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Heute haben Kinder meine Birke totgeprügelt.
Mein Zauberbäumchen. Ich liebte es.
Leise, zaghaft hatte es sich am Rande der Garage in einer Pflasterritze angesiedelt.
Drei, vier, fünf Jahre, ich weiß nicht mehr genau, wie viele es sind, habe ich das Pflänzchen erst gehätschelt und gegossen, bewundert und umhegt, später haben wir uns unterhalten und eine tiefe Freundschaft gepflegt.
Zum Dank ist sie gewachsen, aus dem Pflaster, fast drei Meter hoch und hat uns den Blick vom Fenster auf die Mülltonnen gnädig verhüllt.
Ein Stück Bullerbü zwischen Beton.
Nun ist sie tot. Notgefällt.
Kinder haben sie heute – aus Langeweile? aus Übermut? – zusammengeschlagen.
Mit Stöcken und Prügeln haben sie auf sie eingeprügelt, bis ihre silberweiße Haut in Fetzen zu Boden schneite, ihre Zweige brachen.
Kinder aus der Straße im Alter zwischen 4 und 9 Jahren!!!
Es kostete viel Kraft, nicht auszurasten, so, wie ich bei Kinderstreichen immer cool zu reagieren versuche.
„Meint ihr nicht, ihr tut der Birke weh?“, fragte ich daher nur leise.
„Mamaaaa! Die Frau macht uns an!“, war die klagende und schreiende Antwort.
Die schrullige Alte, die es wagt, wegen „nur“ eines Baumes die armen Kinder „anzumachen“ ?
Der Baum ist nun tot.
Die Kinder sehen mich an wie einen Feind.
Und meine Seele, das Kind in mir, weint.
Und damit endete mein berufsbedingt erzwungener Versuch, mich aus unschönen aktuellen Themen, Katastrophen und Krisengebieten mittels Vermeidung oder Ohren-auf-Durchzug-Taktik-Selbstversuch auszuklinken.
Nur, wie soll man beruflich gewünscht Schönes schreiben, wenn draußen so gar nichts mehr schön zu sein scheint?
Kopf hoch und durch und lächeln und nicht zeigen, dass das Kind in mir – in dir – weint.
Zu Bullerbü hat es leise „Adieu“ gesagt …

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