Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den Mai 2011.
Soeben habe ich andernorts wehmütigen Herzens „Federn“ gelassen und bis auf weiteres „Welten“, in denen ich mich sehr heimlich und wohl gefühlt hatte, verlassen.
Gelassen – verlassen.
Der Satz, der, weil kryptisch, so viele Ungereimtheiten beinhaltet, sollte sich nicht reimen. Doch nun hat er sich auf das leere Blatt gesaugt und festgeheftet. Er will sich nicht löschen lassen und ich lasse ihn ebenso bewusst wie diese unsäglichen Wortwiederholungen in diesem Eintrag stehen.
Gelassen denke ich über das Verlassen nach … und lasse es damit für heute gut sein.
Nein, ich habe (noch) nichts getrunken!
Wahrlich, ich liebe sie, die Federwelt(en).
Ich liebte und liebe sie wirklich und wahrhaftig.
Aber, klar, ein ABER muss ein Beitrag, der so beginnt, beinhalten.
Also:
ABER momentan muss ich hier im Blogland auf anderen Hochzeiten tanzen und mit zwei ganz unterschiedlichen Tanzpartnern tanzt es sich – parallel – sehr sehr schlecht.
Einfach wäre nun, die Federwelt mit einem Abschiedswort und nach einer angemessenen Wartezeit via „Off“-Schalter für alle Zeiten zu verlassen, doch, ganz ehrlich, ich bringe es nicht übers Herz, diese mir so lieb gewordene Welt und mit ihr sehr nette und liebe Blogbekanntschaften so ganz aus meinem Leben zu löschen.
Lieber ein auf unbestimmte Dauer stillgelegtes Blog als ein verschwundenes, meine ich – und diese Entscheidung machte und mache ich mir nun nicht leicht.
Wie schwer sie mir fällt, lässt sich gerade daraus erkennen, wie ich hier um den heißen Brei rede und mich sehr unbehaglich dabei fühle.
Ach, ich mache es kurz:
Das Blog bleibt, wenn auch, mit wenigen Ausnahmen vielleicht, in den nächsten Monaten inaktiv.
El.ana, die Authentizität versprochen hat, verabschiedet sich getreu ihrer Grundsätze und räumt den Platz für El.ke, die ihr fest versprechen musste, ebenfalls authentisch und wahrhaftig zu bleiben.
Ja, das war’s eigentlich, was ich Euch/Ihnen sagen wollte.
Uff!
Es ist gesagt …
Habt es/Haben Sie es wohl und bitte nie vergessen: Das Blatt wird nie ganz leer sein …
Traumperlen über mir.
Grüne, hellgelbe, zart orange-errötete, rote …
Unzählig viele, so viele wie lange nicht mehr.
Aus jeder Aprilschneeblüte eine Juni-Traumperle.
Schön … und unerreichbar hoch.
Ab und zu wirft ein Vogel mir eine zu, krächzt oder tschilpt dabei spöttisch, bevor er sich der nächsten „Traumperle“ zuwendet, den Schnabel in ihr – noch nicht ganz süßes – Fruchtfleisch bohrt und sie genüsslich auffuttert.
Oh, Kirschbaum, warum bist du so unbemerkt schnell so hoch und unerreichbar gewachsen?
Egal.
Ich schaue in deine Baumkrone – sie trägt Tupfer, grüne, hellgelbe, zart orange-errötete, rote …, – und träume.
Und manchmal wirft auch er, der Baum, mir eine „Traumperle“ zu.
Ich lächle und rufe ihm ein fröhliches „Danke“ zu …
Wenn aus heiterem Himmel so etwas wie Erleuchtung in einer Sache kommt, so ist das schon etwas Erstaunliches.
Noch erstaunlicher ist es, wenn diese „Erleuchtung“ eine Story (in dem Fall ein nie vollendetes Kinderbuchmanuskript) betrifft. Eine Story, die man nie mehr glaubte, zu Ende schreiben zu können. Einfach, weil die entscheidende Wende bei den Ereignissen in der Handlung bislang keine entscheidende, sondern eine langweilige, klischeebehaftete, ewig Dagewesene gewesen ist. Monatelang, ja, über einige Jahre hinweg habe ich gegrübelt, wie der Text noch zu retten sei. Ohne Resultat. Seit mehr als zehn Jahren liegt er nun auf Halde, der Text. Der Verlag, für den er als Auftragsarbeit geschrieben und dann abgebrochen wurde, ist längst Pleite. Schon lange lange Zeit habe ich gar nicht mehr an diese Sache, diesen Text, gedacht.
Heute, urplötzlich, beim Blumengießen (!!!) war er da, der entscheidende Kick!
Das „Aha“-Erlebnis.
Ein Handlungsstrang, völlig neu und gewiss sehr arbeitsintensiv und zeitraubend, aber soooo passend und logisch, baut sich in meinem Kopf nun immer mehr auf. Und ja, er will ausgearbeitet und geschrieben werden.
Nur: So ganz ohne Plan und Auftrag und Verlag?
„Aber ja. Pronto!“, sagt der sonst so schläfrige (innere) Schweindehund, dieser Musenkiller, der heute erstaunlich nett und kooperativ zu sein schein. „Nichts ist sinnlos, wenn man es mit dem Herzen tut.“
Hach ja …
Ich seufze und lege all das, was ich heute eigentlich hätte erledigen wollen, erstmal zur Seite.
Dieser Tag ist gelaufen.
Und NEIN, langweilig wird mir, irgendwie, nie …
Frühsommer.
Frühsommer ist Holunder.
Holunder ist Zauber, ist Märchen, ist Poesie.
Holunder – 20, 30, 40 und mehr kleine weiße Sternchen an einer Blütendolde.
Sie duften, diese Blütensternchen, jede für sich und alle zusammen: Süß und herb, nach Wiesen, Wald, frischer Erde und einem Wildbach, der sich nicht zähmen lassen möchte.
Der Duft weckt die Fantasie sanft aus ihrem trägen Spätnachmittagsschlummer und trägt sie auf Flügeln in ferne Länder.
In die Länder der Fantasie.
Danke, Holunder(fee)!
Du hast mich schon immer verzaubert.
Wie heute auch wieder …
Manchmal, wenn ich nicht gerade Fenster putze oder sonst etwas Kreatives unternehme, tu ich ja auch dichten. Auch Gedichte und Liedtexte für Kinder, ja, und da habe ich in meinem Berufsblog eine Rüge erhalten. Auf der Suche nach Gedichten stieß ein tapferer Googlereiter zwar tatsächlich bei mir auf ein Gedicht zum gesuchten Thema, nur, es hat einen Haken, das Gedicht. Und der lautet so:
naia
ein bissche zukurz!!!
ZUKURZ SO GEMEINT
ich bin ja erst in der fuften klasse
also ich habe die aufgabe meines lerers erhalten:
„Ich sollte unfangreiche gedichte suchen“
Dss hier war nicht so BESONDERS lang.
mit lieben grüßen aus salzburg und den BRG SALZBURG(= Zitat)
Tja … Wie konnte ich aber auch so gemein sein!
Lieblingsarbeitsplatz – oder wie man sich beim Arbeiten „Freizeitfeeling“ vorzugaukeln vermag… ![]()

Er wird immer kleiner, der Arbeitsplatz. Und die Arbeitsgeräte.
Genau damit fühle ich mich beim Schreiben, so es denn um kreatives Arbeiten geht, am wohlsten.
Klein, aber fein:
Blütenduft (im Augenblick Holunder oder alte Rosen, hmmm…) und ein Blick ins Grüne für die Sinne, Obst für die Konzentration, Notizbuch für die Ideen und klitzekleines iPad fürs Fabulieren, für das „Aufmalen“ der Wörter, die zu Sätzen, Absätzen, fertigen Kurzgeschichten oder Kapiteln werden.
Perfekt.
Mehr brauche ich fürs Erste nicht.
Erst die Überarbeitung eines Textes findet schlussendlich auf einem „richtigen“ Rechner statt, doch auch hier ist es „nur“ ein kleines 13 “-Macbook, leicht, tragbar und, für mich am wichtigsten, Rücken-, Arme-, Hände schonend, da man die Arbeitshaltung immer wieder ändern und sich beim Schreiben in Freizeithaltung beliebt hin“fläzen“ kann.

Ein Spaß sollte es sein heute. Ein Spaß, der mich extrem staunen und wie folgt schlussfolgern lässt:
Ich bin eine Fresserin, eine Kilometerfresserin, und dies völlig ökologisch, da ich meine Kilometer heute einzig per pedes „verspeiste“. Aus einer Spaßlaune schaltete ich am Morgen, als ich mit dem Bären zum Gassigang das Haus verließ, nicht nur den ipod an, sondern auch jenes kostenfreie App „Schrittzähler“. Fröstelnd schritt ich also so vor mich hin durch einen ar***kalten, nordostwindigen Wald, wählte die sogenannte „kleine Runde“, die mit dem einmal steil hoch, dann gemächlich bergab und zum Schluss der Weg nach Hause wieder steil hoch. Höchstens 1 km, so schätzte ich diese „Kleinstrecke“ bislang immer ein. Falsch. Es sind knapp 3 km. Alle Achtung. Ich staunte, und meine Neugierde mein Wissensdrang „Autorin forscht“ wuchs.
Mit eingeschaltetem phone-Schrittzähler in der Hosentaschen „durchschritt“ ich den Morgen die üblichen Gänge, die man eben in Haus und Garten und vor allem beim Schnell-Haushalt-Durchgang so „schreitet“ und „erarbeitete“ auf diese Weise weitere knapp 2 km (!!! ???). Noch ein Bärengassigang zur Mittagszeit, die noch „kleinere Runde“ und auch hier nicht die gedachten 500 m, sondern 1500. Aha!
Fazit meiner „Forschung“ bis jetzt: SECHS Kilometer nur so knapp ums Haus und im näheren „GassiWaldRevier“.
Ehrlich, nun wundert’s mich nicht, dass ich gerade so müde bin.
Nun aber wird nicht mehr „geschritten“ und der Bär soll gefälligst den Rest des Tages mit dem Garten vorlieb nehmen. Außerdem, die Autorin muss jetzt arbeiten und endlich jenen Mord, den sie seit Tagen vor sich herschiebt, begehen. Sitzend, nicht schreitend. Ein Mord auf 4 Normseiten.
Peng!
Nachtrag: Dieser Schritt-Test ist äußerst empfehlenswert und auf nette Weise „gewichtsgewissenentlastend“
Träume sind etwas Schönes. Wer nicht träumt (oder tagträumt), lebt – irgendwie – nicht mehr.
Und wie viele träumen u.a. auch vom eigenen Buch?
Wie oft höre ich den Satz: „Ein Buch möchte ich irgendwann auch mal schreiben…“ oder so ähnlich.
Und der Träumer träumt von einem romantischen Kuschelleben in hübscher Umgebung mit freier Zeiteinteilung und überhaupt keinen Sorgen mehr, sobald das erste Buch auf den Markt gekommen ist und man dann gemütlich und genüsslich am zweiten, dritten, vierten usw. schreibt.
Gemütlich und genüsslich und sorgenfrei?
Hach ja.
Zum Glück ist’s nur ein Traum, denn die Wahrheit stellt sich doch ganz anders dar, hier nachzulesen:
Erkenntnisse nach einem Autorenworkshop
Zum Glück sind Träume kostenfrei
.
Alles in Ordnung? Eine Frage, die man mir öfter stellt.
Ja, alles in Ordnung, pflege ich in der Regel artig und erwartungsgemäß zu antworten.
„Alles in Ordnung?“ So auch heute.
„Nein“, sage ich.
„Was? Geht es dir nicht gut?“ Erschreckte Blicke.
„Doch. Schon. Nur meine Fenster habe ich immer noch nicht geputzt, das ganze Haus sieht aus wie S …, der Vorgarten auch, vom Garten hinten ganz zu schweigen, ähnlich wild schaut’s auf meiner Festplatte aus und in meinem Kopf eigentlich auch. Und ich komme einfach nicht dazu, das alles in Ordnung zu bringen. Ach ja, der Bär müsste auch dringend gebürstet werden und …“
„Na, dann bin ich aber erleichtert. Wenn es nur das ist!“
Ja, es ist nur das. Jammern auf hohem Niveau.
Aber ansonsten: alles in Ordnung.
Was sonst?
Trotzdem: Ich hasse Haushalt und Aufräumen. Es ist so unkreativ!!!
Bis auf einige Ausbesserungsarbeiten fertig und endlich zur Eröffnungsfeier freigegeben.
Unser neues Blog FANTASIEREISEN
Besonders am Herzen liegt mir dieses Blog, weil es auch Musiken (Titel aus CDs, die wir, der Gatte Paul G. Walter und ich, im Laufe der Jahre produziert haben) enthält.
Endlich wieder Musik nach fünf Jahren STILLE nach einem schweren Unfall !!!
Nun fangen wir wieder an.
Ich freue mich so, denn ein Leben ohne Musik ist für mich nur ein halb gelebtes…
Feiert mit uns! Freut Euch mit uns!
Bitte.
Danke.
Ein liebes Dankeschön auch an Andrea, die uns in diesem Blog – und demnächst auch in unseren div. Geschichtenblogs – mit ihren wundervollen Fotografien und ihren schönen, sensiblen Texten begleiten wird.
Auch hier: Ich freue mich!
Eine kleine Hörprobe?
KLICK HIER!
Nachtarbeit. An einem Thema (Nein, keine Kindergeschichte dieses Mal…) aus einer längst vergangenen Zeit geklebt. Hineingebissen. Verbissen. Leicht verzweifelt und mutlos, weil der entscheidende Kick unauffindbar war, sehr spät den Tag beendet. Entschlossen, das Thema ad acta zu legen. Vergrabenes lässt sich zuweilen eben nicht mehr ausgraben, auch nicht mit der Akribie eines Archäologen. Leicht missmutig ob dieser Tatsache zu Bett gegangen. Geträumt. Einen mir unbekannten Namen geträumt. Eine Stimme, die mir zuraunte: Such das Buch jenes Autors! Aufgewacht und zu nachtschlafender Zeit die Suchmaschine im Rechner betreten. Fundstück: Der geträumte Name. Autor eines Buch zu meinem vergrabenen Thema. Lächelnd wieder zu Bett gegangen und heute Morgen ungläubig den Kopf geschüttelt. Nein, es war kein Traum. Er ist noch da, der Name und der Buchtitel. Surreal das Ganze, unheimlich fast – und nicht das erste Mal …
Wer sagt, dass das Autorenleben langweilig ist?
„Was würdest du tun, wenn du heute Morgen die Uhr um zehn oder zwanzig Jahre zurückdrehen und noch einmal von vorne anfangen könntest?“
„Hm … hm … Offen gesagt, ich würde mich noch einmal hinlegen und so richtig ausschlafen und dann, ja, dann würde ich über eine Antwort zu deiner Frage nachdenken.“
Obwohl, einige Ideen hätte ich … schon … jetzt …
Und Träume.
„Pssst! Hast du es auch schon gehört?“
„Nein! Was denn? Erzähle!“
„Es ist aber streng vertraulich.“
„Klar, klar. Bleibt unter uns. Nun erzähle schon!“
„Also. Das war so. Als ich …“
Sanft streift der Wind in einer Brise lauschend über den Waldboden.
Ssssssssssst …
Die Waldgräser zucken zusammen, wehren sich für einen Augenblick, sehen den Wind mit geneigten Häuptern hinterher.
Ssssssssssst …
„Psssst! Da hört einer mit! Ich erzähl’s dir später.“
„Alles klar. Aber beeil dich. Ich bin ja schon so neugierig.“
„Neugierig? Das bin ich auch“, sirrte der Wind. Er sirrte es nur ganz leise, beschloss aber, heute in der Nähe zu bleiben und die Ohren zu spitzen.
Ssssssssssst …
Zwischenphase.
Eine Phase der geschätzten 101 Vorhaben und Langfristigkeiten und ‘Momentan-Ohne-Termin-Druck-Jobs’.
Man sitzt da, überlegt, greift nach einem Arbeitspapier.
Och nee. Das Thema nun heute gerade nicht.
Jenes auch nicht.
Und das da auf dem roten Blatt, das schon dreimal nicht. Das kommt zuallerletzt.
Und …
Karteikarten mit Themen, Terminen, längerfristigen Projekten werden hin und her geschoben, verschoben, in die dunklere Schreibtischecke geworfen, verworfen.
Nee, alles nicht.
Was also als nächstes?
AusruhenEntspannenFensterputzenBücherlesenAufräumenGartenarbeitKuchenbackenDösenUndsoweiter…
Nein, ich will ja arbeiten!
Nur was? Womit fange ich an?
Schluss mit Grübeln.
Alle ToDos auf Zettel geschrieben, gleich große, denn Schummeln ist nicht.
Rein damit in den großen Lostopf.
Ein Los ziehen.
Thema abarbeiten.
Gut ist.
Klingt gut.
Gerade sitze ich nun vor dem großen Lostopf und zögere, ein Los, DAS Los, zu ziehen. Schließlich bestimmt das Ergebnis über meine nächsten Lebensstunden, – tage oder -wochen gar, je nach Themengröße eben.
Ich zögere.
Ich schiele zum Telefon. Kein eiliger Dazwischenjob heute, der die Qual der Wahl verzögern würde?
Keine SOS-Mail mit der Einleitung „…könnten Sie mal eben rasch…“
Nichts.
Keiner hat mich lieb.
Meine Hand kreist über dem Topf mit den Losen.
Nein, ich kann jetzt nicht.
Die Sonne kriecht eben hinter Wolken hervor.
DIE Gelegenheit, den Vorgarten vom gestrigen WindmitfastkeinemRegen zu säubern.
Ja, das mach ich jetzt mal!
Das Los ziehen …?
Später!
Noch relativ früh am Montagmorgen eine Mail als Antwort zu einem pünktlich erledigten Schreibjob zu bekommen mit dem Einleitungssatz „Sie sind SPITZE !!!“ (mit drei Ausrufezeichen), das ist, ja, das ist einfach SPITZE !!!
Oder?
Kalt war es heute Morgen im Wald. Sehr kalt. Winterjackenkalt.
Tag der Sophie, der kalten.
Und klar war es heute Morgen im Wald. Sehr klar. Jenes ‘Bald-kommt-eine-Schlechtwetterfront’-Klar.
Sie hat gekämpft, die Sonne, gleich, nachdem sie sich über den Berg gelupft hatte. Sie hat gespielt, gelächelt, mit Farben verschwenderisch getrickst – und einen Zauberstrahl auf die kleine Waldwiese gesandt.
Er verzauberte die kleine Welt ringsum für einen kurzen Augenblick und tauchte die Natur in einen magisch betörenden Farbenrausch – und für diesen kurzen Augenblick kamen sie alle zusammen, die vier Jahreszeiten, und narrten die Sinne des Betrachters.
Waldsonntag – herbstlich anmutendes Farbenspiel der Maisonne
Samstagsblues
Die Zeit rast wieder einmal. Stunden, die sich in der Kindheit endlos zäh wie Gummi anfühlten, rasen nun nur so durch den Tag. Ich rase, nein, hechle ihnen hinterher immer mit dem Gefühl, sie nicht richtig genutzt zu haben. Und das schlechte Gewissen begleitet diesen gefühlten Run durch die Zeit, begleitet von dem unbehaglichen Gedanken, irgendetwas falsch zu machen oder schlicht nicht richtig zu ticken. Letzteres wohl eher.
Und der (innere) Schweinehund, dieser schadenfrohe Nervzwerg, feixt. Er liebt sie besonders, jene Tage im Hamsterrad der flüchtenden Stunden.
Ja, flüchtend sind sie, die Stunden derzeit. Nicht flüchtig. Sei’s drum. Fakt ist, dass all das, was ich bis heute Abend erledigt wissen wollte, noch völlig ‘jungfräulich’ darauf wartet, von mir beachtet und ERLEDIGT zu werden. Möge es weiter warten in Geduld und Demut.
Jetzt gibt es erst einmal eine leckere Pizza, und später dank doppelter Pizzateigmenge einen noch leckereren Vanilleflankuchen nach elsässischer Großmutterüberlieferung. Hmmm …
Und du, Schweinehund, bekommst nix.
Bon appétit!
„Was tätest du tun wollen, wenn du tun könntest, was du tun willst?“
„Schreiben. Das was ich möchte.“
„Aber das tust du doch die ganze Zeit tun. Du schreibst.“
„Tu ich das wirklich … tun?“
Tut. Tuuuut …
NACHTRAG, drei Stunden später:
Sollte ich jemals einen Schreibratgeber schreiben sollen, werde ich als Punkt 1 zum Thema Themenlustlosigkeit’ schreiben:
„Tippen Sie etwas Sinnentleertes lustlos vor sich hin und tippen Sie und tippen Sie … und Ihr lustloses Lustlosigkeitsthema wird sich wie von selbst schreiben.“ Manchmal .. ![]()
So, nun muss ich das Teil nur noch überarbeiten und ab damit zur Redaktion!
Bin ganz stolz … auf mich !!!
Tut. Tuuuut …
Irgendwie fühle ich mich heute … alt.
Alt wie ein Dinosaurier.
Das Aufstehen am Morgen kostet schon Überwindung, die zwei Treppen hoch zur Haustür lassen alle Muskeln aufheulen, das Schleichpfädchen hoch zum Wald-Hundegassi-Weg ein Kraftakt ohnegleichen.
Ja, alt fühle ich mich. Atemlos. Müde.
Der gewohnte Gang durch den Wald, sonst eher im Laufschritt, erscheint doppelt so weit und mindestens dreimal so lang.
Luft! Wo ist sie, die Luft zum Atmen?
Pah!!!
„Ich werde alt!“, murmle ich ohne nachzudenken und fühle mich gleich noch scheußlicher.
Da! Eine Leidensgenossin mit Hund! Wir treffen uns fast täglich.
Zusammenreißen, Kopf hoch, lächeln.
„Supertag heute“, brülle ich ihr fröhlich entgegen.
„Hmmm!?“ Die Antwort hätte eigentlich die meine sein können, ohne Kopf hoch, Lächeln und Zusammenreißen.
„Wir könnten Regen bekommen. Endlich. Der Wald ist schon so trocken und die Gärten auch nach den vielen Sonnentagen“, plappere ich weiter. Mit Lächeln. Zum Glück habe ich keinen Spiegel dabei.
„Egal.“ Wieder eine knappe Antwort, immerhin schon zweisilbig.
„Geht’s dir nicht gut heute?“, flöte ich munter.
„Nö.“
„Was ist los?“
„Alt!“, höre ich jenes Unwort des Tages. „Ich fühle mich so schlapp und müde und alt heute.“
„Ehrlich?“ Ich tue ganz erstaunt. „Hast du schlecht geschlafen?“
„Eigentlich nicht. Ich bin nur schlecht aus dem Bett und noch schlechter in den Wald gekommen. Aber der Hund … Ach, ich werde alt.“
„Nicht zu fassen!“ Mitleidig schaue ich die arme Seele, die mindestens zehn Jahre jünger ist als ich, an. „Was soll ich denn da sagen?“
„Na, du grinst ja immer!“, faucht die nun gar nicht mehr arme Seele mich an.
Klar. Ich grinse immer. Draußen vor der Tür.
Grinsen? Definiert sie mein liebliches Draußen-Lächeln etwa als Grinsen?
Ich lasse das mit dem Grinsen Lächeln für heute.
„Okay! Irgendwie fühle ich mich heute auch etwas unfit“, bekenne ich. „Muss am Wetter liegen. Diese Schwüle aber auch!“
Müde und noch älter schleppe ich mich heim, schleppe mich durch den Morgen und schließlich an den Computer. Öffne die Mailbox. Oh, einer meiner Lieblingsauftraggeber, die Redaktion einer sehr kleinen, aber netten Zeitschrift, fragt an: „Wir brauchen ein paar kleine Texte und Erzählungen über Dinosaurier und all das Drumherum“, lese ich. „Abgabe Montag.“
Montag schon? Äh. Ja …
Tolles Thema.
Dinosaurier!
Was für ein Tag!
Irgendwie fühle ich mich heute … alt, doch ich glaube, das sagte ich bereits.





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