Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den November 2010.

Der Schnee-Bär hat Geburtstag und der Wetterhimmel macht ihm das allerschönste Bärengeschenk: Schneeeeee! Was will ein Schneebär mähr, pardon, mehr?

 

Ach ja, etwas zu FrEssen. Ganz arg viel zu essen. Viel viel arg viel. Klar?

 

Schneebären haben nämlich immer Hunger, und notfalls nehmen sie auch mit Schnee vorlieb.

Oho! Ein neues „Schikänchen“, das auf uns zurollen könnte: der JMStV (=Jugendmediendienstestaatsvertrag!), was Hier und Da und sicherlich noch an vielen anderen Orten im Web heute nachzulesen war.

Die Wogen in meinen Kollegenkreisen schlagen hoch. Berechtigt? Zuwarten, cool bleiben und … und vielleicht demnächst jedem Blogeintrag den Stempel „JUGENDFREI“ aufklatschen. Und sie wird größer und größer, jene unlängst verkündete Bürokraten- und Sachbearbeiterphobie. Achtung, sie ist ansteckend!

Und ich fange schon einmal an zu überlegen: Ab wann ist ein Beitrag nicht mehr „jugendfrei“? Hm …

„Waaas? Ihr habt keinen Adventskranz? Nicht einmal ein Adventsgesteck?“

„Nö.“

„Kerzenlicht macht doch das Leben heller und freundlicher und heiler, irgendwie.“

„Richtig. Daher brennt bei uns eine Kerze immer in dem Raum, in dem wir uns aufhalten. Jeden Tag im Jahr.“

„Äh………“

Der Advent hat über Nacht den Farbpinsel geschwungen und das Land festlich mit Abermillionen weißer Schneesternchen bemalt. Und als Zugabe – oder Belohnung? -  für Frühaufsteher und Gassigänger hat er früh zur Blauen Stunde gen Ost den Himmel angepustet und ein zartes Rosé auf die Wolkenschleier am Horizont gezaubert. Blaue Stunde in weiß-rosé. Schön, nicht wahr?

 

Eine wunderschöne Adventszeit Euch allen!

Übrigens, erinnert Ihr Euch noch an den ersten Adventssonntag vor einem Jahr? Es war so warm und frühlingshaft, dass ich meinen Morgenespresso auf dem Balkon trank und auf dem Weg dorthin auf eine grässlich blutige, prall gefüllte Zecke, die Adventszecke, ein Geschenk des Bären, trat… Und nun ist er rechtzeitig gekommen, der Schnee. Wie wundervoll! Und wie adventlich, oder?

Du bist auf einer Wiese. Viele bunte Blumen blühen hier. Von weitem winkt Dir eine besonders strahlend gelbe Blume zu. Langsam gehst du zu ihr hin. Wie eine kleine Sonne sieht sie aus, die Blume, mit ihrem strahlend leuchtenden Gelb. Und wie süß sie duftet! „Komm ein bisschen zu mir!“, sagt sie. Du kniest vor ihr nieder und träumst dich in den duftig gelben Blütenkelch hinein. Noch viele andere Farben sind da drinnen. Es sind die feinen Blütenblätter, die in vielen Gelb- und Weiß- und Silbertönen leuchten. Vorsichtig setzt du dich zu ihnen. Leicht wiegt sich die Blume im Wind hin und her. Ein schönes Gefühl ist das. Du machst du Augen zu und träumst ein bisschen. Geborgen fühlst du dich und warm und ganz ruhig. Fühlst du es?

Ja-haaa. Ich fühle es. Warm wärmen die Strahlen der Sonne mein Gesicht und …

„Hey, Schatz, schau mal zum Fenster! Es schneit …“, tönt es aus dem Off.

Äh, ja. Klar …

Am Morgen unter Decken verwuschelt noch ein Weilchen im Bett gekuschelt, ein eiliges Espressotässchen und ein Mineralwasser, dabei neues Hörbuch auf phone geladen und mit beiden, Bär und Hörbuch, durch regennebelnassen, herbstdüsteren, novembrig duftenden Tannenwald geschlurft und mit Elfen und Trollen unterhalten. Sie hatten Interessanteres zu berichten als Herr Follet mit seinen untergehenden Titanen im phone. Wir scherzten miteinander und lebten den Morgen. Nur schwer konnte ich mich von ihnen trennen. Als der Regen stärker und wir beide, Bär und ich, immer nässer wurden (warum nimmt die Frau auch nie einen Schirm mit?), verabschiedeten wir uns von den Waldzwergen, Elfen und Trollen und trollten uns heimwärts. Es dunkelte immer mehr … und hell erwartete uns ein leckeres Frühstück, zubereitet auf hinkenden Beinen von Herrn Federwelt.

„Trollig“, dieser Morgen, und irgendwie sehr sehr ungewohnt und neu. Und schön.

Ich habe es getan. Heute. Ich habe NEIN gesagt. Mitten im Tun. NEIN. Bis hierher und nicht weiter. Punkt. Und jetzt rede ich und ich sage: Kein Mensch kann auf Dauer gleichzeitig im Job alle Termine einhalten, einen Haushalt mit Hund und Herbstlaubgarten nebst Vorgarten hegen und einen nach 6 OPs auf dem Weg der Genesung sich befindlichen Mann pflegen UND GLEICHZEITIG UNSINNIGE SACHBEARBEITERWÜNSCHE erfüllen.

Ehrlich, Ihr lieben Peiniger von Ämtern, Versicherungen und Von-Weiß-der-Geier-Woher-noch-Sachbearbeiter und Beamte, ich habe es versucht. Die letzte Woche war wunderprächtig stressig. Ich danke artig. Aber denkt nur: Ich bin nicht damit fertig geworden, all Eure Wünsche nach Zahlen und Daten und Unterlagen undwasweißichnoch zu erfüllen. Doch, fertig war ich schon. Mit den Nerven. Bis das klitzekleine Wörtlein NEIN meiner geschundenen Kehle entschlüpfte.

Nein! Nein? Wie wunderfein lümmelt sich dieser Einsilber nun auf meiner Zunge. Nein, ich sage nein.

Und nun liege ich auf dem Sofa bei Kerzenlicht, Ingwertee, Honigkuchen und Obstsalat und freue mich an meinem NEIN. Ich träume von all den netten Dingen, dich ich in den nächsten Tagen und Wochen vorhabe zu tun, wirklich nette Dinge (vor allem auch meine wirkliche Arbeit, die ich liebe, und u.a. Bloggen auch wieder) – und die NEINS erlaube ich mir, in diesem Jahr auf Wartehalde zu schieben. Der Gesundheit und der Seele zuliebe. Nur eines werde ich noch tun. Morgen das von Herrn Federwelts Hausarzt versprochene Attest, das meinen Krankenpflegerstatus bescheinigt, abholen, kopieren und an Euch, liebe Sachbearbeiter und Konsorten, versenden. Und Frohe Zeit auch. Bitte. Danke.

Hach, wie schön kann ein NEIN sein !!!

Und wann gründen wir besagte Selbsthilfegruppe? Ich kann Ihnen verraten. Der erste Schritt im Kampf gegen jene eigentümliche Phobie ist das laute Aussprechen eines Einsilbers: NEIN !!!

Versuchen Sie es!

Meine neue Krankheit hat nun einen Namen: Sachbearbeiterphobie!
Ja, ihr lieben netten Leute, die Ihr mit gewichtiger Miene hinter Euren Schreibtischen thront und ein bisschen „Wer-hat-hier-das-Sagen“-Spiel spielt! Ich gebe es ganz offen zu: Mir graut vor Euch! Die Knie zittern, der Atem geht schneller, die Muskeln verkrampfen sich und tausend und mehr Angstameisen wuseln durch meinen Bauch, tanzen einen fetzigen Boogie-Woogie und winken Euch zufrieden zu, Euch lieben Sachbearbeitern, die Ihr Ihnen dieses Taenzchen netterweise vergoennt. Sie verbünden sich mit Euch und freuen sich riesig ueber Eure grauen Briefe, die so lieb unwirsch forsch drohen und befehlen.
Ich danke Euch allen:
Lieber Herr Sachbearbeiter vom hiesigen Stromriesen: Ich danke dir, dass ich fast den ganzen Tag damit verbringen durfte, deine drohende Mahnung zu begreifen und zu widerlegen. Nun weiß ich, dass DU dich verrechnet hast. Schoen. Nur, wer zahlt mir meine verlorene Zeit und wer erklaert meinem Auftraggeber, dass ich heute eben nicht am Auftrag arbeiten konnte, weil s.o.???
Danke, lieber Herr Finanzamt! Den Abend verbringe ich damit, dir 1001 Fragen zu beantworten und mit Belegen zu belegen. Ich tu das gerne, denn du brauchst Geld, aber bedenke, wenn du mich immer und immer wieder jeden Monat aufs neue mit dem gleichen Kaese hinterfragst, werde ich wohl irgendwann aus Zeitmangel kein echtes Geld mehr verdienen, und was sagst du dann?
Und du, du Guter von der Versicherung! Wie oft soll ich dir noch mein Leben in Zahlen aufdröseln? Es … Ist … so … zeitraubend… Und krankmachend. Und irgendwann koste ich vielleicht deiner Versicherung noch Geld, weil krank ???
Und WARUM, Ihr Drei, schickt Ihr mir an einem unseligen Tag (Samstag, klar, zur Wochenendfreude) gleichzeitig Eure ach so eilenden, mit Drohparagrafen durchsetzten Briefe? Habt Ihr Euch abgesprochen?
SADISTEN!!!
Viel schoener koennte das Leben sein – ohne Euch!
Also: Schlaft schoen! Ich werde noch ein paar Stuendlein weiter an den Listen fuer Euch arbeiten. Tu ich doch gerne, ne?

Liebes WordPress!
Ich wuerde mich ganz arg freuen, wenn du mich morgen wieder am Rechner bloggen und kommentieren ließest und meine Texte auch veroeffenlichen tun taetest tun! Heute und gestern hat es mir mit dir naemlich keinen Spass gemacht. Immer wieder hast du mich aus dem Programm geworfen. Weißt du, es ist nicht sehr schoen, draußen vor der Tuer zu stehen. Hoerst du?
Bitte.
Danke.
Und Gute Nacht vom Handy aus
Deine
Madame Federwelt

Martinstag. Seit Tagen wandern sie mit ihren Laternen und mit vor Freude strahlenden Augen durch die Straßen, die Kinder,  und singen Martinslieder. In manchen Orten gibt es große, straff durchorganisierte Martinsumzüge, bei denen der Heilige Martin auf seinem Pferd reitet und den armen Bettler mit einem halben Mantel beglückt. Tolle Geschichte. Die Kinder, so denken jene, die diese Umzüge organisieren und zumeist vom AusTeilen und AusKeilen leben, sollen so das Teilen lernen. „Was soll ich mit einem halben Mantel? Da frieren doch dann alle beide, der Martin und der Bettler“, fragt hier und da ein Kind, nichtsbegreifend. DIE Antwort steht noch offen. Der nette Bürgermeister nebst seinen Honoratioren vom Stadtrat, die sich stolz bei diesem Spektakel präsentieren, lächelt milde. Alle lächeln sie milde. Sie wissen Bescheid wie es funktioniert, das „Teilen, Keilen undsoweiter“ … Sie müssen ja auch nichts mehr lernen. Sie sind ja schon groß …

Der halbe Mantel

Lena, Timo und Jens spielen Sankt Martin. Lena ist der Martin, Timo spielt den Bettler und Jens das Pferd. Das Spiel beginnt, und der heilige Martin reitet herbei.
„Hü, hü“, ruft Martin, und Jens, das Pferd, keucht und schnauft und trägt den Lena-Martin kreuz und quer durchs Zimmer.
„Hü,hü! Halt! Brrrrr!“ Martin und Pferd halten vor einer zusammen gekrümmten Gestalt in der Ecke.
„Wer bist du?“, fragt Martin barsch.
Der Fremde hebt scheu den Kopf. „Ich bin ein armer Bettler“, antwortet er.
„Ein Bettler?“, fragt Martin, und seine Stimme klingt freundlicher. „Dann frierst du und brauchst meinen halben Mantel.“
„Deinen halben Mantel?“, wundert sich der Bettler.
Martin nickt, steigt vom Pferd, zieht seinen Mantel aus und greift zur Schere.
„A-aber ich friere nicht“, ruft der Bettler schnell.
„Du musst aber frieren!“, schmollt Martin. „Das gehört dazu.“
„Nein. Ich habe nur Hunger.“ Der Bettler greift zur Schokolade auf dem Regal. „Die kannst du mit mir teilen, heiliger Martin!“
„Die Schokolade teilen?“, fragt Sankt Martin mürrisch. „Dazu hab ich keine Lust.“
„Dann bist du auch kein rechter Martin“, schimpft der hungrige Bettler.
Der heilige Martin denkt nach. „Gut“, sagt er und seufzt. „Du bekommst die Hälfte – obwohl mir das mit dem halben Mantel lieber wäre… „
„Ich will auch Schokolade“, ruft das Pferd.
Martin seufzt noch einmal, dann teilt er die Schokolade in drei gleiche Häufchen.

E.B.

Für einen Tag möchte ich – ausnahmsweise – einen Aufruf hier veröffentlichen zu einem Thema, das sicherlich vielen von uns und Euch, liebe Besucher dieses Blogs, in dem Maße nicht bekannt und bewusst sein mag. Auch ich erfuhr davon nur durch Zufall und bin sehr bestürzt.

Ein Heilpflanzenverbot!!!

Ehrlich, ich fasse es langsam nicht mehr, was hinter den Kulissen bzw. so ziemlich heimlich, still und leise an uns vorbei läuft, Dinge, die wir erst realisieren, wenn es zu spät ist und wir uns nicht mehr wehren können. Und Pflanzen, wie sollen die sich wehren?

Ich wäre Euch wirklich dankbär, wenn Ihr Euch die Zeit nehmen könnt, den folgenden Aufruf zu lesen … und vielleicht zu handeln.

Bitte!

Danke!

Bis zum 11.11. braucht es noch ca. 20 000 Stimmen um ein Heilpflanzenverbot abzuwenden!

Das Hatten wir schon mal. Da wurden sie Hexen genannt und verbrannt!
Das war vor 400 Jahren. Viel Wissen ging damals verloren. Viel Elend kam dazu.

Wir haben ein recht auf Selbstheilung. Wir wollen keine
Gewinnmaximierungssymtombekämpfungsmittelkonsumenten der Pharmakartelle sein, bis wir
unwirtschaftlich sind um ab Rente 70 abzuschalten.

Wir wollen Recht auf unsere Gesundheit. Die Tragweite ist den meisten Bürgern offensichtlich nicht
im mindesten bewusst.

Jede(r) von uns benutzt im täglichen Leben Heilpflanzen in Form von Tees,
chinesische, ayurvedische Mittel, Kräutermischungen etc.

Dies soll alles verboten werden!

Lest selbst: Ab April 2011 soll das Gesetz für Nahrungsergänzungsmittel
und
Heilkräuter (THMPD – Traditional Herbal Medical Product Directive)
EU-weit durchgesetzt werden.

Das bedeutet:

Die auf Teemischungen basierende Kräuterheilkunde wäre dann
wahrscheinlich
um die Hälfte der dort eingesetzten Kräuter beraubt, da es wenig
„wissenschaftliche Forschung“ über gebräuchliche, einheimische Kräuter
gibt und diese dann ohne aufwändige
Forschung keine Zulassung als Arzneimittel bekämen.

Fast alle chinesischen und ayurvedischen Heilpflanzen und ein guter
Teil der europäischen Heilpflanzen sollen mit dieser EU-Novelle
verboten und aus dem Handel genommen werden.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die Pharmaindustrie hätte die
Naturheilkunde „Schachmatt“ gesetzt und könnte diesen wachsenden Markt
für sich übernehmen.

Jetzt sind wir alle gefragt und können noch Einfluss nehmen.

In Deinem, Ihrem, Eurem und unserem Interesse BITTE diese Petition
unterzeichnen, um dies vielleicht doch noch
abzuwehren . . .

*Bitte an alle Freunde und Bekannte weiterleiten, da erst  20.000
unterzeichnet haben und es 50.000 Unterschriften bedarf.

Stichtag ist der 11.11.10. also es bleibt nicht mehr viel Zeit.* *

Man muß sich auf der Seite vom deutschen Bundestag registrieren* *

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14032*

*

und die Petition dann unterzeichnen – es dauert nicht lange !* *

Hier noch ein Link mit sehr guten Infos bitte durchlesen !!!* *

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/eu-richtlinie-thmpd-das-aus-fur-heilpflanzen-und-naturheilmittel*

Alles Liebe   M. & P. (Namen von mir nachträglich abgekürzt)

So schoen war es heute Nachmittag fuer ein kurzes Sonnen-Weilchen im Wald. Und ein paar Blaetter hielten sich auch noch tapfer an den Aesten der Baeume fest. Zwei Rehe trafen wir auch. Sie ruhten zum Herbstmittagsschlaefchen mitten auf dem Weg.
Wir freuten uns, der Baer und ich.

 

Im Herbstwald. Dieser Weg ist unser Haupt-Gassi-Weg. Er verläuft direkt über unserem Haus parallel zur Straße, nur etwa 100 Meter oder so höher und über ein schmales Schleichpfädchen bei guter Kondition oder wenn der Bär mich zieht ;) schnell zu erreichen.

Nachtrag am 10.11.: Ganz stolz bin ich, dieses Foto auf dem Rechnerschirm zu sehen. Es war der Versuch, ein Handyfoto vor dem Einschlafen vom Bett aus auf dem Handy zu bearbeiten und zu bloggen. Hat ja schon wundervoll geklappt. Nur der schwarze Rahmen gefällt mir noch nicht so gut … ich „übe“ weiter.

Ein glücklicher Mensch, der eine Seelenschwester im Laufe seines Lebens gefunden hat.

Ich habe das Glück, mich zu jenen Glücklichen zählen zu dürfen, wenn auch meine Seelenschwester viele hundert Kilometer und mehr von mir entfernt wohnt. Dennoch ist sie stets ganz nah und da.

Auch heute Nachmittag, als ich einen kleinen Durchhänger hatte. Gerade als ich, ein bisschen überstresst und weinerlich, zum Handy griff, um ihr eine SMS „Kann ich mich eine Minute lang an deiner Schulter ausheulen?“, zu schreiben, ertönte das vertraute SMS-“Kling-Klang“ aus meiner Nachrichtenbox. Seelenschwester fragt an, wie es mir geht. „Guuut“, antworte ich sogleich freudig und auf einmal ganz und gar tränenlos. „Wie schön, dass es dich gibt!“

Ist das nicht wunderbar?

:)

„Mist!“ Ich fummle genervt am Gürtel meiner Hose herum. Sie passt nicht mehr. „Ich muss mir eine neue Hose kaufen. All meine Hosen sind – irgendwie – so schlabberig und schlotterig geworden. Komisch.“

„Du hast abgenommen“, sagt Herr Federwelt und grinst. „Steht dir gut!“

„Ich? Abgenommen? So ganz ohne Diät?“ Ich denke nach. Eigentlich esse ich mehr und häufiger und kalorienreicher als die letzten Jahre, seit die früheren, längst entsorgten Hosen einfach nicht mehr passen wollten. Aber vielleicht hat der Liebste aller Lieben ja Recht? Die Monate fulltime mit einem kranken Mann, mit Haus, Garten, Hund und Job und mit wenig Schlaf waren schon recht stressig gewesen. Deswegen hatte ich ja auch auf eine ausgewogene, kräftigende Ernährung geachtet und dabei jeglichen Süßkram völlig vergessen. „Verflixt!“, seufze ich. „Warum habe ich Esel alle Klamotten, die zu eng geworden sind, in die Kleidersammlung gegeben?“ Ach, warum frage ich? Ganz einfach. Weil ich mir gaaanz sicher war, nie mehr selbige (die Klamotten)  würde tragen können.

Während ich noch darüber nachgrüble, breitet sich ein beseeltes Grinsen in Herrn Federwelts Gesicht aus.

„Hast du nicht“, sagt er vorsichtig. „Oben in der Dachschräge, ganz hinten rechts hinter den Bücherkisten und Koffern, da liegen sie, deine Lieblingsjeans und all das von damals. So etwas wirft man doch auch nicht einfach so weg, oder?“

„Äh. Du … hast … die … Altkleidertüten … damals … nicht … in … den … Container … geworfen? Obwohl du mir versprochen hattest, nie mehr etwas Sinnloses aufzubewahren.“

Herr Federwelt grinst noch mehr? „Sinnlos. Was ist schon sinnlos?“, murmelt er und beginnt, mir einen Vortrag über Sinn und Unsinn und das Sammeln alter Schätze überhaupt zu halten.

Ich aber höre nicht mehr zu. Ich jage schon die zwei Treppen hinauf zur Dachschräge, die ich wegen Herrn Federwelts chaotischer Sammelleidenschaft ebenso selten betrete wie gewisse Räume im Keller, wühle mich durch Unmengen von sinnlosen Müll-Aufbewahrungskisten und -tüten – und finde all meine Kleiderschätze, die ich seit Jahren für entsorgt wähnte. Oh, diese Pullis und Shirts sind ja wieder ganz en vogue, und da, meine alten Levis, in allen Farben und Verwaschungs-Schattierungen. Glücklich wie ein Kind zu Weihnachten wühle ich mich durch Tüten und Kisten und bin selig. Und das Schönste: Sie passen wieder, die geliebten 501er-Levis.

Sie passen! Sie passen! Sie passen! Wie wundervoll!

„Ich sollte mich mal wieder auf die Waage stellen“, sage ich später zu Herrn Federwelt. „Wo hast du die denn hingeräumt?“

Er grinst, der Gute. „Entsorgt“, meint er gelassen. „Sinnloses muss man ja nun wirklich nicht aufbewahren, oder?“

Öhhhh …

Manchmal ist es halt doch von Vorteil, sich einen Jäger (Sperrmüll!) und Sammler (fast ALLES) im Haushalt zu „leisten“. ;)

Nun ist er hier durch vor einer knappen Stunde von der Grenze her nun vorbei durch Mannheim, der verhasste Giftzug … Hilflos sieht man ihm hier in der Region hinterher. Und bar jeden Verständnisses. Wie kann man nur? Wie verantwortungslos Ihr doch seid, Ihr da oben in Berlin! Und immer weiter und weiter wird diese unmenschliche Energiepolitik betrieben, eine Politik, die viele Menschen längst nicht mehr begreifen bzw. über die sie hinweghören, aus Ohnmacht oder abgestumpfter Resignation oder schlicht aus Dummheit. Von unserem Bergstraßenort kann man bei guter Sicht gleich zwei Kraftwerke sehen, Biblis und Philippsburg – und kein Ende in Sicht. Danke, Frau Merkel!

Und während der Zug durch unser Land gen Norden zockelt, werden wir im TV mit dümmlichen Shows und Volksmusikheileweltsdudeleien abgelenkt. Brot und Spiele … oder intellektuelles Endlager der anderen Weise?

Mir ist schlecht …

Aufwachen und entdecken, dass sich der Bär in aller Pracht und Größe verbotenerweise heimlich und leise im Bett breit gemacht hat und zufrieden vor sich hinschlummert, ja, das lässt das Herz vor Wohlbehagen ein bisschen höher schlagen. Da bleibt nichts, als sich nochmals in die Kissen zu kuscheln und dieses Novembermorgenkuschelgefühl mit dem Riesenhundewollknäuel einfach zu genießen. (Hunde haben im Bett nichts zu suchen. Ich weiß, Mama, aber …)

Am Frühstückstisch mit den obligatorischen Erstfrühstücksgetränken, Mineralwasser und Espresso, sitzen und beim ImmerNochAufwachen und Warten, dass es draußen hell wird, bei Twitter den täglichen Morgengruß in die Welt zu rufen und von einigen Zwitscherern ebenfalls begrüßt zu werden, lässt den Tag ebenfalls ein Stück heller erscheinen. Dann durch einige Stammblogs streifen, ein bisschen lesen und einen Kommentar in einem jener Blogs zu finden, der die Seele zum Lächeln bringt, ja, das ist ein kleiner Glücksblick am frühen Morgen. Wie schön ein Tag doch beginnen kann. Danke, Frau Neunmalklug! Meine Antwort an Dich steht noch aus … doch nun muss ich los. Es ist hell geworden, der Bär ruft … und der Wald auch. Gassi gehen!!!

Und nachher wird richtig gefrühstückt. Wenn ich heimkomme nämlich, darf ich mich an einen schön gedeckten Tisch decken. Herr Federwelt kann nach langer Krankheit seit einigen Tagen wieder Frühstück zubereiten – und ehrlich, gibt es einen noch schöneren Tagesbeginn? Nein.

Heute hat das trübe, windige, nasse Novemberwetter, das ich – im November, aber wenn’s geht nur da – sehr liebe, nach einer langen Phase mit herrlichem Hochdruck- und Blauhimmelwetter nun auch uns erreicht. Ich finde, ein trüber, windiger Nasstag gehört einfach in diesen Monat, damit man sich so richtig „novembrig“ fühlt. Frischen Westwind vom Atlantik um die Nase und Regentropfen im Haar spürend traf ich auf dem Heimweg einen älteren Herrn. Na ja, er war schon sehr viel älter – und doch sooo jung! Mit einem quietschbunten Regenschirm in der Hand tanzte er um eine Regenpfütze, ruderte mit den Armen, lachte und summte ein Liedchen. Hätte ich es nicht besser gewusst, würde ich sagen, ich hätte heute Herrn November persönlich getroffen.

Bäume. Ich liebe sie.

Und ich liebe es in dieser Jahreszeit, ihnen dabei zuzuschauen, wie sie sich für den Winterschlaf bereit machen. Sie fahren ihre Krallen ein, denke ich, wenn die trockenen Blätter knisternd und raschelnd zu Boden fallen. Sie werfen Ballast ab, um sich für den Neuanfang im nächsten Jahr zu rüsten. Sie … sind so nahe, so menschlich fast … Bäume, ich liebe sie …

Der Kastanienbaum vor unserem Haus

Ein Kastanienbaum steht vor unserem Haus.
Er sieht im Herbst bunt und fröhlich aus.
Die gelben Blätter säuseln im Wind
und flüstern: “Sieh, wie die Zeit verrinnt!
Erst frühlingsjung, sommergrün, und schon bald
hängen wir herbstgelb, vertrocknet und alt
an unseren Zweigen. Das Ende ist nah.”
Und eines Tages ist es dann da.
Der Sturmwind fegt in die Zweige hinein.
Er lässt die Blätter wirbeln und schnei’n.
Wie Schneeflocken, so leicht und so munter,
trudeln sie auf den Boden herunter.
Ganz traurig und kahl sieht er nun aus,
der Kastanienbaum vor unserem Haus.
Doch verborgen wartet als kostbarer Schatz
in den Ästen eine Knospe am Blätterplatz.
Das Wunder, man kann es sehn,
wird im nächsten Frühjahr gescheh´n,
und alles fängt wieder von vorne an,
so wie es Jahr um Jahr stets von neuem begann.

E.B.

Allerheiligen. Feiertag. Was feiern wir? Die Toten? Schon als Kind habe ich das nie begriffen. Wir wohnten in der Naehe des Friedhofs, der zu Allerheiligen fast einem Rummelplatz glich. Nie sind wir an diesem Tag zum Friedhof gegangen. Mein Vater sagte immer, wenn man dazu einen festgelegten Feiertag braucht, so ist da etwas gar nicht in Ordnung. Spaeter erst habe ich begriffen, was er meinte, und ich trage meine Toten jeden Tag im Jahr mit mir. Manchmal sind sie ganz nah, manchmal weiter weg, aber immer irgendwie da, und das ist gut so.
Allerheiligen.
Heute waren sie auf einmal ganz fest bei mir, gerade, als ich unter einer praechtig herbstbunt geschmückten Buche beim Waldlauf kurz innehielt. Es war windstill, ich sah liebe, lang vermisste Gesichter vor mir – und sanft loeste sich ein gelbes Blatt vom Ast des Baumes und segelte leicht genau vor mir zu Boden. Und noch eines und noch eines und … und in jedem Blatt sah ich ein anderes Gesicht, eine andere schoene Erinnerung. Wie kleine Sternchen fielen sie zu Boden, die Blaetter, – und ich laechelte ihnen zu. Allerheiligen mit Blaettersternchen. Kann man diesen Tag noch zauberhafter erleben?
Ich laechele noch immer …
Danke, Ihr Lieben!
Danke, du Baum mit deinen Blaettersternchen…

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

November 2010
M D M D F S S
« Okt   Dez »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Besucher

  • 20,006

 

November 2010
M D M D F S S
« Okt   Dez »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.