Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Dezember 2010.

Bald ist dieses Jahr zu Ende. Ich wollte noch dieses Jahr rückblickend würdigen und ihm danken, dass es mich lehrte, „erwachsen“ zu werden. Ich wollte noch einige Anrufe tätigen, einige Mails schreiben und liebe Blogfreunde und -bekannte in ihren Blogs besuchen und meine Grüße hinterlassen. Ich wollte noch die Fenster putzen, die ich mir schon seit September zu putzen vornahm und – pssst… Ich wollte noch wie jedes Jahr das Grab meines Großvaters besuchen, doch die knapp 90 km erschienen mir heute wie 900 km. Ich wollte noch so vieles mehr … Ach, Schluss damit. Reden ist Silber!

Und was habe ich heute Nachmittag statt dessen getan? Eingeschlafen bin ich ganz ungeplant nach Herrn Federwelts leckerem Mittagsmahl. Bis zur Neujahrsansprache unserer Kanzlerin, zu der ich auch schweigen werde, habe ich geschlafen. Ganz ungewohnt, das. Und wissen Sie was? Ich glaube, es war genau das, was das alte Jahr mit mir heute geplant hatte und das ist gut so. Danke, Jahr!

Und was all das, was ich noch tun wollte, betrifft: Nun ja, morgen ist auch noch ein Jahr …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leser und liebe Freunde, noch einen wundervollen Silvesterabend und ein tolles, gesundes, zufrieden machendes NEUES JAHR !!!

Salut!

 

Nun schreibe ich diese Woche über Geister und Schauriges und  mache Andeutungen aus alten Geschichten/Sagen, immer mit einem Grinsen und Augenzwinkern, und was passiert? Nein, einen Geist oder Weißen oder Weisen und auch nicht den Ritter ohne Kopf, keinen von ihnen habe ich des nächtens getroffen, doch als ich eben meine Mailbox öffnete, traf es mich wie einen kleinen Blitzschlag. Eine Eileileil-Anfrage einer Zeitungsredaktion mit dem Auftrag, bis Montag (!!!) einen Beitrag über Hexen, Aberglaube und Vorurteile eben mal schnell zu hexen schreiben. Was sagen Sie! Ist das nicht, irgendwie, wie verhext? Dabei wollte ich es mir gerade auf meinem Schlampersofa gemütlich machen und auf einen Rundgang durch Blogland gehen…

 

Raue Nächte


Hörst du es tosen, toben, über dem Berge droben ...

Hörst du es tosen, toben

über dem Berge droben

in dunkler Winternacht?

Kind, pass auf! Gib Acht!

Rau ist die Zeit

und wild die Nacht.

Geister sind auf der Lauer.

 

Bleib drin im Warmen

in Vaters Armen!

Hör die Geschichte

im warmen Lichte

von rauen Mächten

in dunklen Nächten.

Dann weißt du’s genauer.

 

Auch in Dingen, die nichts oder ganz wenig kosten, zeigt sich in unserer Gesellschaft (zumindest in der Gesellschaft, in der ich mich bewege) eine neue, unschöne Art von Geiz: Der Geiz, Lob und Anerkennung auszusprechen. Eine Angewohnheit, die ich nicht verstehe und auch nicht verstehen möchte. Was ist daran schlimm oder zeitaufwändig oder „teuer“, anderen ein „Toll“ oder „Gut gemacht“ oder „Gefällt mir sehr“ oder ein schlichtes „Danke“ zu gönnen? Im Gegensatz dazu ist man sehr sehr freigiebig damit, andere anzuraunzen, zu kritisieren, zu beschimpfen oder schlicht anzumachen. Oft wegen Kleinigkeiten nur. Dingen, die man mit ein paar klärenden Worten und einem Lächeln ge- und erklärt hätte. Warum ist das so? Vielleicht mag mir das jemand erklären?

Mein Antrag an Sie alle in jener Woche der Rück- und Vorblenden: Beobachten Sie sich doch einmal selbst – und zeigen Sie anderen Ihre Freude, Ihre Anerkennung, Ihre Würdigung des Tuns Ihrer Mitmenschen. Ein Lächeln nur – und auch ihr Tag wird damit ein kleines Stück heller. Wetten?

Ach ja, und ärgen Sie sich nicht, wenn andere, wie hier heute zum Beispiel geschehen, dies nicht praktizieren. Sie wissen es nicht besser. Sie sind arm.

 

Die Dämmerung hatte gerade eingesetzt. Es war nicht mehr richtig dunkel, aber auch nicht richtig hell. Die Bäume warfen Schatten und mit ihren Schneemützen wirkten vor allem die Tannen und Fichten fast ein bisschen surreal, wie von Geistern bewohnt. Schon sehr früh waren wir heute Morgen unterwegs, denn ich hatte später einen wichtigen Termin und wollte den Bären nicht mit einem lausigen „Gartengassi“ enttäuschen. Knackig kalt war es im Wald und – ganz ungewohnt – knackten die Stämme der hohen Bäume irgendwie auch ganz eigenartig. Es war, als säßen fremde Wesen auf den Zweigen und klopften wie Spechte gegen die Baumrinden. Richtig unheimlich schön war das.

Und mir fielen die Weisen und die Weißen ein, von denen mir neulich ein Ureinwohner unseres Städtchen erzählt hatte. Die nämlich seien im Dezember im Winterwald unterwegs, besonders am 20. Dezember und in den rauen Nächten vor Silvester. Ob ich denn keine Angst hätte, so alleine im Wald, fragte er mich. Ich verneinte und versuchte ihm zu erklären, dass mir kein Geist der Welt so viel Angst zu bereiten vermag wie viele Menschen aus Fleisch und Blut, Sachbearbeiter und Bürobeamte inbegriffen. Das konnte er nicht verstehen und ich erklärte es ihm. Im Gegenzug erzählte er mir die Geschichte und Geschichten von jenen mysteriösen Weisen und Weißen:

Bei ersteren handelt es sich um all die klugen und weisen Verstorbenen des Ortes über Jahrhunderte hinweg, die in den Dezembernächten zuweilen Gestalt annähmen und im Wald zwischen Bäumen schwebten. So mancher von ihnen sei schon ganz deutlich identifiziert worden, erkärte mir mein Informant. Und wer das Glück hat, diese Weisen zu erblicken, darf seinerseits mit viel Weisheit in seinem Leben rechnen. Vielen Ureinwohnern sei diese Sache aber zu unheimlich und sie würden den Wald ab Eintritt der Dämmerung nicht mehr betreten. Ein paar Unerschrockene jedoch würden an bestimmten Tagen zur „Engelmacherhütte“ hochwandern (das ist ein Holz-Unterstand für Wanderer, rund mit offenen Fenstern, umgeben von besonders hohen Bäumen) und auf die Weisen warten. Dort oben auf dem Berg (natürlich genau meine fast tägliche Wanderroute) könne man die Weisen am besten sehen. Im Dunkeln natürlich. „Wie soll das gehen?“, fragte ich.  „Und ist das nicht ziemlich kalt, eine Winternacht in der zugigen Hütte zu verbringen?“ „Sie leuchten irgendwie“, mein Informant lachte. „Und gegen die Kälte haben wir einen guten Vorrat hiesigen Weins mit uns.“ Aha! Ich grinste. In vino veritas … und meine nicht vorhandene Geisterangst wurde noch kleiner.

„Und was ist mit den Weißen?“, fragte ich schlapp. „Das sind die Jungfrauen. Sie steigen wie Nebelschwaden von den Tälern ringsum auf und schlängeln sich mit dichten Schleiern um Bäume, Büsche und um Wanderer, die sich in jenen Nächten verirren und nie mehr den Weg nach Hause finden. Vor ihnen muss man sich in Acht nehmen, denn sie …“ Er schwieg und ich bohrte nach. „Und?“ „Nun ja, sie sind halt entsetzlich unheimlich und gefährlich und  …“ Ihm versagte die Stimme und ich war froh darum.

Ob ich heute oder morgen oder übermorgen Abend mal zu jener Geisterhütte wandern soll, ja, und ob ich – außer „Weingeistern“ – irgendetwas Gespenstisches entdecken würde? Die Raunächte, heißt es, sollen ja nicht ganz ungefährlich sein, oder?

Meine rechte Weihnachtsfreude ist wieder einmal, dass Die rechte Weihnachtsfreude einen so wundervollen Anklang gefunden hat. Haben Sie vielen Dank für die netten Kommentare und die arg vielen Klicks ins Blog in den letzen Tagen. Ganz besonders danke ich der lieben April, die zu meiner Freude der Freude, pardon, der rechten Weihnachtsfreude als Lesetipp einen Blogeintrag gewidmet hat. Das ist wunderbar und war mir eine Freude.

Danke Ihnen allen !!!

Diese Geschichte ist übrigens schon sehr alt. Es war eine meiner ersten Geschichten, dich ich einfach so mal schrieb, und ich freue mich gerade bei diesem Text sehr darüber, dass er auch heute noch, so etwa 20 Jahre später, noch immer gut ankommt, dass Leute daraus sogar Weihnachtsspiele basteln und sie aufführen. Ist das nicht schön? Das Alter sieht man dem Text übrigens auch an, jedenfalls sehe ich es: Zum einen ist der Text sehr lang, zu lang, geraten. Und nie würde ich heute noch „Mutti und Vati“ schreiben, denn das ist, habe ich lernen müssen, megaout. Dennoch werde ich „Die rechte Weihnachtsfreude“ dahingehend nicht ändern. Papa und Mama, nein, das klingt im Kontext viel weniger witzig.

Meine diesjährige „rechte Weihnachtsfreude“ allerdings war der Schnee! So eine schöne Schneeweihnacht hatten wir in unserer Gegend noch nie. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, jemals so viel Schnee zu Weihnachten weggeschippt zu haben. Der Wehmutstropfen: Ich musste den Schnee mit dem Bären alleine genießen, da Herr Federwelt noch immer nach seinen unfallbedingten OPs  rekonvalesziert und ans Haus gebunden ist und da Freunde, die uns besuchen wollten, es nicht gewagt haben, bei der Witterung zu uns den Berg heraufzukommen. Doch auch aus Wehmutströpfchen kann man etwas Gutes tun: Es war das gemütlichste Weihnachtsfest seit langer Zeit mit viel reden, musizieren, lesen, Hörbücher hören, Filme gucken, ausruhen – und Schnee schaufeln und natürlich BärenWaldGänge. Eigentlich perfekt und eigentlich wünschte ich mir, es gäbe in diesem Jahr vier Weihnachtsfeiertage oder fünf oder … Kurzum, dieses Weihnachten war wirklich so richtig eine rechte Weihnachtsfreude.

Und wie ist es Ihnen so ergangen?

Die rechte Weihnachtsfreude und ein wundervolles Fest wünsche ich Ihnen allen.

Feiern Sie schön und haben Sie es wohl!

Die rechte Weihnachtsfreude

In diesem Jahr hatten wir keine Idee, was wir Vati zu Weihnachten schenken sollten. Etwas Besonderes sollte es sein, etwas, das ihn immer an uns erinnerte. Und kosten durfte es auch nichts. Vati sagte nämlich, etwas Gebasteltes sei viel schöner. Über unsere Geschenke hatte er sich auch immer gefreut, doch dann landeten sie in einer Ecke im Schlamperschrank, in dem alles Überflüssige aufbewahrt wurde. Dieses Mal musste es deshalb ein Geschenk sein, das er so schnell nicht vergessen würde. Aber was? Wir dachten lange nach, doch uns fiel nichts ein. Und so nervten wir Vati immer wieder mit der gleichen Frage: „Was wünschst du dir zu Weihnachten?“
Vatis Gesicht wurde immer unfreundlicher. „Wünschen ist doch langweilig!“, knurrte er schließlich. „Ich lasse mich lieber überraschen.“
Aber womit? Die Zeit verging, und Weihnachten war nicht mehr weit. Den Rest des Beitrags lesen »

Einen Haustürschlüssel an einem pinkfarbenen Bändchen habe ich heute im Wald gefunden. Oben weit über unserer Straße im Hang abseits aller Wege. Und auch nur, weil der Bär ein bisschen ausgebüchst ist und ich aus Angst vor übereifrigen Jägersmännern ihm hangaufwärts auf glitschigem Restpappschnee hinterher jagte. Ein guter Frühsport, wie ich fand, und der Bär, der fand’s nur lustig, ja, und da fanden wir ihn, den Schlüssel. Dreimal das Wort „fand“ in einer Zeile. Das ist schon „meisterlich, oder wie finden Sie das? Wem der wohl gehörte? Und was mochte den Schlüsselbesitzer veranlasst haben, den Waldweg zu verlassen und den nicht unsteilen Hang hinauf zu kraxeln? Ein Schelm, der Doofes dabei denkt, aber man soll ja nicht immer so viel denken, dachte ich und nahm den Schlüssel mit nach Hause. Strategisch durchdacht telefonierte ich noch vor dem Frühstück mit der Dame, die immer alles (und mehr) über jeden (und noch andere) in der Straße weiß und kennt. Et voilà! Wenig später stand, mit verschämtem Blick, die rechtmäßige Schlüsselbesitzerin vor mir und bedankte sich überschwänglich. Ja, und sie überreichte mir eine Tafel Schokolade als Finderlohn. Das fand ich toll und über diese Schokolade freue ich mich nun viel mehr als über jede gekaufte. Auch wenn ich das obligatorische „Das wäre doch nicht nötig. Es ist doch selbstverständlich, dass ich…“ brabbelte. „Nein“, hatte sie mich unterbrochen. „Sie hätten den Schlüssel auch liegen lassen können.  Selbstverständlich ist heutzutage nichts mehr.“

Selbstverständlich ist heutzutage nichts mehr? Hat Sie Recht? Darüber denke ich schon den ganzen Vormittag nach. Ich glaube, ich muss ihr zustimmen. Oder?

Da ist sie wieder! Nach gefühlten 100 ca. zehn Jahren. Meine Lieblingsjeans in meiner Lieblingsgröße. Die gute alte 501er Levis. Sie passt wieder und heute habe ich mir eine neue gekauft.  Ach, wie fühlt sich das wundervoll an. Und das schönste: wie früher kann/darf ich nun wieder essen,  wozu ich Lust habe und auch ab und an über die Stränge schlagen. Ehrlich wahr und  vor diesem nie mehr erwarteten Kauf der 29/36-Größe dank Herrn Federwelts superleckerer Vorweihnachts- und Weihnachtsbäckerei zufriedenstellend getestet. Das innere Gleichgewicht ist wieder hergestellt – und die KummerSorgenMoppeljahre, die vergesse ich nun ganz schnell. Was für ein Weihnachtsgeschenk!!!

Hat Frau Federwelt keine anderen Sorgen, werden Sie nun sicher denken. Doch, hat sie. Nur lassen sich jene mit Wohlfühlgewicht viel viel leichter tragen und ertragen. Deshalb.

Und nun stehen ein sehr leckeres Stück italien. Schokoladekuchen nach einem Rezept unseres italienischen Lieblingsleckereienlieferanten, Kaffee und eine Schüssel mit kleinen Vitaminbömbchen (Apfelstücke, Birnenstücke, Bananen und Clementinen) auf dem Tisch neben ipod, Lieblingsweihnachtsbuch und Apfelbook und versprechen einen ruhigen, gemütlichen Vorweihnachtsabend. Und für den Hörgenuss sorgt Herr Federwelt , der endlich endlich endlich nach vier langen Jahren Rekonvaleszenz nach Unfallverletzung wieder längere Phasen Klavier spielen kann. Im Augenblick sind’s auf meinen Wunsch Passagen aus meinem Lieblingskonzert 1 b-moll von Herrn Tschaikowsky, um später sicherlich in weihnachtlichen Melodien auszuklingen. Auch ein Geschenk, das ich mir heimlich wünschte, von dem ich aber glaubte, es nie wieder bekommen zu können. Was für ein wundervoller Abschluss nach vier entsetzlichen, nervenzerfetzenden Jahren.

Ich freu mich!

Gut, gut! Ich gebe es offen zu: ich liebe es zuweilen, falsch, immer öfter kitschig und triefig und harmoniemächtigvoll. Besonders im späten Herbst und um die Weihnachtszeit. Und ich liebe Bücher, die keine sogenannten „guten“ Bücher, und Filme, die keine sogenannten „guten“ Filme, sind über alles. Auch besonders im späten Herbst und um die Weihnachtszeit. Und überhaupt, was zeichnet ein „gutes“ Buch und einen „guten“ Film aus? Die Antwort auf diese oft gestellte Frage steht noch aus, jedenfalls in der Weise, dass ich zustimmend nicken könnte. Geht es um Anspruch und Niveau – oder um Freude und Spaß und Wohlbefinden? „Sie verbringt den Abend mit einem guten Buch bei einer schönen Tasse Tee … “ (=Zitat) Neee, wie oft hören oder lesen wir diese Phrase. Gut. Was ist gut am Buch? Das Cover, die Buchgestaltung oder der Inhalt im Sinne von anspruchsvoll versus schmalzig/trivial. Und was ist schön an jenem vielbemühten Begriff „schönen Tasse Tee?“ Die Tasse, weil wertvoll und von Omas Meißen-Service, oder die goldgelbe Flüssigkeit oder … Aber ich schweife ab.

Also, den gestrigen Abend verbrachte ich mit einem für Kritiker sicher „nicht guten“, aber herrlich schmalzigen, märchenhaften, wundervollen Weihnachtsfilm, dem Kleinen Lord – und ich war glücklich. Ich bin es heute noch. Wie in jedem Jahr. Ohne den „kleinen Lord“ kann Weihnachten nicht kommen, darin sind wir uns einig, Herr Federwelt und ich. Und wir wischen uns ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln.

Sie dürfen mich belächeln oder mitlächeln! Gut ist nämlich alleine das, was auch gut tut – und nicht für andere nur gut wirkt …

Einen GUTEN Abend Ihnen und DANKE für Ihre Besuche in meiner Federwelt! Auch wenn ich zur Zeit kommentarfaul bin, weil ich lieber in der Zeit, in der ich hier Kommentare abhandle, Ihre Blogs besuche, denn das tut mir – und Ihnen vielleicht auch – gut.

Gut?

Gut …

So viel schöner Schnee an so viel tollen Tagen, und das noch vor dem kalendarischen Winterbeginn. Wie schön! Staunend schlendere ich durch die weiße Welt, stelle fest, dass es unzählige Weiß-Farben gibt und wie wundervoll die Himmelsfarben das Weiß immer wieder aufs Neue verwandeln. Ja, mit staunenden Augen bin ich an Schneetagen unterwegs, war es schon immer, schon in meinen ersten Kindheitserinnerungen. Und mit dem ersten Schnee, damals, musste auch ein gewisser Herr SOFORT in unseren Garten Einzug halten: ein Schneemann! Selbst gebaut natürlich. Na ja, damals mit Papas oder Opas Hilfe.

Aber wo sind sie heute, die Schneemänner? Ich suche und suche und – ganz ehrlich – ich habe keinen einzigen Schneemann in Gärten, wo Kinder leben, oder vor den Häusern oder auf Spielplätzen gesehen. Ehrlich nicht. Ich habe auch nur ganz wenige Kinder gesehen, die mit ihren Rodlern unterwegs sind oder die, wie ich als Kind und heute als „Olle“, die Schneewelt bestaunen. „Baut ihr keine Schneemänner“, frage ich einige Kinder hier aus unserer Straße. „Och nö. Ist so kalt“, erfahre ich. Ach so! Klar!

Ich ging nach Hause … und baute einen Schneemann. Einen Großen. Mitten auf den Gehweg vor dem Haus.

Und nun weint er, der Schneemann. Er fühlt sich so alleine ohne seine Schneemannkollegen …

„Wann gehn wir?“, fragt der Bär am Morgen. Es ist noch früh. So früh, dass ich eigentlich noch im Bett liege.

„Später“, murmle ich und schaue auf die Uhr. „Es ist noch dunkel.“

Der Bär grummelt. Es ist, als sagte er: Im Sommer waren wir jetzt um diese Zeit schon im Wald, also mach, dass das Dunkel verschwindet. Und grummelnd trollt er sich, der Bär. Zwei Treppen aufwärts zur Haustür. Dort wartet er. Neben dem Korb mit der Hundeleine.

„Wann gehn wir?“, fragt der Bär, als ich im Bad bin.

„Später. Es ist noch dunkel.“

Grummeln. Fiepen. Hundetappser auf der Treppe.

„Wann gehn wir?“ Fast schlägt der Bär mir später das Glas Mineralwasser aus der Hand.

Ich sitze nun in der Küche, versuche wach zu werden, vergewissere mich mit Immer-Wieder-Blicken aus dem Fenster, dass es auch wirklich noch dunkel ist und ich nicht lüge. Nein, ich lüge nicht. Ich seufze wieder. „Es ist noch dunkel.“

Grummel. Treppe. Nur noch eine Treppe, denn ich bin nun, wie gesagt in der Küche. Es wird leichter für den Bären. Nicht für mich. Wo bleibt der Espresso?

„Wann gehn wir?“ Wieder steht er da, guckt, wedelt mit der Rute, grummelt. (Der Bär bellt nicht. Er bellt nie. Der Bär grummelt und fiept, letzteres in höchsten, nervzerfetztenden Tönen)

„Später…“ Grrrrr …

Das sage ich jeden Morgen so viele Male und der Bär tappst so viele Treppen auf und ab und auf und ab und auf und ab, dass seinem Bedürfnis nach Auslauf fast schon Genüge getan ist.

„Wann gehn wir?“ Auch jetzt steht er wieder fiepend und grummelnd neben mir.

„Es ist noch … Ach was…“ Ich seufze, fluche leise und stehe auf. Gehen wir halt.

Und es ist immer noch dunkel … und saukalt.

 

Nachtrag, zwei Stunden später, gegen 10 Uhr am Samstagmorgen:

Wir sind wieder da. Es war sogar sehrsehr kalt und sehrsehr schön. Es hatte heute Nacht wieder geschneit und wir waren die ersten im wadentiefen Schnee. Nur Spuren von Rehen und Wildschweinen „erzählten“ uns, dass wir doch nicht ganz alleine unterwegs waren. So mag ich den Winter. Herrrrrlich. Danke Bär!

Die Gunst der frühen Stunde nutzend habe ich meine kleine Ixus mitgenommen. Spaß hat es gemacht, das Fotografieren. Und der Bär? Der hockte, nachdem er sich ausgetobt hatte und rehsicher wieder angeleint war, im Schnee … und grummelte.

„Wann gehn wir? Heim?“

„Später …“

„Aha!“ Nun weiß ich, weshalb der Stromgigant mit fragwürdigen Mahnterminen via Mahngebühr seinen Etat aufstocken muss. Sein Hauptaktionär oder wer auch immer steigt aus und das Land BW mit dem netten Herrn Mappus muss dem Giganten, der ja nur etwas über eine Milliarde Gewinn im letzten Jahr machen konnte, unter die Arme greifen. DAS geht natürlich nicht und so müssen alle Sachbearbeiter gucken, ob die Stromrechnungen der Kunden zum 3. des Monats auch wirklich bezahlt sind. Wie groß ist das Frohlocken, wenn das Geld erst am 4. oder 5. aufs Konto eingeht. Jubel! Nun kann man 4 Euro Mahngebühr einfordern. Toll!!!

Fragwürdig? Sicherlich. Doch wer das Monopol hat, darf das. Als brave Bürgerin habe ich eilig die ausstehenden 12 Euro Mahnkosten für die letzten 3 Monate der „Verweigerung“ überwiesen. Schließlich braucht der Gigant doch Geld – und ich brauche ein warmes, helles Haus. Jahaaa …

An dieser Stelle DANKE FÜR IHRE KOMMENTARE – und sehen Sie es mir bitte nach, dass ich zur Zeit Kommentare nicht einzeln beantworten kann. Ich habe mir ein paar Tage „Leisertreten“ verordnet, oder, wie die liebe Frau Landgeflüster sagen würde: „Weihnachtsentstressung“ (ein tolles Wort,  das ich mir von ihr nun entleihe, nicht wahr?)

Bevor ich nochmals in die Schreibtischkante beiße, schreibe ich es lieber hier auf.

„Wir stellen Ihren Strom ab!“, erklärt mir gerade der freundliche Sachbearbeiter des hiesigen Energieversorgergiganten. „Wieso das?“, frage ich ahnlungslos, hatte ich doch immer brav die monatlichen Pauschalbeträge zum 1. jeden Monats abbuchen lassen. „Sie haben die Mahnbegebühren der letzen 3 Monate nicht bezahlt und wenn die Summe über 3 x 4 Euro, also 12 Euro, nicht bis Freitag bei uns eingeht, wird Sie nächste Woche unser „WasWeißIch-Dienst“ aufsuchen zwecks Unterbrechung der Stromzufuhr!“ „Hä?“ Ich bin wie vom Donner gerührt. „Moment“, sage ich, nun etwas lauter, laut meinen Kontoauszügen ging der Betrag pünktlich online jeweils zum 1. jeden Monats an Sie weiter. „Stimmt“, meinte der „nette“ Sachbearbeiter ungnädig. „Aber die Gelder waren nicht pünktlich zum 3. jeden Monats bei uns.“ „Hä?“, jappse ich noch einmal, nun völlig neben der Rolle. „Ja“, meint er dienstbeflissen, „Ihnen obliegt die Achtung darüber, dass Ihr Geld pünktlich bei uns eintrifft. Also zahlen Sie den Betrag – oder ich veranlasse den … Blablablaaaaa.“ „Danke“, unterbreche ich ihn schlapp. „War nett, mit Ihnen gesprochen zu haben. Und Frohe Weihnacht auch.“ „Halten Sie mich nicht für blöde“, herrscht er mich an. „Diese Maschen und überhaupt und Blablabla. ..“ Ich lege auf und beiße in die Tischkante.

Und nun singen wir: „Stromlose Weihnacht überall, stromlose Weihnacht überall, Weihnachtszeit, nette Zeit, alle tun sich gut allezeit. Stromlose Weihnacht überall … usw…“

Singen Sie mit?

PS: Ach ja, das war Eintrag „Sachbearbeiterphobie“ Nummero 4

Nach einem Bummel durch einen herrlich sonnigen, aber windchillig frostigen Wintertag bummele ich ganz bewusst wieder einmal durchs Internet. Ich besuche Autorenforen, in denen ich bis etwa 2008 eifrige Mitstreiterin war, und Blogs von Autorenkollegen und erinnere mich an eine Erkenntnis, die ich vor 20 Jahren lebte. Unbewusst lebte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Mit dieser sokratischen Weisheit fing ich damals mit dem Schreiben an. Ich hatte Glück, denn ich hatte keine Ahnung vom Markt und seinen Erfordernissen, ja, ich hatte nicht einmal einen Schreibratgeber je gelesen (gab es damals auch noch nur sehr spärlich oder ich wusste nichts von deren Existenz, zum Glück, denn sonst hätte ich es gelassen und wäre … nein, darüber mag ich gar nicht nachdenken). Durch Zufall wurde ich ins kalte Wasser geschubst und bin geschwommen, pardon, habe begonnen, das Gewünschte zu schreiben. Und weil es gut ankam, schrieb ich weiter … viele Jahre lang. Bis die Krise mich einholte, damals, als ich im Internet Autorenforen besuchte und Schreibratgeber und Bücher übers richtige Plotten und Formulieren und Schreiben in Cafés und das Verfassen „verdammt guter Romane“ in die Finger bekam. Und … ich war blockiert und traute mir nichts mehr zu. Einige schreckliche Jahre lang dauerten die Zweifel, bis ich begriff, dass ich mich von Foren und Kollegen und schlauen Büchern fernhalten musste und mich auf das verlassen sollte, was mir Kopf und Bauch sagten.

Heute wagte ich wieder einmal einen langen Bummel zu all jenen, die mich eine lange Weile so lange zu verunsichern vermochten. Und sie schwafeln immer noch und klammern sich immer noch an „Helfer“ und „Ratgeberbücher“ und was weiß ich … Schnell bin ich geflüchtet und höre beim Schreiben weiterhin auf meinen besten Ratgeber, meinen Bauch. Und auf Sokrates natürlich. Selbstredend.

Ach ja, braucht jemand Schreibratgeber und schlaue Bücher? Ich hätte da welche zu verkaufen. Ach nein, ich schenke sie Ihnen.

You Tube Videos mag ich nicht gerne ins Blog setzen. Aber einen Link zu einem besonderen Video, den lasse ich gerne hier – für meine Leser und für mich zur Erinnerung. Es geht um Flash Mobs und die Macht Kraft der Musik. Doch sehen Sie selbst:

HIER geht’s zur Musik

Und wer davon nicht beeindruckt oder gerührt ist, der möge sich hier melden, oder für immer schweigen … ;)

Es dämmerte schon früh an jenem Dezembernachmittag. Wolken hatten sich über die Sonne geschoben. Schneewolken. Langsam schlich die Frau um das Gebäude. Leise. Vorsichtig. Sie sah sich um. Nein, da war niemand. Kein Mensch hatte sie gesehen. Sie griff zur Türklinke, hielt für einen Moment den Atem an, dann jubelte sie leise, fast unhörbar, auf.  Sie hatte Glück. Die Tür war nicht verschlossen. Noch einmal blickte sie den Weg, den sie gekommen war, zurück. Eine fast feierliche Stille lag über dem Friedhof, der am Hang über dem Dorf lag und die kleine Dorfkirche umsäumte. Hier und da schimmerten Kerzenlichter auf Gräbern, machten das Dunkel freundlich. Tief atmete sie noch einmal durch, dann betrat sie die Kirche. Zwei Kerzen am Altar erhellten den kleinen Raum nur schwach. Sie legte ein paar Münzen auf den Altartisch, entzündete weitere Kerzen, nahm zwei und stieg die schmale Holztreppe hinauf zur Empore. Eine Weile blieb sie stehen, sah zum Altar hinunter und atmete die Stille des Raumes ein. Sie liebte diesen Moment. In jedem Jahr wieder. Und sie spürte, wie der Stress der vergangenen Monate bedeutungslos wurde. Wie all die Sorgen an Wichtigkeit verloren. Nur noch Stille und Friede umgaben sie. Sie lächelte. Dann wandte sie sich um, setzte sich an die Orgel, drückte den Schalter auf „Ein“, legte die Hände auf die Tasten, stellte die Füße auf die Pedale, wartete, kostete jenen Moment des Innehaltens aus. Dann begann sie zu spielen. Bach. Toccata und Fuge d-Moll. Und die Weihnachtszeit war – für sie – nun endlich gekommen. Heimlich. Leise. Im Zauber der Klänge.

Lieber Winter!

Ich weiß, du wirst meine Bitte nur schwer verstehen können, rufen alle doch seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten nach wunderschönen Schneewintern. Wie toll, dass du dich nun – wie in den beiden letzen Jahren auch – so sehr bemühst, die Wünsche der Menschen endlich zu erfüllen. Aber so ganz ordentlich machst du deine Sache noch immer nicht. Warum, zum Teufel, musst du auch auf Autobahnen, Zugschienen und Flughäfen wintern? Die könntest du doch wahrlich auslassen, denn dort störst du so sehr, dass die Leute in den Nachrichten stöhnend vom „Winterchaos“ sprechen und scheußliche Bilder von Staus, Autounfällen und auf Autobahnen übernachtende, frierende Autofahrer sich anschauen müssen. Hast du es auch gehört und gesehen? Ja? Fein. So weißt du Bescheid. So geht das einfach nicht! Also: Gib deinen Schneeflocken Bescheid und sage ihnen ganz genau, wo sie leise rieseln dürfen und wo nicht. Alles klar? Danke.

Deine Elana

Alles weggeschafft und selbst geschafft. Fast alles. Zumindest fast alles Unangenehme (sogar das Finanzamt!), und wenn nun nichts mehr ins Haus schneit, ja, dann darf/kann/mag ich anfangen, mich auf Weihnachten, so wie ich es mag, zu freuen. Bitte … Daumen … drücken !!! Hach ja …

Und nun: Kaffee frisch gemahlen und aufgebrüht, Herrn Federwelts selbst gebackenen Panettone aufgetischt, Bachs Brandenburgische Konzerte (im November und Dezember mag ich Bach sehrsehr leiden, sonst eher nicht) ins Zimmer gezaubert, Bücher, die schon lange aufs Lesen warten, neben dem Sofa gestapelt, Kerzen angezündet und Kaminfeuer entfacht und nun: Ruhe und Genuss! Und draußen schneit’s.

Jahaaa, das ist Advent, wie ich ihn mag.

Dumm ist, wenn der alte Bürorechner, auf dem die Daten mit der Buchhaltung und dem Steuerkrams lagern, kurz vor Abgabetermin das Zeitliche segnet. Dumm ist auch, wenn man die Daten mühsam auf dem aktuellen Rechner, mit dem man schon geraume Zeit arbeitet, der allerdings auf einem anderen System als Windooofs basiert, zwar rekonstruieren kann, das liebe gute Finanzamts-Elsterprogramm aber für Macintosh nicht kompatibel ist. Dumm ist auch, dass der nette Sachbearbeiter vom Finanzamt eine Übermittlung via Scan nicht akzeptieren mag. „Drucken Sie es aus und schicken Sie Ihre USt-Voranmeldung per Briefpost, aber bedenken Sie, Abgabetermin ist wie immer der 10te.“ Tja, besonders dumm ist da natürlich, dass der ebenfalls nicht taufrische Drucker am defekten Bürorechner hängt und via Mac nicht zum Drucken zu bewegen ist.  Und da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz. Und dazu ganz besonders dumm ist, dass viele Kunden Leute alle Jahre wieder vergessen, dass wir am 24.12. Weihnachten feiern und dass der Termin immer zum gleichen Kalendertag stattfindet. Dumm deshalb, weil jenen Leuten stets zu spät einfällt, dass sie noch nette Texte oder Artikel zum Thema Weihnachten benötigen. Abgabe vorgestern, versteht sich.

Dummzeiten, alle Jahre wieder. Und was mach ich nun mit dem Finanzamt? Ich glaub, ich geh wieder ins Bett …

 

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

Dezember 2010
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Besucher

  • 20,006

 

Dezember 2010
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.