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Auf die Frage, warum mir dieses Lieblingsgedicht seit gestern nicht mehr aus dem Kopf geht, kann ich nur mit einem leisen Kopfschütteln ein „Ich-weiß-es-nicht“ antworten. Vielleicht, weil mein Kopf, mein Bauch, das kleine innere Kind in mir, mich ablenken auf eine Reise in der Fantasie/im Traum schicken möchte? Wenn ja, so gestehe ich: Gerade jetzt sind mir solche Kopfkinoreisen höchst willkommen. Ein bisschen schützen sie die traurige Seele.
Und vielleicht wollt Ihr mit mir und diesem wundervollen Eichendorff-Gedicht ein bisschen den Kopf auslüften, liebe Bloggäste.
Bitte sehr, Ihr seid herzlich zur Mittraumreise eingeladen.
Kommt Ihr?

Ach ja, und auch an dieser Stelle nochmals ein Dankeschön für Euer Lächeln …

Mondnacht

Es war, als hätt‘ der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis‘ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Tage xyz …
Wort.Los
Viel gäbe es zu sagen, doch was sind schon Worte, so sie mir im Halse stecken zu bleiben drohen?
Viel gäbe es zu tun, doch was sind schon Taten, die lustlos, weil in Gedanken woanders, und unbedeutend erscheinen?
Viel gäbe es …
Konjunktiv.

Und nein, ich werde mich nicht äußern. Zu tief ist mein Respekt und meine Trauer.
Euch und dir und mir kann ich nur versprechen, noch bewusster mein Leben zu leben, bewusst für Euch und dich und mich und für unsere Erde.
Und ich kann eines tun in dieser Phase der Agonie: Träumen und ein leises Lächeln auf die Reise schicken.
Zu Euch und dir und mir.
Fangt es auf, sodenn Ihr oder du es haben mögt!

Lohn trotz Trödeln, oder, anders gesagt, trotz schmählichster Vernachlässigung meiner Federwelt(en) habe ich – auch mit Trödel-Dödel-Verspätung erst eben entdeckt – eine sehr liebe Auszeichnung von AnnaFelicitas, Autorin des zauberhaften Blogs ZAUBERWESENTAGEBUCH, erhalten.
Fast schäme ich mich nun ein bisschen, denn verdient ein „Trödel“ eine so nette Auszeichnung?
Ich schlaf mal drüber.
Freuen tu ich mich trotzdem.
Sehr arg sogar.
Danke, Anna-Lena!
:)

Und hier wieder ein Griff in meine Geschichtentruhe als kleines Dankeschön:

Die Sache mit Kater Paul

„Was ist mit Paul los?“ Streng sah Papa Pia und Pit an. „Füttert ihr den armen Kater etwa mit Süßigkeiten?“
„Warum?“, fragte Pit und sah zu Paul hinüber, der dick und träge auf der Fensterbank lag und schlief.
„Na! Faul ist er geworden, unser Paul!“
„Und dick!“, stellte Pia nun auch fest. „Stimmt. Paul ist zu dick.“ Sie stupste den Kater an. „Komm, fauler Paul, wir gehen in den Garten.“
Paul aber blinzelte nur, dann schlief er weiter.
„Ich sage es ja. Er hat sich zu viel Winterspeck angefuttert, der fette, faule Kerl“, sagte Papa.
Pit deutete frech auf Papas Bauch, der sich ein wenig mehr über den Hosenbund wölbte als sonst. „Papa ist auch zu dick geworden“, kicherte er.
Auch Pia musste kichern. „Mama!“, rief sie. „Papa und Paul sind zu winterdick. Sie dürfen nicht mehr so viel essen.“ „Ja“, spöttelte Pit. „Papa hat nen Dickbauch gekriegt wie Paul. Die brauchen beide eine Diät.“
Und die Geschwister kringelten sich vor Lachen über das verdutzte Gesicht von Papa.
Mama aber lächelte nur: „Mal sehen, wer von beiden in diesem Frühling schneller wieder schlank sein wird, Papa oder Paul.“
„Ich natürlich“, protestierte Papa. „Ab sofort wird gefastet.“
„Armer Papa!“, lachte Pia. „Und armer Paul“, sagte Pit.
Gekränkt zog Papa den Kopf ein, doch von nun an strich er sich keine Butter mehr aufs Brot und er verzichtete auch auf Süßigkeiten. Sein Bauch aber blieb rund. Auch Pauls Bauch wurde rund und immer runder, und eines Morgens war Paul verschwunden.
„Paul ist weg“, heulte Pia. „Bestimmt ist er wegen der Diät weggelaufen.“ „Wir müssen ihn suchen“, rief Pit aufgeregt.
Er wollte loslaufen, doch Mama lächelte. „Kommt mal mit!“, sagte sie und führte die drei in den Keller. Dort, neben dem Heizungsraum, stand ein Weidekorb, ausgeschlagen mit einer weich gepolsterten Decke. Und auf dieser Decke saß ein schlanker Paul. Stolz blinzelte er Pia und Pit an, dann neigte er den Kopf und leckte über vier kleine schwarze Fellbündel.
„Katzenbabys!“, rief Pia entzückt. „Oh, sind die süß!“
„Ja“, lachte Mama. „Unser Paul ist eine Pauline. Eine hübsche, schlanke Katzenmama mit vier gesunden Frühlingskätzchen.“
Und grinsend schaute sie auf Papas Bauch. Papa räusperte sich, doch weiter kam er nicht, weil alle so laut lachten.
© E. B.

Lange Zeit hatte ich es vergessen.
Wie erfüllend ist es doch, einfach das Textprogramm einschalten, die Finger auf die Tasten legen, die Augen halb schließen – und tippentippentippen.
Nicht zu viel denken vorher.
Nicht zu viel planen.
Weg von überkonstruierten Plot-Fahrplan-Monstern.
Das schlechte Gewissen, die Zeit womöglicher sinnvoller (ist es sinnvoller, das Hetzen und Jagen?) nutzen zu müssen/können/wollen, ausschalten und schreiben.
Und schneller als erwartet ist er da, der Writers Flow. Es fließt – und das Ergebnis macht einfach … nur … glücklich.
So einfach, mein Glück!
Musste ich erst krank milde gestoppt werden, neulich, um es wiederzufinden, dieses wundervolle Glück?

Schweigen und Ruhen und Erholen muss nicht unbedingt heißen, dass man sich gut dabei fühlt.
Schweigen und Ruhen und Erholen sind nichts für Kreativameisen in Kopf und Bauch.
Schweigen und Ruhen und Erholen sind ergo definitiv nichts für mich.
Schweigen und Ruhen und Erholen werden ab sofort wie Pusteblumenflieger in die Welt hinaus geschickt, weit weg von mir.
Wer möchte sie haben, diese Flieger?
Sie entfleuchen gerade, zaghaft noch, meiner Klausur …

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

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