Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den August 2011.

Still ist es hier im Blog. Zu still? Besorgniserregend still?
Nein, Besorgnis ist nicht angesagt.
Eher so etwas wie Einkehr, Demut, Dankbarkeit.
Nie hätte ich gedacht, so sehr – genau ein Jahr danach – empfinden zu können und mit Verzögerung leiden zu werden wie im Augenblick. Ja, ich leide, ohne krank zu sein. Ich leide ob der Erkenntnis der Ereignisse im August letzten Jahres. So krank war mein lieber Herr Gatte gewesen, so sehr besorgniserregend krank als Spätfolge eines Autounfalls, dass die Prognosen sehr sehr schwarz und dunkel gewesen sind. Heute, im Nachhinein betrachtet, bin ich froh, dass sich damals in all der Hektik, überhäuft mit ständig neuen schlechten Nachrichte aus der Klinik, mein Denken und Fühlen ein wenig ausgeschaltet hatte. Das ganze Jahr, das jenem August 2010 folgte, war geprägt von mechanischem Handeln und Denken und Kümmern und Sorgen und Arbeiten und … und jetzt geht es ihm wieder so viel besser.
Ich aber sitze hier, beginne wieder zu denken und zu fühlen und, ohne es zu wollen, zu reflektieren. Ich fühle mich dankbar und demütig und zugleich so ungemein ängstlich und „kreislaufig“ und weinerlich kraftlos wie lange nicht mehr. Der Druck fällt ab und, ja, und ich leide beginne zu verdauen. Ein Jahr danach.
Danke.
Schlicht und einfach: DANKE !

Wenn ich momentan in Blogland etwas stumm bin, nehmt es mir bitte nicht übel. Ihr wisst ja nun Bescheid ;)

„Sommer, wo bist du?“

„Heute, heute werde ich da sein.
Pünktlich.“

„Versprochen?“

„Versprochen!“

„Na, dann Guten Appetit!“

„Wohl bekomm’s! Und einen schönen Tag, pardon, einen schönen Sommertag auch!“

„Danke, Sommer!“

„Bitte!“ :)

Der Motor läuft und läuft und läuft. Er läuft nicht mehr rund. Er läuft holperig. Eine Weile schon. Das runde, satte Fahrgeräusch, es fehlt. Hat Platz gemacht jenen zuweilen auftretenden unangenehmen Stolperern, die sich mit einem leisen Sirren, es klingt wie unterdrücktes Wimmern, abwechseln.
„Gönne ihm eine kleine Pause“, raten Experten. „Oder zumindest eine Generalüberholung in der Werkstatt.“
„Ich weiß nicht“, sage ich.
Ich zögere und holpere sirrend weiter meines Weges.
„Reiß dich am Riemen!“, herrsche ich ihn, den Motor, schließlich an und trete aufs Gas.
Weiter führt der Weg durch nicht immer blühende Landschaften und immer weiter.
Weiß ich denn, ob ich ihn so bald wieder zum Laufen brächte, würde ich ihn für ein Weilchen ausschalten oder gar generalüberholen lassen?

:) :) :)


Sonnenaufgang mit einem sonntäglichen Schleier, Foto © Elke Bräunling

Und der Computer, der bleibt auch heute so wie gestern schon: AUS.GE.SCHAL.TET
Vielleicht …

„Sommer, wo bist du?“
„Hey, warum schreist du so laut? Da! Ich bin doch da! Und hier! Und dort! Mach die Augen auf! Schau aus dem Fenster! Oder besser, geh raus und komm mir entgegen! Lege dich auf eine Blütenwiese! Dort findest du mich!“
„Sommerwiese? Gute Idee. Äh … nur …“
„Was? Nur?“
„Zecken. Die Wiesen hier sind voll davon und ich …“
„Mit nichts seid Ihr zufrieden, Ihr Menschen, Ihr …“
Noch lange höre ich sein leises Grollen in der Ferne.
Ob ihn eine fiktive Sommerwiese ein wenig zumindest zu beruhigen vermag? ;)

Sommerwiesenfreuden

Frauke schickt eine SMS an ihre beiden besten Freundinnen. Eine SMS mit einem Sommerfoto. Eine Picknickidylle auf einer Waldwiese inmitten von Kleeblüten, Butterblumen und Margeriten. Die Sonne scheint, kleine weiße Wölkchen betupfen den tiefblauen Himmel mit lustigen Wolkenbildern und in der Ferne schimmert das silberne Band des Flusses, der sich durch das Tal windet.
„Lasst Euch lieb grüßen mit einer kleinen Sommerwiesenimpression. Ich sitze hier und freue mich an diesem zauberhaften Sommertag. Wie schön wäre es, wenn wir gemeinsam hier den Sommer genießen könnten. Ihr seid mir so nah und immer wieder glaube ich, in den Wolken eure lächelnden Gesichter zu sehen. Ich denke an Euch und bringe euch einen Wiesenblumenstrauß mit. Bussi und Umarmung, Eure Frauke.“
So steht es in der SMS geschrieben. Heitere Worte des Glücks und der Freude.
Glück und Freude?
Fraukes Freundinnen, Thea und Stephanie, zeigen sich wenig erfreut über diesen Gruß, der sie zur Mittagspause in ihrer Firma erreicht.
„Gemeinheit!“, poltert Thea. „Diese untreue Seele lebt nun munter in den Tag hinein. Sie muss nicht mehr arbeiten, hat keine Geldsorgen. Seit sie diesen alten Kerl, diesen Geldsack, geheiratet hat, macht sie sich einen schlauen Lenz. Ich hingegen muss pausenlos schuften. Pah! Wie unverschämt, mir mit dieser SMS den Tag endgültig zu verderben! Sie weiß doch, wie miserabel es mir geht!“
Stephanie, nicht minder erregt, nickt heftig. „Das macht sie absichtlich, diese kleine Angeberin. Ihr Glück genügt ihr nicht. Nein, sie muss es uns auf infame Weise unter die Nase reiben. Eine Sadistin ist unsere liebe Frauke, eine kleine, fiese, arrogante Ekelratte.“ Sie greift zum Handy. „Warte! Ich werde ihr meine Meinung geigen, aber so deutlich, dass ihr das Lachen vergeht.“
„Halt!“ Thea schüttelt den Kopf. „Du willst ihr unseren Ärger zeigen? Oh nein. Wir schlagen sie mit ihren eigenen Waffen. Eine falsche Freundin verdient keine aufrichtigen Worte.“ Sie tippt ein paar Worte in ihr Phone, drückt auf senden, grinst und sagt zufrieden: „Viel Spaß damit, meine Liebe!“
Spaß? Den hat Frauke nun. Sie hat sich lausig auf dieser blöden Wiese gelangweilt und ihre Sehnsucht nach den Freundinnen und ihrem früheren Arbeitsleben ist so groß, dass es fast weh tut. Lächelnd legt sie sich ins Gras zurück zurück, blinzelt in die Schönwetterwolken hinauf und liest die Nachricht der Freundinnen ein zweites Mal:
„Oh, Frauke, Süße! Gerade haben wir von dir gesprochen und festgestellt, dass wir dich sehr vermissen. Umso mehr freuen wir uns, dass du so einen wundervollen Tag verlebst und wir danken dir, dass du uns ein wenig mit deinem Foto und deinen lieben Worten an deinem neuen Leben teilhaben lässt. Hab’s noch schön auf deiner traumhaften Sommerwiese! In Gedanken sind wir bei dir. Bussi und ganz dicke Umarmung, Deine Thea und Stephanie.“
„Wie reich ich bin!“, flüstert Frauke den Wolken zu. „Meine Freundinnen sind wunderbare Menschen und mit keinem Geld der Welt zu ersetzen. Was für ein schöner Sommer dies doch ist!“

© Elke Bräunling

Sommer, wo bist du?

HIER

Fein, ich freu mich :)

„Sommer, wo bist du?“, rufe ich auf die Straße hinaus.
„Hier!“, antwortet ein dünnes Stimmchen. Es klingt fröhlich und ein bisschen atemlos und ich sehe in die funkelnden Augen des kleinen Mädchens, das einen quietschbunten Regenschirm in der Hand hält und singend um die Regenpfützen tanzt. Es winkt mir zu und lacht.
Ich lache zurück.

* * * * * * * * * * * *

Habt Ihr ihn heute auch gesehen, irgendwo, irgendwie ?
Ich suche weiter und werde berichten.
Lust, mitzusuchen?

Wenn man gedankenlos Worte durch andere Worte ersetzt und es beinahe nicht bemerkt, ja, dann ist man entweder überarbeitet oder müde oder leicht kirre.
Ich tippe auf letzteres, denn soeben entdeckte ich, dass ich in meiner Serie kleinerer Artikel, die heute noch fertig werden muss, bei der Angabe der Anschläge pro Artikel nicht „1234 Zeichen/Anschläge“ schrieb, sondern … ??? … sondern „1234 Sommer“.
Also bitte, wenn das nicht kirre ist.

Sobald ich mich weniger „kirre“ fühle, werde ich von meinen Rechercheergebnissen zu meiner Farben-Frage berichten und Eure tollen Kommentare beantworten.
Ruhig, entspannt … und kirrefrei ;)

Ein kleines Lebenszeichen nur.
Bis später!

Warum ist Rot die Farbe der Liebe, warum beruhigt Blau, warum macht Gelb fröhlich und Grau traurig, warum ist Grün die Farbe der Hoffnung und … ?
Warum ist ein Sonnenuntergang romantisch? Und warum ist die Knubbelnase beim Clown ausgerechnet rot und nicht gelb oder grün oder lila?
Warum haben Menschen unterschiedliche Lieblingsfarben?
Ich liebe Blau und Gelb und das Silbergrün der Birke. Warum mag ich gerade diese Farben so besonders? Muss ich in die Vergangenheit tauchen, vielleicht sogar in die Reihe meiner Vorfahren, um hier eine Antwort zu finden?
Welche Farben sind eure Lieblingsfarben und warum?
Ja, was verbindet ihr mit Farben, welche Bedeutung haben sie?

Oh, eigentlich wollte ich nur eine Frage von maximal drei Sätzen hier einstellen und bin doch schon mitten drin im Brainstormen und stelle fest, wie spannend das Thema ist. Dabei soll ich „bloß“ für ein kleines Blättchen 3-4 kurze Kindergeschichten von 1800-2000 Zeichen zu diesem Thema schreiben.
Viel zu kurz, diese Vorgabe, wie ich gerade beim ersten Nachdenken sehe.

Und während ich dies schreibe, unterbricht mich der Eingang einer Mail einer lieben Freundin. Ohne dass wir uns je darüber unterhalten haben, schickt sie mir u.a. einen Link, unter dem ich neben vielen anderen höchst interessanten Angaben die Beschreibung eines Sonnenaufgangs vom farblichen Aspekt her finde.
Na, ist das nicht Gedankenübertragung?
Oder noch ganz viel mehr?
Danke, du Liebe! :)

„Tiefer Süden“, Teil 1 der Louisiana-Triologie von Gwen Bristow, war eines der ersten sog. „Erwachsenenbücher“, die ich – mit schmunzelnder mütterlicher Erlaubnis – lesen durfte. Ich war so 11 oder 12 Jahre alt und nach Band 1 verschlang ich gierig die beiden Folgebände, dann alles weitere von dieser Autorin, natürlich „Vom Winde verweht“ und … und ich war im Südstaatenfieber, obwohl es dort Schlangen gab. Sonnenklar war mir damals, dass ich dort einmal würde leben und gegen den Ku-klux-klan kämpfen wollen und überhaupt … Es war soooo schön. Ich versank in diesen Büchern und hörte dabei – mit größter mütterlicher Missbilligung – jenen zauberhaften, groovigen Südstaatenblues. Hach!

Momentan sendet arte eine dreiteilige Serie über den Mississippi, Natur, Kultur, Leben, Bewohner und den Blues. Heute schon Teil 3, wir werden uns in Memphis, der Metropole des Blues, sagt der Pianomann neben mir, tummeln. Wieder ein hach!
Wenn Ihr mit-blues-en wollt: Wir treffen uns 19.30 Uhr bei arte, okay?

Ob ich den „Tiefen Süden“, an den ich dank arte so artig und nett erinnert wurde, nochmals lesen sollte? Ich habe es noch, das Buch. Irgendwo unter Bücherstapeln begraben …

Nachtrag: 8.8.2011
Nachträglich ein Dank an Freidenkerin für ihren nostalgischen Beitrag zu diesem Eintrag hier. Wundervolle Fotografien alter Südstaatenherrenhäuser. Toll.

Nun fühle ich mich wieder „blue-sig“ :)

Wie bitte?
Heute ist wieder ein Schlechtwettertag so wie die vielen Tage zuvor auch schon?
Du bist grantig, ärgerst dich, weil du viel lieber draußen spielen oder dir die Sonne auf die Nase scheinen lassen möchtest. Und was sagst du?
SAUWETTER!!!
Viele sagen das.
Und was sagen die Säue, pardon, Schweine dazu?

Das Sauwetter

Seit Wochen schon versteckte sich die Sonne immer wieder für viele Stunden oder Tage hinter den Wolken. Es regnete und es war schwül oder kalt, und der Wind fegte ungemütlich über das Land.
Die Menschen waren sauer, denn sie hatten sich so sehr auf einen richtig tollen Sonnensommer gefreut.
„So ein Sauwetter!“, beschwerten sie sich. „Es ist, als hätte sich der Himmel gegen uns verschworen!“
Die Wolken lachten und ließen ein paar besonders schaurige Regenschauer auf die schimpfenden Menschenköpfe platschen.
Das fanden die Menschen gar nicht lustig. Lauthals und grimmig schimpften sie über dieses saugemeine Wetter.
Dies wiederum ärgerte die Schweine.
„Was haben wir mit dem Wetter zu tun?“, grunzten sie. „Wie blöd die Menschen doch sind!“
„Saublöd!“, kicherte ein Jungschwein, doch rasch gab ihm seine Mutter eins auf die Löffel.
„Schweine sind nicht blöd!“, grollte sie. „Und saublöd schon dreimal nicht!“
„Jaja!“ „Stimmt!“ „Die spinnen, die Menschen!“
Die Schweine waren sehr erregt. „Das ist nicht fair!“, zeterten sie.
Das fanden die Wolken auch.
„Eine Sauerei ist das mit den armen Schweinen da unten“, sagten sie. „Wir müssen ihnen helfen!“
„Aber wie?“
Die Wolken tuschelten miteinander, dann trennten sie sich, kicherten und formten rasch weiße und graue und schwarze Wolkenschweinebilder am Himmel.
Lustig sah das aus. So lustig, dass die Sonne erwachte und mit ihren Strahlen die Wolkensaubande erfreut anblinzelte.
„Saugut!“, murmelte sie und strahlte hell und warm zu den Menschen hinunter.
Da lachten auch die Menschen. „Was für ein sau-au-auberes Wetter!“, kicherten sie und starrten zu den Wolkenschweinen hinauf. Zu komisch sahen die aus. Saukomisch sogar.

© Elke Bräunling

Schäfchenwolken
Schäfchenwolken – oder doch Wolkenschweine?, Foto © Elke Bräunling

Ausgetrickst hast du mich, Frau Sonne!
Du und deine Freunde, die Ihr in Wetterstudios und Meteorologiestationen sitzt.
Ganz fies gemein ausgetrickst.
Habt Ihr mir/uns doch – zumindest – für Montag und Dienstag zwei erstklassige sonnige und WARME Sommertage vorhergesagt. Seit einer Woche schon haltet Ihr uns diese beiden Tage wie einen lockenden Wurm an einem Angelhaken vor die Nase.
Pah! Nichts ist. Kalt ist. Diesig ist. Wolkig. Trist. Novembrig.
Und ich leichtgläubiges Dödelchen habe das auch kalte, diesige wolkige, triste Wochenende mit Non-Stop-Arbeiten verbracht, um diese beiden „Sommertage“ heute und morgen frei zu haben und Sommer leben zu dürfen.
Ha!
Wisst Ihr was?
Ihr könnt …
Nein, ich sage es nicht. Ich werde Euch aber auch nicht mehr zuhören und glauben werde ich Euch schon dreimal nicht.

Und nun gehe ich schmollen. Mit dicken Socken und Pullover.
Es gibt kein schlechtes Wetter, ne?

Ausgetobt! ;)

Und zur „Strafe“ poste ich im nächsten nochmal mein „SAUWETTER“ aus den Sommergeschichten. Ich widme es Euch, Frau Sonne und die Damen und Herren von der Meteorologie.
Au revoir.

Mit einem Augenzwinkern

Authentisch sein - diese Freiheit nehme ich mir. Hier ist alles echt ...

 

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