Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Februar 2011.
Nein, ich habe mich nicht in eine Auszeit geflüchtet.
Ich kuriere mich nur ein wenig aus und brauchte etwas Ruhe nach dem beruflichen und privaten Wirbel der letzten Monate.
Im Prinzip könnte ich dennoch die Federwelten mit Einträgen beglücken bestücken, doch ich will hier ja nun wirklich keine Maske tragen müssen, und ohne Maske hätten meine Beiträge in den letzten Tagen hier vielleicht etwas jämmerlich kränklich geklungen.
Reden ist Silber …
Mein dümmster Satz der Woche, ach was, das Jahres (des Jahrzehnts, meint Herr Federwelt) fiel am Freitag und erst, als ich ihn mit Zweifeln und aufrichtigem Ernst ausgesprochen hatte, wurde mir die Tragweite meiner Aussage so richtig bewusst. Und seither bin ich sehr nachdenklich. Und ärgerlich. Und traurig. Und erschrocken. Über mich selbst. Er wird mich ab jetzt durch die Tage begleiten und wird deshalb auch hier zur Erinnerung gebloggt, dieser Satz, und vielleicht ist dies, nach dem ersten Schreck, auch gut so.
Wie er lautet, dieser „dümmste Satz“?
Nun, beim Überlegen, ob ich mir eine Fortbildung/Weiterbildung in Sachen Text und Textaufbau gönnen und leisten soll, hatte ich schließlich ablehnend gesagt: „Ach was! Mache ich nicht. Das Geld und die Zeit kann ich mir sparen, denn eigentlich bin ich schon zu alt (!!!) dazu.“
Peng!
Nun gehe ich mich noch ein Weilchen schämen …
Alt werden ist nichts für Feiglinge!!!
Lieber ein Klein-Eintrag als Kein-Eintrag. Und klein wird er bleiben, der Eintrag wegen akuter Hirnüberfüllung. Ein Lebenszeichen nur und ein „Ich-muss-mal…“-Kopfauslüften gehen und ein paar Sachbearbeiter- und Kunden- und Nervzippelzappeleien der letzten Tagen aus mir heraustoben. Vorher ist wohl nichts mit mir anzufangen, von Kreativität ganz zu schweigen.
Herrje, wie kreativ und schaffensfreudig könnte man/frau sein mit ein bisschen mehr Ruhe und ein bisschen weniger von jenen Nervzwergen da draußen. Aber brauchen wir sie überhaupt noch, diese Kreativität? Ist es noch etwas wert, das geschriebene Wort, das gemalte Bild, die komponierte Musik? Ein Blick auf Honorarabrechnungen verneint dies eindeutig. Und ein Blick in die Piratenbörsen des Internets, in denen das Motto „Wir klauen alles, denn was öffentlich ist, gehört der Öffentlichkeit“ regiert, nimmt oft den letzten Mut, den man sich im Kampf gegen Bürokratennervzwerge noch bewahren konnte. Warum noch kreativ sein? Warum sich noch quälen? Es zählt nichts mehr.
Nein, ich bin nicht depressiv. Angesauert und kampfesmüde trifft’s eher.
Ich geh mal Kopfauslüften, denn ein Stück Glück bringt auch der graueste Tag, und das Heuteglück heißt: duftig milde Luft und jubelnde Frühlingsvögel draußen. Das Leben ist schön. Trotz alledem.
Ende des Lamentos so ganz ohne Maske …
Die Faschingszeit naht und damit beruflich alle Jahre wieder die Anfrage nach Texten, Erzählungen, Glossen und Gedichten, die im weitesten Sinne das Thema „Das wahre Gesicht hinter der Maske“ vorstellen. Der traurige Clown, der trotzdem lacht, wäre hier so ein Klassiker. Gut, das Thema ist nicht uninteressant und nicht oberflächlich, doch mal ehrlich: Tragen wir nicht alle Masken, nicht nur zur sog. närrischen „Du-musst-jetzt-lustig-sein“-Zeit? Ja, ich gestehe: Ich gehe fast nie ohne Maske aus dem Haus, denn die Menschen wollen ein bestimmtes Bild von mir haben und in dieses Bild passen nicht irgendwelche unbequemen Befindlichkeiten. Befindlichkeiten, die jeden von uns zuweilen mehr oder weniger, seltener oder häufiger im ‘fröhlichen’ Clownsgesichtleben beeinträchtigen. Nein, nein, bitte nur nicht zeigen, diese weniger netten Befindlichkeiten! Die Mitmenschen können nämlich nur schlecht damit umgehen. Nur zur Fastnachtszeit, ja, da wird manch einer melancholisch und möchte schöne Geschichten vom Gesicht hinter der Maske lesen. Aber bitte nur schöne … und bequeme Geschichten. Das betrifft auch Blogeinträge, doch davon wollen wir ja nun nicht sprechen, denn auch das wäre nicht so sehr bequem.
Sei’s drum. Ich schreibe meine netten Maskengeschichten und denke an die Freundin, mit der ich gestern telefonierte. Sie hat Krebs und durchleidet gerade die zweite große Chemophase. Um damit besser umgehen zu können, ist sie geflohen und lebt seit einem halben Jahr fern von ihrer Famlie in einem Ferienhaus im Süden unseres Landes. Allein mit Hund. Warum? Weil sie dort keine Maske – und Perücke – tragen muss. Weil man sie nur dort so aktzeptiert und annimmt, wie sie es für sich als normal ansieht. Weil sie dort aus dem Grund sich sicher ist, besser gesund werden zu können. Ohne Maske eben. Und ohne Kopftuch oder Perücke. Ich freue mich für sie, dass sie diese Fluchtmöglichkeit gefunden hat. Aber mal ehrlich: Wie traurig ist das denn auch? Aber nein: Ein trauriger Clown darf ja traurig sein – hinter der Maske.
Feentanz im Winterwald
Winterpause.
Vom Schlafe erwacht
tanzen die Feen zwischen Bäumen.
Leis klingt ihr Singen.
Im Einbruch der Nacht
kannst du sie sehen. Sie träumen.
Winterpause.
Ich bleibe still stehn
und lausche dem Klang ihrer Lieder.
Die Winterzeit, sagen sie,
wird noch nicht gehn.
Die Tage des Frosts kommen wieder.
Letzte Blätterkrümel wehte mir der Wind, der fast schon ein bisschen nach Frühling roch, ins Gesicht. Durchgepustet und frisch erholt verkrümelte ich mich nach der Heimkehr mit Notizblock, zwei Recherchewälzern (Historie – ich wandere durch die Zeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts), Kaffeebecher und Keksdose aufs Sofa und arbeitete delektierte mich genüsslich an den großen und kleinen Begebenheiten, die ich meiner Lektüre entnahm.
Was mich auch krümelig freute: Herr Federwelt übernimmt wieder mehr und mehr mit fortschreitender Heilung seiner Unfallverletzungen die von mir verhassten nicht so sehr geschätzten Haushaltsarbeiten. Heute hinkte wirbelte er durch die Küche, kochte und backte. Er kochte und backte lecker – und krümelig. Die Pastete aus Hack und anderen Zutaten zerböselte beim Schneiden nämlich in viele kleine, aber sehr leckere Krümelchen. Und die beiden Kuchen, ein Ribelekuchen (Möhren-Kuchen) und ein Streuselkuchen, was soll ich sagen? Superlecker – und total krümelig beim Schneiden.
Kommentar Herr Federwelt: „Seit du ‘Bio total’ in der Küche eingeführt hast, kann ich nicht mehr kochen. Es zerkrümelt alles.“ Er machte eine Pause. „Aber schmecken, ja, das tut es besser. Wie gut, dass du auch mal für eine Zeitlang Hausfrau sein musstest.“
Ist es ein Wunder, dass ich mich da krümelig lachte?
Krümeltag eben.
Und morgen wünsche ich mir einen Kuscheltag. Wie kocht man „kuschelig“?
Liebe Unfallversicherung!
Bitte zahle endlich. Ein Unfall ist ein Unfall ist ein Unfall ist ein Unfall und als solchen auch zu behandeln und vertragsgemäß abzurechnen, vor allem, wenn du, liebe Versicherung, den Unfall als solchen anerkannt hast. Vor fünf Jahren schon. Seither warten wir und ich muss – deinetwegen, liebe Versicherung – doppelt so viel arbeiten, um den Lebensunterhalt und all das, was wir mit unserer Versicherung bei deiner Versicherung im Notfall abgedeckt wähnten, zu sichern. Also bitte, liebe Versicherung, sage das deinem bescheuerten übereifrigen Sachbearbeiter und er möge nun endlich das Scheckheft zücken und uns die zustehende Prämie zukommen lassen. Ich kann nämlich gerade so gar nicht mehr kämpfen und arbeiten und ein fröhliches Gesicht aufzusetzen gelingt mir heute auch nicht, denn ich bin müde und frustriert und schlafe wegen dir oft so schlecht und konnte mich heute wegen Blitzeis nicht wie sonst im Wald austoben.
Hörst du, liebe Versicherung? Ja? Danke.
Ach ja, unsere Prämien haben wir immer ganz pünktlich bezahlt, seit über unfallfreien 20 Jahren schon. Das fandest du doch auch klasse, oder? Bitte mach, dass ich dich nun auch wieder klasse finden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Deine Elana
Nun, auch an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank fürs Mitraten. Einige Gedanken zu Opas „Geheimnis“ kamen der Lösung recht nahe, aber halt nicht ganz.
Eigentlich war Opas „Geheimnis“ nur gegenüber meiner Mutter, die dieses zu ratende Dinglein und dessen Nutzung so gar nicht schätzte, ein geheimes. Ansonsten wusste fast jeder in dem kleinen Städtchen, in dem wir lebten, davon. Und jeder machte mit – und schwieg gegenüber meiner Mutter, die sich bei einigen von Opas Eskapaden mütterlicher als mütterlich zeigte.
Bevor ich das Geheimnis nun enthülle, möchte ich noch erzählen, dass unser kleines Städtchen, ein südpfälzisches Weinstädtchen, ringsum von Weinbergen umgeben ist. Weinberge gab es auch zum Teil an Plätzen, an denen sich heute Supermärkte und Parkplätze und andere doofe Landschaftsverschandler tummeln, oft nur wenige Schritte vom Stadtkern entfernt als kleine Inseln. Schön war das. Überall Weinberge, Mandelbäume und Feigenbüsche. Doch letzteres ist Vergangenheit.
Und klar, wo es Weinberge gibt, gibt/gab es auch viele Winzerhöfe und Weinbauern, und die bauten wundervolle Weine an. Und Opa liebte als Genussmensch wundervolle Weine gar sehr, was wiederum meine Mutter gar nicht sehr liebte. Opa hingegen liebte es sehr, auf seinen Gängen durchs Städtchen oder bei Spaziergängen auf Weinbergspfaden, hier und da und dort ein paar Schlucke Wein zu kosten. Man musste schließlich wissen, ob es ein guter Jahrgang geben würde oder weniger gut oder überhaupt. Viele Städtchenbewohner waren in dieser Hinsicht wissbegierig und so gab es überall die großen Schoppengläser (= ein halber Liter) Wein, die die Runde machten.
So sehr Opa das Weinverkosten liebte, so mochte er jene Schoppengläser so gar nicht leiden. Er zog es vor, alleine aus einem Becher seinen Wein zu verkosten, was ich sehr gut verstehen konnte und kann. Da es aber damals noch keine Plastikbecher gab, griff Opa eben zu diesem geheimen Dinglein. Wie? Das sollen nun die Fotos erzählen:
Aaaalso, zunächst einmal ganz lieben Dank für die vielen Blogbesuche und Kommentare. Ich freue mich so sehr über jeden Gast und über jedes nette Wort, das mir so manch lieb gewonnener Besucher in den Kommentaren schenkt, bevor er weiter durchs Blogland zieht. Danke, danke, danke.
Und dieses DANKE rufe ich hiermit ganz laut und pauschal allen Besuchern zu und verbinde damit heimlich den Wunsch, man möge es mir nicht allzu übel nehme, wenn ich auf Kommentare selten einzeln oder sogar gar nicht eingehe, es sei denn, das Thema ist ein wirklich ernstes und tiefschürfendes. Ja, mein Verhalten mag sicherlich als unhöflich anmuten, doch ehrlich, unhöflich bin ich nicht. Ich freue mich und besuche viel lieber in der Zeit, in der ich mich artig für jeden Kommentar bedanken könnte, die Blogs meiner Besucher und hinterlasse dort – falls angebracht – meine Gedanken und Grüße zum jeweiligen Thema.
Ich hoffe sehr, dass diese Pauschalentschuldigung, die mir hier an dieser Stelle sehr wichtig ist, richtig ankommt.
So, und nun werde ich als nächstes „Opas Geheimnis-Rätsel“ lüften.
Auch hier vielen Dank fürs Mitmachen beim Raten. Es freut mich so sehr !!!
Und einige „Rätselrater“ sind der Lösung eigentlich gar nicht so weit entfernt.
Aber ein bisschen anders ist es doch noch, Opas Geheimnis.
Pssst …
Ein Spaß sollte es sein heute. Ein Spaß, der mich extrem staunen und wie folgt schlussfolgern lässt: Ich bin eine Fresserin, eine Kilometerfresserin, und dies völlig ökologischi, da ich meine Kilometer einzig per pedes heute „verspeiste“. Aus einer Spaßlaune schaltete ich heute Morgen, als ich mit dem Bären zum Gassigang das Haus verließ, nicht nur den ipod an, sondern auch jenes kostenfreie App „Schrittzähler“. Fröstelnd schritt ich also so vor mich hin durch einen ar***kalten, nebeltristen Wald, wählte die sog. „kleine Runde“, die mit dem einmal steil hoch, dann gemächlich bergab und zum Schluss die Straße nach Hause wieder steil hoch. Höchstens 1 km, so schätzte ich diese „Kleinstrecke“ bislang immer ein. Falsch. Es sind knapp 3 km. Alle Achtung. Ich staunte, und meine Neugierde mein Wissensdrang „Elana forscht“ wuchs. Mit eingeschaltetem phone-Schrittzähler in der Hosentaschen „durchschritt“ ich den Tag und „schritt“ dabei eher weniger als üblich, weil das Wetter wirklich wenig einladend zum Draußenschreiten war. Also „schritt“ ich durch Haus und Haushalt und die 101 Treppen von Arbeitszimmer zu Küche zu Keller zu Bücherzimmer zu, ach was, durchs Haus halt, und „erarbeitete“ auf diese Weise weitere 1.5 km (!!! ???). Noch ein Bärengassigang, die noch „kleinere Runde“ und auch hier nicht die gedachten 500 m, sondern 1500. Aha!
Fazit meiner „Forschung“ bis jetzt: SECHS Kilometer nur so knapp ums Haus und im „GassiWaldRevier“.
Ehrlich, nun wundert’s mich nicht, dass ich gerade so müde bin.
Nun aber wird nicht mehr „geschritten“ und der Bär soll gefälligst heute Abend mit dem Garten vorlieb nehmen. Und ich schreite nur noch zum Sofa zu einer Runde „Dösen“.
Auf später dann!
Und einen schönen Abend auch.
Nachtrag: Dieser Schritt-Test ist äußerst empfehlenswert und „gewichtsgewissenentlastend“








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