eines Fuches neben mir im Gebüsch sah, die mich starr fixierten.

Herbstwaldmorgen. Mir ist kalt. Doch da, die Sonne bemalt die ersten Bergkuppen mit ihren gelb – und rot gefärbten Bäumen tiefrot und bunt und ich freue mich. Das wird ein schöner Tag.

Und noch mehr freue ich mich auf Sonntag. Wir dürfen die Uhr wieder um eine Stunde zurückstellen – und wir können eine Stunde früher wieder los in den Wald, der Bär und ich.

:)

Zuweilen blickt man mit Schrecken in den Spiegel und ruft entsetzt aus: „Huch! Ich sehe bald aus wie Angela Merkels Schwester!“ Und wehmütig streicht man über die beiden leicht muffig grämigen Mundwinkelfalten, die sich klammheimlich immer mehr ins Gesicht geschlichen haben. Muffig und grämig und merkelig? Oh, bitte nein. So nicht! Und schnell versucht man es mit einem Lächeln … und die Falte lächelt mit, mildert sich. Okay, manchmal gleicht es einem schiefen Smiley-Grinsen, dieses Anti-Falten-Lächeln, aber lieber Smiley als Muffelgram. Und vielleicht hilft jene neue, megatolle (sagt die Werbung!) Anti-Falten-Creme ja doch ein wenig, um dieser blöden Falte entgegen zu wirken. Oder vielleicht doch besser etwas mehr Schlaf und positives Denken? Oder gar öfter einmal ein herzhaftes Lachen?

Herzhaft gelacht habe ich zumindest als Anti-Falten-Training bei Sichtung der Statistik meines so lang verwaist ruhenden Blogs. Welcher Eintrag aus früheren Zeiten hier  war und ist noch immer wohl der meist besuchte und welches Stichwort das meist verwandte, um via Google & Co zu diesem Blog zu finden? Ja, richtig geraten. Die Merkel-Falte, hier einst einmal ein So-Nebenbei-Thema.

Und nun wissen Sie, warum diese Falte hier nun noch einmal auftaucht, verbunden mit der stummen Frage: Hey, gibt es nichts Interessanteres in diesem Blog zu finden als jene dämliche Falte?

Ich weiß, der fruehe Vogel faengt den Wurm (oder frisst er ihn? Egal!), aber es heißt auch, je spaeter der Abend usw. … Und spaet ist es auch heute wieder geworden.
Dennoch moechte ich eines heute noch loswerden.
Achten will ich. Hochachten. Naemlich all jene, die es stemmen, alleine fuer Familie oder kranke Angehoerige zu sorgen neben Haushalt, Kindern oder Haustieren, Garten, Gatten UND Broterwerbsjob.
Diese Last ist fast unmachbar und unmenschlich, und dennoch schaffen es so viele. Oft bis zum Rande der Erschoepfung, doch wer fragt schon danach?
Ich. Heute. Und ich habe groessten Respekt vor Euch „Helden des wahren Lebens“. Wirklich.

Machen Sie es gut! Und wenn Sie sich einmal ein wenig Frust und Stress von der Seele reden (oder heulen) moechten, so tun Sie es gerne hier in der Federwelt. Ein bisschen von diesem Horror der Vielfachbelastung habe ich naemlich in den letzten Monaten auch kennen gelernt und … Nein, von mir wollte ich nun eigentlich nicht sprechen. Dieser Eintrag gehoert alleine Ihnen.

Passen Sie bitte auf sich auf!

Im Bett zu liegen und im Dunkeln … nein, nicht munkeln…, sondern mit Handy durch Blogs zu reisen und ein bisschen bei Twitter mit anderen Nachtgeistern zu zwitschern, ja, das hat was. Eine nette Art des Luxus’, und ich geniesse …
Ja, und nun blogge ich auch noch! Haha! Haette man mir das vor zehn Jahren oder so geweissagt, ja, ich haette lauthals gelacht ueber solch einen „Unsinn“. Jetzt lache ich auch. Lauthals. Aber psst! Die Welt schlaeft schon.
Gute Nacht, Blogwelt! Und traeume suess!

Tagträume. Sie sind wieder da und ich nehme sie liebevoll in den Arm, liebkose sie, hege sie und gebe sie nicht mehr her. Wer nicht tagträumt, lebt nicht mehr (richtig), die Bilder im Kopf sind schwarz-weiß, die Seele schwächelt grau vor sich hin. Traumlos eben. Traumlos ist ziellos, ist freudlos. Getagträumtes macht das Leben bunter und so mancher Traum wandert mit in die Realität und machen das Leben bunter. Und verrückter. Lebenswerter halt.

Träumend, die Sonntagsruhe genießend, sah ich heute den Blättern, die der Wind von den Bäumen zupfte,  hinterher  – und ich begleitete sie für eine Weile auf ihre fröhlichen Reise durch die Luft. Manche schafften es im Aufwind weit nach oben in die Lüfte und verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Irgendwo, andere plumpsten nach einem kurzen Trudeln zu Boden, wo sie sich mit vielen gelb, rot, braunen Kollegen trafen und zu einer Sommerabschiedsfete auf dem Boden zusammenrollten. Was sie sich wohl alles zu erzählen hatten? Der Versuch, mich ganz klein zu machen und für ein Weilchen mit ihnen zu feiern und Spaß zu haben, scheiterte. In der Wirklichkeit. Nicht aber im Traum.

„Ach, wenn ich doch fliegen könnte!“, dachte das Birkenblatt und blickte sehnsüchtig dem bunten Drachen hinterher, der in der Luft tanzte. „Nur ein einziges Mal.“
„Fliegen?“, lachte der Herbstwind. „Das kannst du haben.“
Und eins, zwei, drei blies er eine volle Backenladung auf die Birke.
Huiiii!!! Wie das brauste!
Hoch wirbelten die gelben Birkenblätter in den Himmel hinauf, dem Drachen hinterher.
„Ich kann fliegen!“, rief das Birkenblatt glücklich. „Hurra!“
Es flog hoch und höher, umkreiste den Drachenschweif, hüpfte auf die Drachennase zu einem übermütigen Kuss und tanzte mit dem neuen Freund um die Wette.
„Fliegen ist schön“, jubelte das Birkenblatt. „So schööööööön…!“
Doch was war das? Für einen Moment machte der Wind eine Atempause, und wie ein Stein trudelte das Birkenblatt zur Erde hinunter.
„Fliegen ist ja so schö-ö-ö-ö-ö-ön…“, lallte es und landete – platsch- im Bach.
Na ja, Schwimmen ist auch nicht schlecht, oder?

E.B.

Ein Leben wie im Hamsterrad? Bekannt war mir der Begriff, doch wie er sich anfühlt, das erlebe ich so richtig nett fett in den letzten Jahren. Es dreht sich das Rad, auf und ab und auf und ab … und gerade mal wieder auf. Aber dieses Mal, Madame Schicksal, werde ich es anhalten, das Rad, dort, wo es vom „ab“ weit entfernt ist. Ich versuche es zumindest.

Noch dreht es sich, weg von der Talsohle, und ich freue mich auf den Tag, an dem ich vieles Unschöne endgültig aus dem Gedächtnis zu streichen vermag. Die Seele wird dazu, zum Streichen, sicherlich mehr Zeit benötigen, aber das ist in Ordnung so. Jeder kleine Seelenkratzer ist wie jede kleine Falte im Gesicht. Beide haben vieles zu erzählen und zu erinnern. Vom Leben.

 

So …

Ich glaube, ich bin wieder da. Noch nicht so ganz, aber mit einem Fuß in der Blogtür und den Augenblick lebend.

So … eben …

 

 

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

Oktober 2010
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Besucher

  • 20,006

 

Oktober 2010
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.